VW weitet US-Rückruf für ID.4 aus

Volkswagen hat in den USA zwei separate Rückrufaktionen für insgesamt 44.551 Exemplare des ID.4 gestartet. Dabei geht es jeweils um eine potenzielle Brandgefahr aufgrund von Batteriefehlern – mit einer sehr ähnlichen, aber doch leicht unterschiedlichen Ursache.

Vw id4 usa chattanooga
Bild: Volkswagen

Das hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA am Dienstag mitgeteilt. Bei der größeren Rückrufaktion, die 43.881 Fahrzeuge der Modelljahre 2023–2025 betrifft, kann die Traktionsbatterie überhitzen – das erhöhe das Risiko eines Feuers, so die Behörde. Die Händler werden die Batteriesoftware aktualisieren und bei Bedarf den Akku kostenlos ersetzen. Von den fast 44.000 Fahrzeugen soll ein Prozent den Defekt aufweisen, so die Erwartung. Die betroffenen Fahrzeuge wurden zwischen dem 2 September 2022 und dem 10. April 2025 gefertigt.

Zusätzlich ruft Volkswagen 670 ID.4 aus den Modelljahren 2023–2024 zurück. Was bei der NHTSA als separater Rückruf geführt wird, hängt tatsächlich mit dem ersten, größeren Rückruf zusammen. Hier geht VW allerdings davon aus, dass alle der 670 Fahrzeuge mit Produktionsdatum zwischen dem 3. November 2022 und 22. September 2024 von dem Problem betroffen sind. Im Dezember war zunächst von 311 betroffenen Exemplaren die Rede, jetzt sind es 670.

Hintergrund sind falsch ausgerichtete Elektroden in bestimmten Batteriemodulen. Der Zulieferer der Batteriezellen, SK Battery America, hat eingeräumt, dass es in einem bestimmten Produktionszeitraum eine „Qualitätsabweichung“ gab, sprich die Elektroden nicht korrekt ausgerichtet wurden. Die 670 ID.4 aus dem zweiten Rückruf haben gesichert Batteriezellen aus dem besagten Produktionszeitraum.

Zwischen Mitte Dezember 2025 und Mitte Januar 2026 hat der „Zulieferer“ (also SK Battery America) ein zweites Hardware-Problem in seiner Produktion entdeckt, was ebenfalls zu einer weiteren Problematik mit falsch ausgerichteten Elektroden führen kann. Hier ist es zwar noch zu keinen Bränden gekommen, die Software zur Selbstentladungserkennung hat aber in mindestens drei bekannten Fällen eine Warnung ausgelöst, weil die Batterie zu warm wurde – aber eben nicht gebrannt hat.

Aufgrund des ersten Problems ist es allerdings zu einigen Fahrzeugbränden gekommen. Zunächst konnten VW und SK Innovation nur die Hochvolt-Batterie allgemein als Ursache ausmachen, nicht aber den genauen Defekt feststellen. Erst nach langen Gesprächen hat SK Innovation in einer Tear-Down-Analyse die Problematik mit den falsch ausgerichteten Elektroden entdeckt und konnte das dann bekannte Problem auch in den CT-Bildern der anderen beschädigten Batterien als Ursache nachweisen. In der Folge konnten dann spezifische Module ermittelt werden, in denen die nicht korrekt hergestellten Zellen verbaut waren – was dann zu dem Rückruf geführt hat.

Wichtig: Von den Problemen sind nur ID.4 aus der US-Produktion von Volkswagen in Chattanooga, Tennessee, betroffen. Diese Fahrzeuge nutzen Batteriezellen aus einem US-Werk von SK Battery America im Bundesstaat Georgia. Die europäischen ID.4 aus Zwickau und Emden nutzen andere Batteriezellen, die nicht in Georgia hergestellt wurden.

reuters.com, nhtsa.gov (PDF zu Rückruf I), nhtsa.gov (PDF zu Rückruf II)

2 Kommentare

zu „VW weitet US-Rückruf für ID.4 aus“
Micha
27.01.2026 um 13:55
Hört man leider immer wieder, fast immer von irgendwelchen "zweitklassigen" Batterieherstellern. In einem solchen Fall sollte es Pflicht sein, die betroffenen Batterien auch wirklich zu tauschen. Und nicht nur, wie Mercedes es bei EQA/EQB gemacht hat, Ladeperformance und Kapazität deutlich zu reduzieren.
Tom
27.01.2026 um 15:23
Wieso 2. klassig - SK On gehört zu SK Gruppe (SK Innovations) aus Süd-Korea. Das ist eine amerikanische Produktions-Tochter.

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