Portugal legt neues Förderprogramm für E-Mobilität auf

Portugals Regierung stellt 17,6 Millionen Euro für ein neues Förderprogramm zur Anschaffung von Elektroautos, elektrischen Zweirädern wie Pedelecs, Motorrädern und Rollern sowie für Ladestationen bereit. Die Förderung gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2025. Damit werden neben neuen auch bereits gekaufte Fahrzeuge gefördert.

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Symbolbild
Bild: Daniel Bönnighausen

Anträge können seit dem 29. Dezember über den portugiesischen Umweltfonds „Fundo Ambiental“ eingereicht werden und sind noch bis zum 12. Februar 2026 möglich. Sollte das Förderbudget vorzeitig ausgeschöpft sein, endet das Programm entsprechend früher.

Privatpersonen erhalten für die Anschaffung eines Elektroautos einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro, private Sozialorganisationen, Verkehrsbetriebe und Kommunen sogar bis zu 5.000 Euro. Der Haken: Der Höchstpreis pro Fahrzeug liegt bei 38.500 Euro (brutto). Verfügt das E-Auto über mehr als fünf Sitze, darf der Kaufpreis maximal 55.000 Euro (brutto) betragen. Im März 2025 war noch von Nettopreisen die Rede.

Um Anspruch auf die Förderung zu haben, müssen Käufer eines neuen Elektroautos ihr mindestens zehn Jahre altes Altfahrzeug verschrotten. Diese Vorgabe gilt unabhängig davon, ob der geförderte Kaufpreis bei bis zu 38.500 Euro liegt oder bei Fahrzeugen mit mehr als fünf Sitzen bis zu 55.000 Euro. Für gewerbliche Antragsteller ist die Förderung zudem begrenzt: pro Antragsteller können maximal vier Fahrzeuge bezuschusst werden. Leichte Nutzfahrzeuge mit Elektroantrieb sind von der Förderung ausgeschlossen. Für sie soll es eine gesonderte Bekanntmachung geben.

Neben rein elektrischen Pkw fördert die portugiesische Regierung auch Lastenräder mit und ohne elektrische Unterstützung. Bezuschusst werden 50 Prozent des Kaufpreises inklusive Mehrwertsteuer, maximal jedoch 1.500 Euro für elektrische Lastenräder und 1.000 Euro für Modelle ohne E-Antrieb. Für herkömmliche Pedelecs gelten Höchstbeträge von 750 Euro und 500 Euro für Fahrräder ohne elektrische Unterstützung. Privatpersonen können jeweils ein Zweirad fördern lassen, gewerbliche Käufer bis zu vier Fahrzeuge.

Für E-Motorräder, E-Roller, E-Dreiräder und elektrische Quads sieht die Regierung eine Förderung in Höhe von 50 Prozent des Kaufpreises (einschließlich MwSt.) bis maximal 1.500 Euro vor. Auch hier erhalten Privatpersonen einen Zuschuss für ein Fahrzeug, gewerbliche Käufer hingegen für bis zu vier Exemplare.

Die Regierung Portugals hat zusätzlich zu den Elektrofahrzeugen auch einen Teil der Fördersumme für die Anschaffung von Ladestationen für Mehrfamilienhäuser reserviert. Die eigentliche Lademöglichkeit wird mit 80 Prozent des Einzelhandelspreises bezuschusst. Gedeckelt ist die Förderung bei 800 Euro pro Ladestation. Zusätzlich werden die elektrischen Installationsarbeiten mit 80 Prozent der Kosten (maximal 1.000 Euro pro Stellplatz) bezuschusst. Die Förderung ist auf eine Ladestation pro Wohnungseigentümer begrenzt, maximal jedoch auf zehn Ladestationen pro Wohneinheit.

Ziel dieser Maßnahme ist es laut der portugiesischen Regierung, die Dekarbonisierung des Verkehrssektors zu unterstützen, „der für den Großteil der Kohlenstoffemissionen in Portugal verantwortlich ist“. Und letztlich auch die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten voranzutreiben und die Nutzung nachhaltigerer Mobilitätsformen zu fördern.

„Wir setzen uns für die Reduzierung der Emissionen im Verkehrssektor ein. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung, die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen. Die Aufgabe der Regierung besteht darin, die Dekarbonisierung zu fördern und die Menschen bei der Vorbereitung auf den grünen Wandel zu unterstützen“, so Maria da Graça Carvalho, Ministerin für Umwelt und Energie.

theportugalnews.com, portugal.gov.pt, fundoambiental.pt (beide auf Portugiesisch)

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