Wessels Logistik eröffnet Ladeanlage für wachsende E-Lkw-Flotte
Wessels Logistik ist ein Traditionsunternehmen, das in vierter Generation von André Wessels geführt wird. Die nordrhein-westfälische Firma mit Sitz in Rhede beschäftigt rund 120 Mitarbeiter und unterhält etwa 50 Fahrzeuge, die für den Transport von Schüttgütern, im Stückgut-Bereich und für Abfalltransporte eingesetzt werden. Seit einigen Jahren beschäftigt sich die Logistikfirma auch mit der Elektrifizierung ihres Fuhrparks: Sechs E-Lkw hat Wessels Logistik bisher in der Flotte, drei weitere kommen zum Jahreswechsel hinzu. Mitunter gehörte die Firma zu den Erstbeziehern des E-Lkw Mercedes-Benz eActros 600.
Um die strombetriebenen Trucks stets betriebsbereit zu halten, hat das mittelständische Unternehmen vor einer Weile den Energiekonzern E.ON mit dem Aufbau eines „360-Grad-Energiekonzepts“ beauftragt. Das Konzept beinhaltet vier Ladestationen von Alpitronic mit insgesamt acht Ladepunkten speziell für das Laden von elektrischen Lkw. Gekoppelt ist die Anlage dabei mit einer Solaranlage samt Megawatt-Batteriespeicher und einem neuen Trafo. Die Ladepunkte der Hypercharger 400 geben wie üblich bis zu 400 kW Ladeleistung ab. Ziehen zwei E-Lkw gleichzeitig Strom, teilt sich die Ladeleistung auf beide Anschlüsse auf.
Die Ladebuchten sind auf dem Firmenareal dabei so angelegt, dass die Lader ohne Rangieraufwand oder das Abkoppeln von Aufliegern zugänglich sind. „So halten wir unsere Prozesse schlank. Davon profitieren besonders unsere Fahrer, die dieses neue Konzept positiv annehmen“, äußert Geschäftsführer André Wessels. „Besonders wichtig war uns dabei, dass das Laden der Lkw in unseren Tagesablauf passt. Die hohe Ladeleistung sorgt dafür, dass die Fahrzeuge schnell wieder einsatzbereit sind.“
Dass die Firma vier der insgesamt acht Ladepunkte auch für andere Unternehmen öffnet, bezeichnet André Wessels als Beitrag seines Hauses, den Straßengüterverkehr in der Region zukunftsfähig zu machen. Für die eigene Flottenelektrifizierung hat Wessels wiederum Fördergelder vom Bund (KsNI) und aus dem Landesprogramm Progress-NRW erhalten. „Elektromobilität im Schwerlastverkehr bedarf hoher Investitionen. Vor allem kleinere und mittlere Transportunternehmen benötigen aktuell noch unterstützende Maßnahmen seitens der Politik“, ist André Wessels überzeugt.
Die Solaranlage, die in das Lade-Ökosystem integriert wird, kommt übrigens auf 521 Kilowattpeak Leistung. Sie erstreckt sich mit 1.146 Modulen auf rund 4.000 Quadratmetern Dachfläche der Gebäude am Firmensitz. Rechnerisch könne die Photovoltaikanlage pro Jahr mehr als 450.000 Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen – „umgerechnet entspricht das circa 375.000 Kilometer Fahrstrecke mit elektrischen Schwerlast-Lkw“, vergegenwärtigt Projektpartner E.ON.
Solarstrom, der nicht sofort verbraucht wird, landet dabei in einem Batteriespeicher mit 1.388 Kilowattstunden Kapazität und 736 kW Leistung. „So steht die Energie beispielsweise der Flotte zur Verfügung, sobald wieder ein Lkw am Standort ist und lädt – das maximiert den Solarstrom-Eigenverbrauch und macht das Unternehmen unabhängiger von Energiepreisen“, teilen die Partner mit. Ein neuer Trafo ermögliche zudem die umfassende Elektrifizierung des Betriebshofs.
Quelle: Info per E-Mail





1 Kommentar