Logistik Schmitt meldet gut 50 Elektro-Trucks im Einsatz
Die Walter Schmitt GmbH – im operativen Geschäft als Logistik Schmitt bekannt – meldet ein wichtiges Etappenziel bei seinem Flotten-Umbau hin zu einer klimafreundlichen Logistik. Seit Jahresbeginn ist die Hälfte des Eigenfuhrparks von Diesel- auf Elektro-Lkw umgestellt. Dabei kommen Modelle verschiedener Hersteller zum Einsatz, jedoch vorrangig Mercedes-Stromer. Insgesamt umfasst die firmeneigene Flotte von Schmitt Logistik rund 100 Einheiten, wobei der Anteil der Diesel-Trucks auch über die aktuelle Schwelle hinaus sukzessive weiter sinken soll.
Kurz zur Firma selbst: Schmitt Logistik beschäftigt an acht Standorten gut 300 Mitarbeitende und verdient sein Geld mit Kontraktlogistik und Transportleistungen. Dazu unterhält Logistik Schmitt mehr als 100.000 Quadratmeter Logistikflächen, besagte rund 100 Trucks und etwa 125 Trailer, darunter auch verlängerte Sattelauflieger. Das 1948 von Walter Schmitt gegründete Unternehmen wird heute in dritter Generation geführt.
Tief verwurzelt in der Automotive-Logistik
Viele Kunden der Bietigheimer kommen dabei aus dem Automotive-Bereich. So gehört Schmitt Logistik beispielsweise zu Daimler Trucks Partnern in der Werkslogistik. In diesem Zuge setzen die Badener wie berichtet auch seit 2025 Elektro-Lkw zur Versorgung der Daimler-Truck-Werke ein. Schmitts Wirkungsbereich geht darüber aber natürlich hinaus. Mit gut 50 Batterie-elektrisch angetriebenen Trucks in variierenden Konfigurationen bedient das Unternehmen beispielsweise auch Akteuren aus der Papier-Erzeugung und dem Handel.

Mit vier Dutzend E-Lkw fühlt sich Schmitt Logistik in seiner Branche als absoluter Vorreiter, betont aber auch den Kraftakt, den die Umstellung bedeutet: „Die Elektrifizierung ist – immer auch abhängig von den Voraussetzungen vor Ort, den Einsatzprofilen der Fahrzeuge und vielen weiteren Faktoren – ein komplexes und anspruchsvolles Unterfangen“, heißt es aus der Firmenzentrale. Einen ersten eActros-Prototyp nahm der inhalbergeführte Familienbetrieb bereits 2019 auf. 2021 tauschte Schmitt die Studie dann gegen das erste Mercedes-Serienmodell. Anschließend stockte das Unternehmen rasant auf.
„Es gibt für uns kein Zurück mehr“, äußert Geschäftsführer Rainer Schmitt. „Die Fahrzeuge haben ihre Praxistauglichkeit im Transportalltag eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Daher sind wir von unserem Null-Emissions-Pfad nicht mehr abzubringen.“ Die Investitionen in die Elektromobilität sind dabei allerdings immens: Um die Transformation in die Wege zu leiten und um ein Elektro-Ökosystem aus Fahrzeugen, Ladeinfrastruktur, Speicher und Photovoltaik aufzubauen, nimmt das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Rainer Schmitt betont, dass es sich dabei um eine der höchsten Investitionen in der Firmengeschichte handele.
E-Lkw von Mercedes, MAN, Volvo – und Terberg
Zum Fuhrpark gehören inzwischen konkret zwei Dutzend Fernverkehrs-Sattelzugmaschinen des Typs eActros 600 von Mercedes-Benz und ein weiteres Dutzend des Typs eTGX von MAN in Lowliner-Ausführung. Hinzu kommen mehrere Exemplare des eActros 300, der als Zugmaschine im Nah- und Regionalverkehr unterwegs ist. Schon länger Teil des Fuhrparks sind zudem zwei Volvo FM Electric-Zugmaschinen. Die vierte und neueste Elektro-Marke bei Logistik Schmitt bildet neuerdings Terberg, dessen Fahrzeuge Trailer (Modell YT) und Wechselbrücken (Modell BC) rangieren beziehungsweise umsetzen.
Wer die Marke nicht kennt: Bei Terberg handelt es sich um einen niederländischen Hersteller von Flurförderfahrzeugen und Sonder-Lkw. Schmitt Logistik bezeichnet die Terberg-Fahrzeuge denn auch als elektrische Spezialfahrzeuge, die im Zuge eines neuen Kundenprojekts seit Jahresbeginn auf dem Gelände eines namentlich nicht genannten Automobilherstellers zum Einsatz kommen.
Doch zurück zur Elektro-Strategie: Bildete die Erprobung des eActros 300 in Kooperation mit Daimler Truck vor sieben Jahren noch ein Schaufensterprojekt, hat das Unternehmen diese Phase längst hinter sich gelassen: „Bei einer Größenordnung von 50 Elektro-Trucks können wir uns kein Leuchtturmprojekt mehr leisten – der Betrieb muss für uns ein Business Case sein“, betont Rainer Schmitt. Maßgeblich für einen wirtschaftlichen Betrieb sind für ihn vor allem zwei Faktoren: eine hohe Produktivität und ein niedriger Strompreis.
Wirtschaftlichkeit hat oberste Priorität
Ein produktiver Einsatz ist Schmitt zufolge zum Beispiel durch einen Mehrschichtbetrieb oder hohe Laufleistungen möglich. Fall eins ist gegeben, wenn die Fahrzeuge im hochfrequenten Shuttle-Verkehr für die Automotive-Logistik unterwegs sind. Fall zwei kommt im Fernverkehr zum Tragen: Als eines von wenigen Unternehmen organisiert Logistik Schmitt mit Elektro-Lkw selbst grenzüberschreitende Fernverkehre. Die entsprechende Relation führt vom badischen Bühl ins westungarische Szombathely und beträgt einfach rund 900 Kilometer. „Hohe Kilometerleistungen sind wichtig, um einen hohen Effekt bei der Lkw-Maut zu erzielen“, ist das Management überzeugt. Denn: In Deutschland sind Elektro-Lkw bekanntlich bis 2031 von der Maut befreit – je länger die mit Strom zurückgelegte Strecke, desto größer also die Maut-Einsparung.

Dreh- und Angelpunkt für einen wirtschaftlichen Einsatz ist für die Firmenverantwortlich zudem der erwähnte günstige Strompreis. „Den realisieren wir übers Depotladen, mit Stopps an öffentlichen Ladesäulen wäre keine Wirtschaftlichkeit gegeben“, erläutert Rainer Schmitt. Hin und wieder müssen trotzdem auch die E-Fahrzeuge seines Unternehmens unterwegs ihre Akkus füllen – zum Beispiel auf dem Weg nach Ungarn und zurück. Um „daheim“ günstiger zu laden, hat der Logistikdienstleister parallel zum Aufbau des Elektro-Fuhrparks auch seine Ladeinfrastruktur auf- und ausgebaut. Fünf Standorte sind inzwischen elektrifiziert. In Summe stehen den E-Trucks 13 Lkw-Ladesäulen zur Verfügung. „Mit bis zu 400 kW Ladeleistung und einem intelligenten Lastmanagement schaffen wir die Basis, um unsere E-Flotte schnell, effizient und nachhaltig mit Energie zu versorgen“, bekräftigt der Firmenchef. Auf den Pressebildern sind dabei die typischen Hypercharger von Alpitronic zu erkennen.
In Kürze folgt zudem das nächste Puzzlestück im eMobility-Ökosystem: Der Bau einer Logistik-Immobilie, die gleichzeitig als Solar-Kraftwerk für die E-Mobilität dient. Am Stammsitz in Bietigheim errichtet das Unternehmen dazu eine 7.500 Quadratmeter große Logistikhalle, deren Inbetriebnahme für Mitte 2026 geplant ist. Auf dem Dach installiert Logistik Schmitt eine Photovoltaik-Anlage, um Sonnenstrom zu gewinnen. Ein am Gebäude geplanter großer Batteriespeicher mit mindestens einem Megawatt Leistung soll die grüne Energie künftig puffern, sodass die Trucks sie bedarfsgerecht laden können, auch wenn die Sonne nicht scheint. Ebenfalls in der Planung berücksichtigt sind zwei weitere Schnellladesäulen mit jeweils 400 kW Leistung.
Bemerkenswert ist daneben, was in der Halle gelagert werden soll: In der für Gefahrstoffe geeigneten Immobilie will Logistik Schmitt zum Beispiel Hochvoltbatterien und andere Komponenten für den Elektro-Antriebsstrang lagern und kommissionieren. „Damit besetzten wir ein wichtiges Segment in der Kontraktlogistik, dürfte die Nachfrage nach Lagerflächen für Batterien und Hochvoltkomponenten in den nächsten Jahren doch stark zunehmen“, so Rainer Schmitt.
Quelle: Infos per E-Mail





0 Kommentare