ReDriveS: Schaeffler leitet neues Projekt fürs Recycling von E-Achsen
Der Achsantrieb bei Elektroautos, oft als E-Achse bezeichnet, ist eine integrierte Einheit aus Elektromotor, Leistungselektronik und Getriebe, die kompakt zusammengefasst ist. Dabei kommen u.a. Seltenerdmagnete (NdFeB) und andere strategische Materialien zum Einsatz – und diese sind in Europa kaum zu bekommen. Wegen dieser Lieferketten-Problematik, aber auch aus ökologischen Gründen wird es für Zulieferer und Autohersteller immer spannender, bereits vorhandene Elektromotoren und E-Achsen nach Ende ihrer Lebenszeit zu recyceln. Doch noch mangelt es an Verfahren und Anlagen dafür, wobei gerade in Großbritannien ein erster Großbetrieb zum Recyling der Seltenerdmagnete aus Elektromotoren eröffnet wurde.
Beim neuen Forschungsprojekt ReDriveS („Automatisierte und digitalisierte Kreislaufwirtschaftslösungen für elektrische Achsantriebssysteme“) geht es aber wie erwähnt nicht nur um E-Motoren, sondern um die ganze E-Achse. Ausgestattet ist ReDriveS mit einem Budget von 25 Millionen Euro, wobei davon über 16 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) stammen.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines industriellen, automatisierten und skalierbaren Verwertungskonzepts für elektrische Achsantriebssysteme – von der robotergeführten zerstörungsfreien Demontage über innovative Recyclingverfahren bis hin zur digitalen Datennutzung. Dadurch soll die Resilienz der Wertschöpfungskette in der Elektromobilität gestärkt werden. Zudem leistet ReDriveS einen Beitrag dazu, künftige Recyclingquoten zu erfüllen und den CO2-Fußabdruck von Elektrofahrzeugen in Deutschland und Europa zu reduzieren, der entlang der Lieferkette entsteht.
Prof. Dr. Tim Hosenfeldt, Leiter Zentrale Technologien bei Schaeffler, sagt: „Mit ReDriveS starten wir als Konsortialführer gemeinsam mit dem BMWE und starken Partnern ein Schlüsselprojekt für die Kreislaufwirtschaft in der Elektromobilität. Unser Ziel ist es, elektrische Achsantriebe über digitale Zwillinge, automatisierte Demontage und hochwertiges Recycling deutlich ressourceneffizienter zu gestalten – und damit Rohstoffe sowie Lieferketten zu sichern, CO2 zu senken und insgesamt den Standort Deutschland zu stärken.“
Einschließlich Schaeffler sind 25 Partner beteiligt, darunter AVL, Bosch, Circu Li-Ion, The Battery Lifecycle Company und Volkswagen sowie verschiedene Forschungseinrichtungen und Hochschulen wie etwa das Öko-Institut oder die TU Clausthal. Das Projekt läuft über 36 Monate.





0 Kommentare