Fast zwei Millionen E-Autos auf deutschen Straßen

Der Bestand an Elektroautos in Deutschland ist laut Kraftfahrt-Bundesamt in diesem Jahr um 16,8 Prozent gestiegen. Insgesamt waren zum 1. Oktober rund 1,93 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs. Noch in diesem Jahr könnten die rein elektrischen Pkw die Zwei-Millionen-Marke überschreiten.

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Bild: Daniel Bönnighausen

Bereits zum 1. Januar dieses Jahres lag hierzulande der Bestand bei mehr als 1,65 Millionen Elektro-Pkw. Von Januar bis September 2025 kamen 308.609 Neuzulassungen hinzu. Dass es parallel dazu auch Abmeldungen – etwa wegen Ummeldungen, Unfällen, vorübergehender Stilllegung oder Export – gibt, ist bekannt. Die fallen grundsätzlich jedoch deutlich geringer aus, als neue E-Fahrzeuge zugelassen werden.

So verwundert es nicht, dass laut dem Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) der Elektroauto-Bestand trotz 104.194 Abmeldungen bis Ende des dritten Quartals auf 1.929.651 Exemplare, was etwa vier Prozent am Gesamtbestand entspricht, zulegen konnte. Noch in diesem Jahr könnten die Elektroautos daher die Zwei-Millionen-Marke im Bestand überschreiten.

Daran dürfte auch die angekündigte Förderung nichts mehr ändern. Zwar hat sich die Koalition auf eine neue Elektroauto-Förderung für 2026 geeinigt, die finale Ausgestaltung fehlt allerdings noch. Und auch die 52.425 neuen E-Autos im Oktober machen deutlich, dass der Trend nach oben zeigt. Selbst ein plötzlicher Einbruch im November – die KBA-Zahlen stehen noch aus – und Dezember dürften kaum noch das Erreichen des Meilensteins verhindern.

Die erste Million knackten die Batterie-elektrischen Pkw Ende 2022. Zum 1. Januar 2023 verzeichnete das Kraftfahrt-Bundesamt genau 1.013.009 E-Autos. Bis zur Zwei-Millionen-Marke hätte es somit gut drei Jahre gebraucht. Dass das angestrebte Ziel der alten Bundesregierung von 15 Millionen reinen Elektroautos bis 2030 kaum noch erreicht werden kann, dürfte zum jetzigen Zeitpunkt deutlich werden. Hierfür müssten fast alle neu zugelassenen Pkw in den kommenden Jahren rein elektrisch sein. Für dieses Jahr liegt der Anteil bisher aber bei rund 18,4 Prozent.

Die aktuelle Bundesregierung nennt hingegen keine konkreten Ziele. Auf Anfrage der DPA heißt es vom Bundesverkehrsministerium: „Zur Erreichung der Klimaschutzziele im Verkehr und zur Stärkung der Industrie verfolgt die Bundesregierung das grundsätzliche Ziel, mehr E-Autos auf die Straßen zu bringen. Dabei setzt sie auf Technologieoffenheit.“

Und: Der Koalitionsvertrag enthalte keine Zielvorgabe, „dafür aber ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Steigerung der Zulassungszahlen von Elektrofahrzeugen – von Kaufanreizen für Elektroautos bis hin zur Förderung von Ladeinfrastruktur. Ein Teil der Maßnahmen wurde bereits umgesetzt.“

kba.de, wiwo.de

4 Kommentare

zu „Fast zwei Millionen E-Autos auf deutschen Straßen“
Jens Wilke
01.12.2025 um 16:13
Sehr interessanter Artikel. Vielen Dank dafür. Der Punkt Neuanmeldungen vs. Wachstum der Bestandsfahrzeuge ist aus meiner Sicht nicht so richtig greifbar ("Die fallen grundsätzlich jedoch deutlich geringer aus, als neue E-Fahrzeuge zugelassen werden.") Wenn man sich die Zahlen der letzten Jahre anschaut ergibt sich eine recht große jährliche Abweichung bei den BEVs: 2021: 355.961 Neuanmeldungen, 309.377 Delta bei BEV-Bestandsfahrzeugen, 46.584 Differenz, 13,1% "Schwund" 2022: 470.559 Neuanmeldungen, 394.549 Delta bei BEV-Bestandsfahrzeugen, 76.010 Differenz, 16,15% "Schwund" 2023: 524.219 Neuanmeldungen, 395.672 Delta bei BEV-Bestandsfahrzeugen, 128.547 Differenz, 24,52% "Schwund" 2024: 380.609 Neuanmeldungen, 242.962 Delta bei BEV-Bestandsfahrzeugen, 137.647 Differenz, 36,16% "Schwund" 2025 (bis Sept): 382.202 Neuanmeldungen, 278.008 Delta bei BEV-Bestandsfahrzeugen, 104.194 Differenz, 27,26% "Schwund"Die Frage für mich ist, wo gehen die Fahrzeuge hin? Die Fahrzeuge werden ja nicht wegen des Alters verschrottet. Gehen da so viele (vermutlich Leasingfahrzeuge) in den Export? Vielleicht hat ja jemand einen Link zu einer Studie oder Analyse.
Kenner
01.12.2025 um 18:42
Zur seit der bafa-pramie hat es sich gelohnt, Neuwagen nach der minimalen Haltedauer nach Skandinavien zu verkaufen. Mit Gewinn. Stichwort: bafa-karussel.Es gab sogar Autohändler, mit denen man noch vor dem Hauptkauf den Weiterverkauf zu einem höheren Preis als dem Neupreis vertraglich vereinbaren konnte. Überwiegend mit Tesla Modellen.
Daniel Bönnighausen
01.12.2025 um 16:35
Hallo Herr Wilke,vielen Dank für Ihr Feedback. Mit den Jahreszahlen zum Bestand gehen wir auf die einzelnen Zahlen noch näher ein, damit es greifbarer wird. Eine Studie habe ich da ehrlicherweise so nicht zur Hand. Verschrottet werden die Fahrzeuge nicht. Ein paar Gründe dafür habe ich bereits aufgezählt, wie etwa Ummeldungen, Unfälle, vorübergehende Stilllegungen oder auch der Export. Das Leasing dürfte da keine ganz kleine Rolle spielen.
Wolfgang
03.12.2025 um 10:39
Einfacher Kommentar : 2 Millionen? Ist das alles. Erbärmlich!

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