VW setzt China-Marke Jetta unter Strom

Die Marke Jetta plant, bis 2028 fünf neue Produkte auf den Markt zu bringen, darunter vier New Energy Vehicles. Das erste Modell soll 2026 auf den Markt kommen – angeblich für umgerechnet weniger als 12.000 Euro.

Bild: FAW-Volkswagen

Bei Jetta handelt es sich in China nicht mehr um das zeitweise auch in Europa vertriebene Limousinen-Modell im Golf-Format, sondern um eine 2019 gegründete VW-Marke für China, die auf preiswerte und von den VW-Modellen optisch eigenständige Fahrzeuge ausgerichtet ist – bisher aber ohne E-Antriebe. Jetta ist Teil des Joint Ventures von Volkswagen mit FAW. Schon im März wurde eine E-Offensive bei Jetta mit elf New Energy Vehicles angekündigt – darunter sechs reine Elektromodelle, zwei PHEV-Modelle und zwei EREV-Modelle. Die BEV- und PHEV-Modelle sollen auf der Compact Main Platform (CMP) basieren, die Volkswagen für den chinesischen Markt entwickelt hat. Zu den beiden EREV waren im März noch keine Details bekannt.

Jetzt wird der Start der ersten Modelle konkret: In Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan, haben die Volkswagen Group China, FAW und die Chengdu Economic and Technological Development Zone das „Jetta Business Development Cooperation Agreement“ unterzeichnet, um eine neue Tochtergesellschaft zu gründen. Das ist Teil des Plans, die Jetta-Kooperation zwischen VW und FAW auszuweiten.

Denn die neuen Elektromodelle, die in Chengdu gebaut werden sollen, sind nicht nur für China geplant, sondern sollen auch in anderen asiatischen Märkten angeboten werden. Mit den elektrifizierten Modellen und einem hohen Vernetzungsgrad der Fahrzeuge soll auch der Erfolg der Marke Jetta steigen, der bisher eher überschaubar war. Im Laufenden Jahr wurden in China bis Ende Juli rund 60.000 Jettas verkauft. Gemäß der neuen Pläne sollen – wenn alle der angekündigten New Energy Vehicles auf dem Markt sind – der Jetta-Absatz in den Bereich von 250.000 bis 300.000 Einheiten pro Jahr steigen. So berichtet es zumindest das „Manager Magazin“ unter Berufung auf Insider.

Über Jetta soll auch der bisher schleppende Elektroauto-Absatz von VW in China angekurbelt werden. Neben dem in China immer wichtiger werdenden Elektroantrieb und den Connectivity-Funktionen sollen die Jettas über den Preis punkten. Das erste Modell, das wohl im kommenden April auf der Auto China vorgestellt wird und kurz nach der Messe in den Verkauf gehen dürfte, soll für weniger als 100.000 Yuan angeboten werden – also derzeit umgerechnet rund 12.000 Euro. Bisher ist VW in diesem Preissegment in China noch nicht vertreten.

Möglich werden soll dieses Preisgefüge durch die lokale Entwicklung und Produktion. Mit der CMP und der Zusammenarbeit mit lokalen Zulieferern will VWs China-Chef Ralf Brandstätter die Kosten um 40 Prozent senken und die Fahrzeuge um 30 Prozent schneller entwickeln. Die entsprechenden VW-Modelle sollen ebenfalls 2026 debütieren, aber rund 4.000 Euro teurer angeboten werden, so das „Manager Magazin“.

faw-vw.com (auf Chinesisch), manager-magazin.de

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