LGES baut Pilotlinie für Natrium-Ionen-Batterien
Wie asiatische Medien berichten, hat LGES in seinem bereits vorhandenen Werk in Nanjing mit der Errichtung einer Pilotlinie für Natrium-Ionen-Batterien begonnen. In der Hauptstadt der ostchinesischen Provinz Jiangsu, die rund 300 km von Shanghai entfernt liegt, will LGES demnach die Machbarkeit einer Massenproduktion überprüfen.
Die Pilotproduktionslinie soll innerhalb dieses Jahres fertiggestellt werden, um schnell mit der Herstellung von Mustern beginnen zu können. Dabei geht LGES zweistufig vor: Im Stammwerk in Ochang in der Provinz Nord-Chungcheong wird zunächst ein A-Muster als Prototyp hergestellt. Anschließend will LGES in Nanjing ein B-Muster herstellen, das bereits einem fertigen Produkt ähneln soll. Und abschließend soll dann ein C-Muster als ein für die Massenproduktion geeignetes Produkt folgen.
Natrium-Ionen-Batterien gelten wie auch Festkörperbatterien als große Hoffnungsträger der Branche. Sie sollen besonders ressourcenschonend sein, denn Natrium kommt in der Natur reichlich vor, zum Beispiel in Meersalz oder Steinsalz. Das kann die Kosten deutlich senken. Lithium wird dagegen bislang nur in wenigen Ländern wie Chile oder China und unter oft schwierigen Bedingungen abgebaut, was zu hohen Preisen und Abhängigkeiten in der Lieferkette führt. Umgekehrt besteht die Herausforderung bei Natrium-Ionen-Batterien aktuell noch darin, die geringere Energiedichte zu kompensieren und die Technologie in industriell verwertbare und skalierbare Zellen zu übertragen.
Neben LGES arbeiten auch andere Batteriehersteller an Natrium-Ionen-Batterien, allen voran die beiden Platzhirsche CATL und BYD. So gehörte CATL bereits Mitte 2021 zu den ersten Batterieherstellern, die einen eigenen Natrium-Ionen-Akku vorstellten. Zum Jahreswechsel gab es nun ein Technologie-Update von CATL, wonach Natrium-Ionen-Akkus ab diesem Jahr in großem Umfang in Batterietauschstationen, Pkw, Nutzfahrzeugen und stationären Energiespeichern zum Einsatz kommen sollen.
BYD wiederum hat vor zwei Jahren mit dem Bau seiner ersten Fabrik für Natrium-Ionen-Batterien begonnen. Die Anlage in Xuzhou in der Provinz Jiangsu wird auf eine jährliche Produktionskapazität von 30 Gigawattstunden ausgelegt. Unterdessen hat die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) vor kurzem gemeinsam mit der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) und dem Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik (EMI) untersucht, wie sicher Natrium-Ionen-Batterien sind. Ergebnis: Die neue Batterietechnologie benötigt neue Sicherheitsmechanismen, denn diese sind nicht 1:1 von Lithium-Ionen-Batterien übertragbar.





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