General Motors schreibt 6 Milliarden US-Dollar bei E-Autos ab

Der US-Autokonzern General Motors (u.a. Cadillac und Chevrolet) nimmt eine weitere Milliarden-Abschreibung im Elektroautogeschäft vor – dabei ist die letzte Riesen-Abschreibung in dem Segment keine drei Monate her. Diesmal geht es um 6 Milliarden US-Dollar.

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Bild: General Motors

Genauer gesagt setzt sich die Summe aus zwei Teilen zusammen: Einerseits 1,8 Milliarden US-Dollar an Wertberechtigungen, die nicht zahlungswirksam sind. Und andererseits an tatsächlich zu zahlenden 4,2 Milliarden US-Dollar für Lieferantenabfindungen, Vertragsauflösungen etc., die sich nach erfolgter Zahlung direkt auf die Liquidität von General Motors (GM) auswirken werden. Zudem muss der Autobauer auch noch 1,1 Milliarden US-Dollar auf sein Joint Venture SAIC-GM in China abschreiben, was aber nicht direkt mit dem E-Auto-Geschäft zu tun haben soll.

Die neue Abschreibung aufs E-Auto-Geschäft folgt nicht einmal drei Monate, nachdem GM im Oktober 1,6 Milliarden US-Dollar abgeschrieben hatte, vor allem wegen einer gedämpften Nachfrageerwartung für Elektroautos nach dem Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar zum 30. September für den Kauf elektrischer Neuwagen. Noch heftiger hat aber der US-Rivale Ford reagiert: Er kündigte im Dezember eine Abschreibung von 19,5 Milliarden US-Dollar auf das E-Auto-Geschäft an und stellte u.a. die Batterie-elektrische Variante des Pickups F-150 ein.

Womöglich auch wegen der heftigen Maßnahme von Ford betont GM nun, dass die aktuell angebotenen Elektromodelle von Cadillac, Chevrolet und GMC weiter im Programm bleiben. Die größten getroffenen Maßnahmen für die Anpassung des Elektroauto-Geschäfts, die General Motors nennt, sind längst bekannt: Die Produktion im Werk Orion (Michigan) wird von EV-Produktion zurück auf Verbrenner-SUVs und -Pick-ups umgestellt. Und: GM hat seine Beteiligung an der Ultium-Batteriezellfabrik in Lansing (Michigan) an den Joint-Venture-Partner LG Energy Solution verkauft.

Die erneute Abschreibung macht deutlich, dass GM – wie andere Autohersteller auch – von einem schnelleren Hochlauf der Elektromobilität ausgegangen war, sich nun aber gerade auch durch das gedrehte politische Klima seit Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump neuen Realitäten stellen muss.

Ohne die zuvor üppige Kaufförderung der US-Regierung für E-Autos ist die Nachfrage umgehend eingebrochen: Laut den jüngsten Absatzzahlen von GM gingen die EV-Verkäufe in den USA im vierten Quartal 2025 um 43 Prozent auf 25.219 zurück. Dies folgte auf Rekordverkäufe von Elektrofahrzeugen im dritten Quartal, die den Anstieg der „vorgezogenen“ Käufe vor Ablauf der Steuergutschrift des Bundes widerspiegelten, so das Unternehmen dazu. General Motors blieb im Gesamtjahr 2025 bei Elektrofahrzeugen weiter die Nummer 2 unter den US-Herstellern hinter Tesla. Über alle Marken hinweg konnte General Motors seine EV-Verkäufe in den USA im Gesamtjahr 2025 um 48 Prozent auf 169.887 Einheiten steigern.

Strategisch setzt GM im E-Auto-Geschäft laut eigenen Angaben auf deutlich weniger Rabatte als die Wettbewerber: „Unsere EV-Anreize liegen weiterhin bei etwa der Hälfte des Branchendurchschnitts“, so das Unternehmen in einem Statement für Investoren. Und: In Kürze kommt nach einigen Jahren Pause ein neuer Chevrolet Bolt auf den Markt, der mit einem Startpreis von 29.990 US-Dollar auch ohne Kaufprämie relativ erschwinglich ist.

handelsblatt.com, gm.com (PDF zur Abschreibung), gm.com (Absatzzahlen)

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