Schweiz schreibt initiales Schnellladenetz für Elektro-Lkw aus

Das Schweizer Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat einen Projektaufruf für den Aufbau eines initialen, dedizierten und bedarfsgerechten Schnellladenetzes für Elektro-Lkw entlang der Nationalstraßen gestartet. Aufgeteilt in drei Lose, sollen dabei Ladepunkte an 32 strategisch wichtigen Standorten in der Schweiz entstehen.

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Symbolbild
Bild: Kempower

Konkret lädt das ASTRA private Ladeanbieter in einem neuen Projektaufruf dazu ein, sich für den Bau und Betrieb von dedizierten Lkw-Schnellladestationen auf Rastplätzen und in Schwerverkehrskontrollzentren entlang der Nationalstraßen zu bewerben. Dabei werden zwei Lose mit je elf festen Standorten und ein Los mit zehn festen Standorten ausgeschrieben.

Das ASTRA will den Betreibern die erforderlichen Stromanschlüsse und Trafostationen an den Standorten bereitstellen und streckt die dafür entstehenden Kosten vor. Die künftigen Betreiber der Schnellladestationen sollen die Kosten dafür anschliessend in Form einer jährlichen Entschädigung zurückerstatten. Für Planung, Finanzierung, Bau, Anschluss, Betrieb und Unterhalt der Ladestationen selbst sollen die Betreiber verantwortlich sein. Sprich: Von Zuschüssen ist nicht die Rede.

Im Rahmen des Projektaufrufs hat das ASTRA bereits für alle 32 Standorte festgelegt, wieviele dedizierte Lkw-Ladepunkte es jeweils geben soll. Die Anzahl reicht von nur zwei CCS-Ladepunkten z.B. in Campagnola bis hin zu zwei MCS-Ladepunkten und zehn CCS-Ladepunkten am SVKZ Rothenburg. Insgesamt sollen sieben der 32 Standorte auch mindestens einen MCS-Ladepunkt erhalten, also mit dem neuen Megawatt Charging Standard. Bei den CCS-Ladepunkten muss wiederum eine Mindestleistung von 350 kW eingehalten werden.

Das Projekt erinnert an das initiale Lkw-Ladenetz in Deutschland, das vom Bundesverkehrsministerium und der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur vorangetrieben wird. Dabei sollen bis 2030 an Deutschlands Autobahnen 350 Lkw-Ladeparks entstehen.

Unternehmen, die sich an der Schweizer Ausschreibung beteiligen wollen, sollten schnell sein: Aktuell läuft die erste von zwei Fragerunden zum Verfahren. Bis zum 30. April müssen dann Bewerbungsdossiers abgegeben werden. Der Aufruf ist Teil der Roadmap Elektromobilität 2030 der Schweiz, die auch den Schwerverkehr einbezieht. In der Vergangenheit hatte die ASTRA bereits mehrfach Schnellladeparks für Elektroautos entlang der Nationalstraßen ausgeschrieben.

astra.admin.ch

2 Kommentare

zu „Schweiz schreibt initiales Schnellladenetz für Elektro-Lkw aus“
FSM
07.01.2026 um 12:32
Gute Neuigkeiten! Insbesondere wenn es am Ende ohne Subventionen geht. Zwei Anmerkungen zum Text: "..und legt die dafür entstehenden Kosten." Legt? Eher vorschießen? "..als mit dem neuen Megawatt Charging Standard." Eher also?
Florian Treiß
07.01.2026 um 13:19
Danke für die Hinweise! Ich habe beides nun korrigiert. Beim ersten Punkt meinte ich "streckt die Kosten dafür vor". Und beim zweiten Punkt ist natürlich "also" richtig.

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