CATL bestellt große Mengen LFP-Kathoden bei Ronbay

Der chinesische Kathodenmaterial-Anbieter Ronbay Technology hat einen Vertrag mit CATL über die Lieferung von LFP-Kathodenmaterial unterzeichnet. Außerdem investiert CATL direkt in einen weiteren LFP-Hersteller – der zeitliche Zusammenhang ist kein Zufall.

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Bild: CATL

Die ersten Chargen von Ronbay dürften noch zeitnah an den weltgrößten Batteriehersteller gehen, denn der Vertrag hat wohl eine Laufzeit vom ersten Quartal 2026 bis 2031. Das berichtet CN EV Post unter Berufung auf eine Börsenmitteilung. Ronbay rechnet damit, CATL während der Vertragslaufzeit mit 3,05 Millionen Tonnen LFP-Kathodenmaterial zu beliefern.

Der Gesamtwert des Auftrags soll sich demnach auf 120 Milliarden Yuan belaufen, nach aktuellem Wechselkurs entspricht das etwa 14,8 Milliarden Euro. Laut der CN EV Post handelt es sich um den bisher größten Auftrag – nicht nur für Ronbay oder CATL, sondern in der gesamten Batterieindustrie. Das überrascht ein wenig, denn Ronbay ist eigentlich auf „ternäre“ Kathodenmaterialien spezialisiert (also z.B. NMC und NCA) und erst 2025 in den LFP-Sektor eingestiegen.

Der Großauftrag hat aufgrund seiner Umfänge potenzielle Auswirkungen auf die gesamte Branche. Da Ronbay Technology an der Börse in Shanghai notiert ist, wurde das Unternehmen von der Shanghaier Börse dazu aufgefordert, unter anderem die jährlichen Produktionskapazitäten, die auf die Vereinbarung zurückgehen, zu benennen. Zudem wird Ronbay verpflichtet, sich zu potenziellen Auswirkungen auf Rohstoffpreise, Unsicherheiten bei der Beschaffung und „der Unvorhersehbarkeit von Produktionskapazitätsreserven“ zu äußern. Die Börse Shanghai befürchtet wohl, dass Ronbay den Rohstoffmarkt leer kaufen könnte oder mit seiner Verhandlungsmacht aufgrund der hohen Abnahmemengen die Preise drücken kann, was anderen Anbietern nicht möglich ist.

Allerdings wird sich CATL bei der Beschaffung von LFP-Materialien nicht alleine auf Ronbay verlassen. Denn CATL plant wohl auch, in einen weiteren chinesischen LFP-Materialzulieferer, Fulin Precision Machining, zu investieren. Wie das an der Börse Shenzehn notierte Fulin ebenfalls per Börsenmitteilung verkündet hat, ist CATL im Rahmen einer Privatplatzierung als strategischer Investor mir 3,18 Milliarden Yuan (umgerechnet etwa 390 Millionen Euro) eingestiegen. Damit wird CATL, das bisher nicht an Fulin beteiligt war, etwas über fünf Prozent der Anteile halten, wenn die Transaktion abgeschlossen ist.

Fulin plant nach eigenen Angaben, die eingeworbenen Mittel für mehrere Projekte einzusetzen. Darunter soll der Ausbau auf eine jährliche Produktionskapazität von 500.000 Tonnen für LFP-Materialien zur Energiespeicherung sein, aber auch die Produktion „wichtiger Komponenten für elektrische Antriebssysteme von Elektrofahrzeugen“.

Dass die beiden Maßnahmen rund um die LFP-Lieferkette von CATL zeitlich so nah beinander liegen, ist kein Zufall: Seit dem vierten Quartal sind die Preise für Lithiumcarbonat in China enorm gestiegen, egal ob in Industrie- oder Batteriequalität. Alleine seit September sind die Spotpreise für Lithiumcarbonat in Batteriequalität in China um 73 Prozent gestiegen und liegen derzeit bei etwa 164.000 Yuan pro Tonne (20.200 Euro). Anfang Dezember lag der Spotpreis noch bei 95.000 Yuan, umgerechnet 11.700 Euro. Weite Teile des Jahres 2025 hat eine Tonne Lithiumcarbonat in Batterie- oder Industriequalität weniger als 80.000 Yuan (ca. 9.900 Euro) gekostet. Lithiumcarbonat wird für LFP-Zellen benötigt, während NMC-Zellchemien Lithiumhydroxid verwenden.

cnevpost.com

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