Tesla baut in Fremont humanoide Roboter statt Model S/X
Das kündigte Elon Musk bei der Bekanntgabe der neuen Geschäftszahlen an. Das Model S war nach dem Roadster das zweite Tesla-Modell überhaupt und ist seitdem im Programm – allerdings mit mehreren technischen und optischen Aufwertungen. Die Grundkonstruktion des Model S ist seit dem Produktionsbeginn Mitte 2012 im Kern gleich geblieben. 2015 kam das SUV Model X mit den auffälligen „Falcon Wing“-Flügeltüren hinzu, das seitdem ebenfalls in mehrfach überarbeiteter Form angeboten wird.
„Es ist an der Zeit, die Model-S- und Model-X-Programme im Grunde ehrenhaft zu beenden, denn wir bewegen uns wirklich auf eine Zukunft zu, die auf Autonomie basiert“, so Musk. Den Moment bezeichnete er zwar als „traurig“, er sei Teil des Wandels des Unternehmens zu einem Spezialisten für autonomes Fahren und Robotik.
Auch andere E-Modelle verschwinden vom US-Markt
Der Zeitpunkt, zu dem nun die beiden Tesla-Baureihen eingestellt werden, fällt einerseits mit der lange angekündigten Transformation Teslas von einem Elektroauto-Hersteller zu einem KI-Tech-Konzern zusammen – schließlich wird die Produktion nicht einfach so eingestellt, sondern durch den Optimus-Roboter ersetzt. Andererseits könnten vermutlich für die Fertigung der Roboter auch neue oder andere Flächen genutzt werden, wenn es den unbedingten Willen geben würde, die beiden Oberklasse-Modelle weiter zu bauen.
Doch die Absatzzahlen sind seit Jahren wohl überschaubar – genau kann es anhand der Tesla-Veröffentlichungen nicht mehr gesagt werden, denn seitdem das Angebot um den Cybertruck ergänzt wurde, werden das Model S und Model X gemeinsam mit dem Pickup als „andere Modelle“ aufgeführt. Und von diesen „anderen Modellen“ hat Tesla 2025 nur 50.850 Exemplare verkauft – im Vergleich zu 1,6 Millionen Model 3 und Model Y. Da auch der heimische US-Markt unter Präsident Donald Trump vor einer ungewissen Zukunft steht, haben auch andere Hersteller bereits Elektromodelle für den US-Markt gestrichen. Wenn bei dem ohnehin überschaubaren Absatz der „anderen Modelle“ nun auch noch die US-Nachfrage unklar ist, könnte das Teil der Überlegungen gewesen sein, die Flächen in Fremont künftig für den Optimus-Roboter zu nutzen.
Zumal die Produktion mit den beiden Oberklasse-Modellen nicht gut ausgelastet war. Bei rund 51.000 Model S, Model X und Cybertrucks insgesamt laufen die Bänder wohl nur mit einem Drittel der möglichen Kapazität. Insgesamt kann Tesla laut dem aktuellen Geschäftsbericht 100.000 Model S/X in Fremont bauen und über 125.000 Cybertruck in Texas. Da die genaue Aufteilung innerhalb der „anderen Modelle“ nicht bekannt ist, sind keine konkreten Rückschlüsse auf die Auslastung in Fremont möglich – gut ist sie aber auf alle Fälle nicht.
Tesla geht davon aus, dass die Produktion der humanoiden Roboter deutlich weniger Platz einnimmt als die der E-Autos. Auf den Flächen, auf denen bisher die Produktionsanlagen für 100.000 E-Autos stehen, sollen künftig bis zu eine Million Optimus-Roboter hergestellt werden – so zumindest die Ankündigung.
Unter anderem dafür will Tesla die Investitionen in 2026 auf über 20 Milliarden US-Dollar verdoppeln. Der Großteil dieser Ausgaben wird aber nicht in das traditionelle Geschäft mit dem Verkauf von Elektroautos fließen, sondern eben in den Optimus-Roboter, die autonomen Cybercab-Robotaxis, den E-Lkw Semi sowie die eigene Batterie- und Lithiumproduktion. „Das wird ein Jahr mit sehr hohen Investitionsausgaben“, sagte Musk in dem Investoren-Call. „Wir tätigen große Investitionen für eine großartige Zukunft.“





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