Tesla storniert Milliardenauftrag für Kathodenmaterial von L&F
Insidern zufolge waren die Kathodenmaterialen mit besonders hohem Nickelgehalt von L&F für die Rundzelle 4680 von Tesla vorgesehen, die der US-Elektroautohersteller vor über fünf Jahren auf seinem Battery Day vorgestellt hatte. Die 4680-Batteriezelle hat einen Durchmesser von 46 Millimetern und eine Höhe von 80 Millimetern – daher die Bezeichnung 4680. Die 4680 sollte günstig in der Herstellung und zugleich reichweitenstark sein – und sie sollte in einem günstigen Tesla für nur 25.000 US-Dollar zum Einsatz kommen, der aber bis heute auf sich warten lässt.
Aktuell werden die 4680-Zellen serienmäßig hingegen nur im Cybertruck eingesetzt – und bei diesem einstigen Leuchtturmprojekt läuft es gar nicht gut: CEO Elon Musk hatte einst mit einer Jahresproduktion von bis zu 250.000 Exemplaren geplant, das Modell schaffte es aber selbst 2024, dem ersten vollen Verkaufsjahr, nicht einmal ansatzweise in diesen Bereich vorzudringen. 2025 läuft es bisher noch schlechter: In den ersten neun Monaten des Jahres hat Tesla nur 16.907 Stück verkauft, was im direkten Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem der Absatz 25.974 Fahrzeuge betrug, einen Rückgang um 38 Prozent darstellt. Die Zahlen fürs vierte Quartal liegen noch nicht vor. Zuletzt hat Siddhant Awasthi, Leiter des Cybertruck-Programms bei Tesla, seinen Hut genommen.
Einst hatte Tesla für die 4680-Zellen große Pläne: Ursprünglich wollte das US-Unternehmen die 4680-Zellen als Herzstück einer neuen Generation von Akkus für alle Modelle nutzen und hoffte dabei auf größere Reichweite, geringere Kosten pro kWh und vereinfachte Fertigung. Die Realität zeigte aber: Die Produktion ist schwieriger als gedacht, es gibt technische Hürden beim „dry electrode“-Verfahren und im Zelldesign. Daher nutzt Tesla die Zellen aktuell fast ausschließlich im Cybertruck, während andere Modelle wie Model Y oder Model 3 weiterhin auf 2170- oder LFP-Zellen setzen.
Die faktische Stornierung des L&F-Auftrags legt nahe: Tesla dürfte in nächster Zeit keinen massiven Ausbau der 4680-Produktion planen, sondern dürfte die Zellen weiter nur sehr selektiv einsetzen. Derweil sieht L&F den Fehler nicht bei sich und betont, dass es nach wie vor seine Batteriematerialien an koreanische Zellhersteller in gewohntem Umfang liefere.





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