VW schickt neue E-Auto-Architektur CEA für China in die Serie
Volkswagen hat bereits vor einiger Zeit erkannt, dass es für die Kehrtwende im schwächelnden China-Geschäft – 2025 ging der Absatz insgesamt um 8 Prozent und bei E-Autos sogar um 44 Prozent zurück – dort künftig noch mehr auf die Strategien „local for local“ und vor allem „China Speed“ setzen muss. Um Innovationstempo und Time to Market deutlich zu erhöhen, ist VW deshalb bereits 2023 eine enge Partnerschaft mit Xpeng eingegangen, einem chinesischen E-Auto-Vorreiter. Zudem hat Volkswagen in Hefei das neue Entwicklungszentrum VCTC hochgezogen, das neue Fahrzeugprojekte und Technologien eigenständig für den chinesischen Markt entwickeln und validieren soll. Heißt: Entscheidungen sollen schnell vor Ort getroffen werden, eine Abstimmung mit Wolfsburg über jedes Detail soll dagegen nicht erfolgen.
Die Maßnahmen tragen nun ihre Früchte: Die nun serienreife China Electronic Architecture (CEA) ist eine zonale elektronische und elektrische Architektur (kurz: E/E-Architektur) mit leistungsstarken Zentralrechnern. Sie ist im Grunde das chinesische Pendant für die E/E-Architektur, die VW aktuell mit Rivian für westliche Märkte entwickelt. Eingesetzt werden soll die CEA als erstes im neuen ID.UNYX 07, einer Elektro-Limousine, die mit 4,85 Meter Länge rund elf Zentimeter kürzer als der europäische ID.7 ausfällt und mit 170 kW motorisiert ist. Nach nur 13 Monaten Entwicklungszeit erfolgte am 31. Dezember 2025 der Produktionsstart, wie das „Handelsblatt“ berichtet. In Kürze soll zudem der E-SUV ID.UNYX 08 folgen, der auf dem G9 von Partner Xpeng basiert.
Laut Volkswagen-Konzern reduziert die CEA die Anzahl der elektronischen Steuergeräte um rund 30 Prozent und verringert damit die Systemkomplexität erheblich. Dies soll eine stabile Grundlage für fortschrittliche KI-Cockpit-Funktionen, Fahrerassistenzsysteme (ADAS) und Over-the-Air-Updates für das gesamte softwaredefinierte Fahrzeug (SDV) liefern. Obendrauf kommt der viel zitierte „China Speed“: Die Entwicklungszyklen für neue Fahrzeuge sollen mit der CEA um bis zu 30 Prozent sinken. Die Entwicklungskosten für neue Modelle sollen sogar um bis 50 Prozent geringer ausfallen. Und die Produktionskosten von neuen E-Autos sind in China 50 Prozent niedriger als in Deutschland, so VCTC-Chef Thomas Ulbrich. Letzteres dürfte aber natürlich auch an niedrigeren Löhnen und Wechselkurseffekten liegen.
Volkswagen-Chef Oliver Blume sagt: „Der Produktionsstart unserer ersten zonalen Elektronik Architektur ist ein weiterer Meilenstein unserer Strategie ‚In China, for China‘. Der Volkswagen Konzern liefert – schnell und zuverlässig. In nur 18 Monaten haben wir erstmals eine komplett neue, skalierbare Elektronikarchitektur von der Entwicklung bis zur Serienproduktion realisiert – mit derselben hohen Qualität und Sicherheit, die unsere Kundinnen und Kunden von Volkswagen erwarten.“
Die CEA ermögliche softwaregetriebene Innovationen über alle Antriebsarten hinweg, beschleunige den Ausbau des VW-Portfolios intelligenter vernetzter Fahrzeuge in China und sei ein wichtiger Bestandteilder weltweiten Softwarestrategie des Konzerns auf „unserem Weg zum globalen Technologietreiber der Automobilindustrie“, so Blume weiter.
Auch wenn der Name China Electric Architecture zunächst nach Elektroautos klingt, so betont VW, dass es sich um eine Plattform für verschiedene Antriebsarten vom für E-Auto über Hybrid- bis zu Verbrennermodellen handelt.
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