Kommen bald BMW-Modelle mit Range Extender?

BMW erwägt offenbar, einige Elektromodelle mit Reichweitenverlängerern auszustatten – wohl vor allem mit Blick auf China. Im Fokus stehen dabei die großen Baureihen, da diese am ehesten den Platz für zwei Antriebssysteme bieten.

Bmw i7 m xdrive
BMW i7 (Symbolbild)
Bild: BMW

Über die angeblichen Pläne der Münchner berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf „mit der Strategie des Unternehmens vertraute Personen“. Demnach könnte das Unternehmen Range-Extender-Versionen seiner Top-Baureihen entwickeln, „da diese groß genug sind, um zusätzlich einen kleinen Verbrennungsmotor einzubauen“. Namentlich genannt werden in dem Artikel das SUV-Model X5 und die 7er Limousine. Also in einem ganz anderen Segment als der erste Range Extender von BMW, der 2014 im damaligen i3 angeboten wurde.

Der Autobauer selbst bestätigt die Pläne zwar nicht, dementiert aber nicht hart. BMW „analysiert kontinuierlich Nutzungsmuster, Kundenbedürfnisse und Marktentwicklungen und prüft das Marktpotenzial verschiedener Technologien“, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme, ohne näher darauf einzugehen. Das könnte angesichts einiger Erfolge von „Extended Range Electric Vehicles“ (EREV) in China als indirekte Bestätigung gesehen werden, dass es zumindest entsprechende Tests und Studien gibt. Es muss aber nicht heißen, dass diese Analysen auch dazu führen, dass es diese Antriebsart bei BMW in die Serie schafft. Was den aktuellen Bloomberg-Bericht ebenfalls interessant macht: Schon im Sommer gab es erste Gerüchte, dass BMW an einem EREV arbeitet. Ganz aus der Luft gegriffen scheinen die neuen Informationen also nicht.

Sollte es aber zutreffen und BMW tatsächlich Range-Extender-Modelle entwickeln, könnten die Münchner laut Bloomberg der erste deutsche Autobauer sein, der diese Technologie anbietet. Zwar hat der VW-Konzern für China ebenfalls schon über solche Antriebe diskutiert und in Nordamerika wird unter der US-Marke Scout (und laut jüngsten Gerüchten potenziell auch für Audi) eine Plattform für große Range-Extender-Modelle entwickelt, ein Serienmodell für China gab es bei den Wolfsburgern aber noch nicht.

BMW hat in China – wie die anderen deutschen Autobauer – mit sinkenden Absätzen zu kämpfen, während einheimische Hersteller wie BYD an Marktanteilen gewonnen haben. Dort haben Hersteller wie das auf EREV spezialisierte Startup Li Auto mit Range-Extender-Modellen einige Achtungserfolge erzielt, auch Avatr und IM Motors bieten diesen Antrieb an. . Das ging sogar so weit, dass zum Beispiel Xpeng mit einem reinen Angebot an Batterie-Elektroautos sein Portfolio um den Range Extender erweitert hat. Und BMW verkauft gerade in den potenziellen EREV-Märkten wie China und den USA eher große Autos mit langem Radstand, die sich eher für die Technologie eignen als die kompakteren Modelle in Europa.

Das große Aber: Zuletzt hat sich der EREV-Boom in China wieder stark abgekühlt. Die Range-Extender-Fahrzeuge werden in den Verkaufszahlen nicht direkt ausgewiesen, sondern zu den Plug-in-Hybriden gezählt. Im Oktober 2024 waren die Plug-in-Hybride noch das Boom-Segment mit 587.000 Verkäufen und einem Wachstum von 89 Prozent, während die BEV damals „nur“ um 30 Prozent zugelegt hatten. Im Oktober 2025 war bei den PHEV der Zuwachs mit 605.000 Einheiten nur minimal, während die Batterie-Elektroautos  von 842.000 Verkäufen auf über 1,1 Millionen Fahrzeuge gewachsen sind. Und auch Li Auto als EREV-Vorreiter ist weit von neuen Bestwerten entfernt: Im Oktober hat das Unternehmen, das inzwischen auch Batterie-Elektroautos im Angebot hat, nur 31.767 Fahrzeuge verkauft, 38 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit lag Li Auto jetzt den vierten Monat in Folge sogar unter den Ergebnissen von 2023.

Bei einem Fahrzeug mit Range Extender handelt es sich um ein elektrisch angetriebenes Auto, dessen Batterie auch per Kabel geladen werden kann. Zusätzlich an Bord ist ein kleiner Verbrennungsmotor, der einen Generator antreibt und so zur Stromversorgung dient. Anders als bei einem Plug-in-Hybrid kann der Verbrenner aber zu keinem Zeitpunkt die Räder direkt antreiben, das geschieht nur über die Elektromotoren. Die Batterie-elektrische Reichweite liegt typischerweise zwischen 200 und 400 Kilometern und damit deutlich unter den Werten, die Batterie-elektrische Fahrzeuge im selben Segment heute erreichen. Bei den Range-Extender-Modellen muss die Batterie oft etwas kleiner ausgelegt werden, um Platz für die zusätzlichen Komponenten zu schaffen. Bei der kombinierten Reichweite kommen EREV oft auf Werte von über 1.000 Kilometern, was sie auf dem Papier für viele Kunden attraktiv werden lässt – gerade im ländlichen China und in den USA, wo die Strecken oft deutlich länger sind.

bloomberg.com

7 Kommentare

zu „Kommen bald BMW-Modelle mit Range Extender?“
Reini
26.11.2025 um 09:28
Lesen die keine Wirtschaftsnachrichten? Die range extender sind in CN gerade wieder in den verdienten Sinkflug über gegangen. Die deutschen Hersteller sind wirklich seltsam, um noch irgendwas zu retten müsste jetzt konsequent in reine BEV`S investiert werden und die Seitengeplänkel endlich eingestellt werden, aber dringt wohl nicht durch.
Richi
26.11.2025 um 12:25
BMW den ersten mit Range Extender? der BMW I3 hatte den schon vor Jahren, bevor der Staat ihm den Garaus gemacht hatte, da er nicht als E-Mobil eingestuft wurde und somit aus der Förderung fiel.
Karl-Heinz Oehling
26.11.2025 um 13:49
Stimmt nicht ganz, denn BMW hätte im Range Extender (Kymco-Motorradmotor) noch einiges an Überarbeitung u.a. wg. Erfüllung der Rußpartikel investieren müssen, was aber nicht mehr aus Kostengründen geschehen ist. Nicht zu vergessen ist bei der Auslegung eines Range Extender-Antriebes, dass der schon einiges an Package benötigt. Der i3 Rex, hatte ca. 20kW Leistung und lieferte "nur" soviel elektrische Leistung im i3 REX für ca. 120km/h Konstantfahrt. Für deutsche Autobahngeschwindigkeit, würde da schon ein "kräftiger Klotz" an Range Extender notwendig sein.
Sebastian Krebs
26.11.2025 um 23:34
Also ehrlicherweise sollte man hier dazu sagen, dass der Chevy Volt/Opel Ampera I'm Jahre 2011 in Deutschland das erste batterieelektrische Fahrzeug mit Range Extender war. Das er auch er via Planetengetriebe auch eine Leistungsverzweigung und damit ebenfalls einen teilmechanischen Antrieb realisieren konnte, war eher der Leistungsbegrenzung der "kleinen" Li-Ion-Traktionsbatterie geschuldet, die netto weniger als 15 kWh Energieinhalt bereitstellen konnte und deshalb natürlich auf der Autobahn auch keine langen Fahrten mit hoher Geschwindigkeit ermöglichen konnte. Deswegen gab es eben die Kombination aus zwei elektrischen Motorgeneratoren in Verbindung mit einem 1,4l Verbrenner, die über ein Planetengetriebe zu einem von vier verschiedenen Fahrmodi verschaltet werden konnten. Neben Tesla war damals GM auch der einzige Hersteller, der ein ernstzunehmendes Thermomanagementsystem verbaute, weshalb die Akkus durchaus auch heute noch in Betrieb sind.
A.B.
27.11.2025 um 07:30
Die Range Extender sind eine tolle Sonderausstattung. Sie kommen ja nur in Frage für Leute, die es bewusst benötigen. Damit ließe sich Anhängebetrieb usw. sehr gut umsetzen. Eben genau im X5 z.B. Mit Anhänger könnte der REX den Mehrverbrauch ausgleichen. Ebenso könnte der REX ganz bewusst genutzt werden, um bei überfüllten Ladesäulen in der Urlaubsrückreise mehr Flexibilität zu erlangen. Ich würde mich freuen, wenn diese Technik einfach auch nach 2035 weiter zugelassen werden darf. Es füllt die letzten 5% der Sonderfälle auf, die man für eine "Quasi" vollständige eMobilität im Carpark benötigt. Das passt gut zur Lebensrealität. Wer es benötigt, sollte es kaufen können. Leute, die sich herablassend dazu äußern, brauchen es ja nicht zu ordern oder haben einfach keinen Weitblick für wichtige Anwendungsfälle. Ebenso hilft das künstliche Getriebe und Motorsoundsimulation im Ioniq N und Honda-Super-One und Mercedes AMG die eMobilität weiter zu fördern. Auch über das Thema wird im ähnlichen Stil geurteilt. Wer es nicht will, braucht es ja nicht zu nutzen. Beide Techniken helfen Autos, sich den Bedürfnissen der Menschen (nicht allen) anzupassen. Es sorgt für Akzeptanz und am Ende wahrscheinlich sogar für Motivation und Fangemeinschaft.
Allerstorfer Augustin
27.11.2025 um 09:24
Seit ca 40 Jahren fahre ich BMW. Zur Zeit ein Plug in Hybrid (225xe). Klar ist mir, dass die großvolumigen Autos mehr Geld einbringen, jedoch kommt mir vor, dass BMW gar nicht interessiert ist an kleiner Modelle für das normale Volk. Es wurde der i3 eingestellt ohne Nachfolge Model. Das große Feld werden die anderen Hersteller nutzen!! Nun werde ich wohl auf eine andre Marke wechseln.
Energisch Joe
27.11.2025 um 09:41
Werte Interessierte! Wenn es beim BMW i3 (ja, der kleine Viersitzer mit verkehrten Hintertüren und Carbonkarosserie) schon den Range-Extender als kleinen Benziner im Heckbereich gab, der nach kurzer Zeit mangels Stückzahl aus der Bestell-Liste verschwand, schon so lief, warum bei den aktuellen E-Autos nicht auch probieren? Was soll schon schiefgehen ;o)))mit freundlichen Grüßen

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