Eaton will seine Mobility-Sparte abspalten
Da Eaton bereits seit über 100 Jahren börsennotiert ist, dürfte die Abspaltung wahrscheinlich ähnlich wie bei Daimler Truck ablaufen: Damals erhielt jeder Daimler-Aktionär zusätzlich Daimler-Truck-Aktien, proportional zu seinem Bestand. Entsprechend würden dann auch Eaton-Aktionäre zusätzlich Aktien der neuen Mobility Group erhalten. Darauf deutet zumindest die Formulierung hin, dass die geplante Abspaltung an der New Yorker Börse für Eaton-Aktionäre steuerfrei im Sinne der US-Bundeseinkommensteuer erfolgen soll. Theoretisch wäre aber auch noch ein Teil-IPO wie im Falle von Traton möglich, bei dem die Aktionäre der Mutter Volkswagen nicht automatisch Traton-Aktien erhielten, sondern im Rahmen einer Kapitalerhöhung neue Aktien ausgegeben und an der Börse verkauft wurden.
Das Management von Eaton begründet den Schritt damit, sich im Rahmen seiner Wachstumsstrategie 2030 auf wachstumsstärkere, margenstärkere Geschäftsbereiche in den Bereichen Elektrotechnik und Luft- und Raumfahrt konzentrieren zu wollen. Die Abspaltung der Mobility Group soll sich nach Abschluss der Transaktion unmittelbar positiv auf das organische Wachstum und die operative Marge von Eaton auswirken.
Die künftig eigenständige Mobility Group soll als globaler Partner für technische Lösungen für OEMs von Nutzfahrzeugen, Pkw und Off-Highway-Fahrzeugen fungieren und über eine starke Marktposition sowie branchenführende Technologien verfügen. Dabei geht es aber nicht nur um Elektrofahrzeuge, sondern um Fahrzeuge sämtlicher Antriebsarten. Die Mobility Group hat sich auf die Fahne geschrieben, missions- und sicherheitskritische technische Lösungen für die Erzeugung, Verteilung und Optimierung von Energie für alle Fahrzeugtypen und Antriebssysteme zu liefern.
So sieht sich die Mobility Group einerseits führenden bei Sicherungen für Elektrofahrzeuge, spielt aber andererseits auch eine wichtige Rolle bei Getrieben und Kupplungen für Nutzfahrzeuge in Nord- und Südamerika. Die Mobility Group agiert dabei laut eigenem Verständnis als „echter Innovationspartner für die Elektrifizierungsbedürfnisse von OEM-Kunden“ und bietet umfassendes Branchenwissen, proprietäre Technologien und Systemintegration.
Durch die Trennung von Eaton soll die Mobility Group mehr Flexibilität erhalten, um kurz- und langfristige Wachstumschancen zu nutzen, insbesondere in Märkten, in denen das Unternehmen mit führenden Technologien für schwere, mittelschwere und leichte Nutzfahrzeuge, Pkw und Geländefahrzeuge gut positioniert ist.
Eigenständige Wachstumschancen nutzen
Paulo Ruiz, CEO von Eaton, erklärte: „Wir sind unglaublich stolz auf das, was unser Mobility-Team aufgebaut hat, und glauben, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, diesen Geschäftsbereich auszugliedern. Als unabhängiges Unternehmen wird Mobility auf seiner starken Position als weltweit führender Anbieter aufbauen und über die strategische Ausrichtung und Agilität verfügen, Kapital und Ressourcen optimal einzusetzen, um seine Kunden bestmöglich zu bedienen, eigenständige Wachstumschancen zu nutzen und Innovationen voranzutreiben.“
Eaton hat in den vergangenen Jahren immer wieder im Bereich Elektromobilität von sich reden gemacht: 2021 kaufte das Unternehmen den Ladestationsanbieter Green Power aus der Schweiz. Später stellte Eaton dann gemeinsam mit der Schweizer Firma AMP IT für Gebäudeeigentümer in der Schweiz eine ganzheitliche Lösung für das Laden von Elektrofahrzeugen bereit. Gemeinsam mit ChargePoint hat Eaton zuletzt eine Ladelösung namens ChargePoint Express Grid entwickelt, die bis zu 600 kW Leistung für Elektro-Pkw und Megawatt-Ladeleistungen für schwere Nutzfahrzeuge bereitstellen kann. Außerdem entwickelte Eaton zusammen mit dem E-Antriebspezialist BAE Systems elektrische Antriebslösungen für Nutzfahrzeuge.





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