BYD-Absatz sinkt im Januar um 30 Prozent

Der chinesische Marktführer BYD hat im ersten Monat des Jahres 2026 205.500 Elektroautos und Plug-in-Hybride verkauft. Das sind 30,1 Prozent weniger als im Januar 2025. Um wieder auf den Wachstumspfad zu kommen, setzt BYD auf die Übersee-Märkte – und ein neues Ride-Hailing in China.

Byd qin plus dm i phev china
BYD Qin Plus PHEV
Bild: BYD

Insgesamt hat BYD 210.051 ausgelieferte New Energy Vehicles (NEV) in der Januar-Bilanz stehen, also Fahrzeuge mit Batterie-elektrischem Antrieb und Plug-in-Hybride. Auch Fahrzeuge mit Range-Extendern und Brennstoffzelle fallen unter die NEV, BYD bietet diese Antriebe aber nicht an. In dieser Zahl enthalten sind Autos und die Nutzfahrzeuge, also Lkw und Busse. Der Rückgang zum Januar 2025 liegt bei 30,1 Prozent, zum Vormonat sogar bei 50 Prozent.

Bei den Pkw, die den überwiegenden Teil des BYD-Geschäfts ausmachen, sieht es nicht viel anders aus. Hier sind es 205.518 NEV-Pkw, 30,7 Prozent unter dem Vorjahr und 50,4 Prozent unter dem Dezember 2025. Sowohl bei den Autos als auch den Gesamtzahlen liegt BYD recht genau auf dem Niveau des Januars 2024. Bei den Nutzfahrzeugen steht mit 4.533 Fahrezeugen jedoch ein leichtes Plus von 10,8 Prozent zum Vorjahr.

Interessant wird es, wenn man innerhalb der BYD-Pkw auf die Antriebsarten blickt: Zuletzt lag die Verteilung zwischen BEV und PHEV bei BYD recht genau bei 50:50, im Gesamtjahr 2025 waren es etwa 2,26 Millionen BEV und 2,29 Millionen PHEV. Im Januar 2026 schlägt das Pendel aber stark in Richtung der Teilzeit-Stromer aus: Die Batterie-elektrischen Autos kamen auf 83.249 Einheiten, 33,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Plug-in-Hybride haben hingegen „nur“ um 28,5 Prozent verloren und kommen auf 122.269 Einheiten. So ist im Januar aus der 50:50-Verteilung grob eine 60.40-Verteilung zugunsten der PHEV geworden. Ein echter Erfolg für die Teilzeit-Stromer ist das aber nicht: Es ist der zehnte Monat in Folge mit Rückgängen im Jahresvergleich, seit Mai 2025 liegen die BYD-PHEV jeweils unter den Vorjahres-Ergebnissen.

Als Hintergrund der Rückgänge und auch der sich verschiebenden Verteilung gilt der nach wie vor in China wütende Preiskampf unter den Elektroauto-Herstellern. Allerdings scheint BYD dabei nicht mehr so bei den chinesischen Kunden punkten zu können wie noch im vergangenen Jahr. Daher setzt BYD zunehmend auf die Verkäufe außerhalb Chinas. Im Januar hat das Unternehmen 100.482 NEV exportiert, 51,5 Prozent mehr als vor einem Jahr (aber 24,5 Prozent weniger als im Dezember). Allerdings sollen die Übersee-Verkäufe in Zukunft zunehmend auch außerhalb China gebaut werden, was der Auslastung der heimischen Werke nicht hilft. Wie jetzt bekannt wurde, läuft das erste Autowerk von BYD in Europa, die Fabrik im ungarischen Szeged, inzwischen im Probebetrieb.

Wenn schon die Verkäufe an Privat- und Gewerbekunden in China immer schwieriger werden, arbeitet BYD offenbar daran, sich einen weiteren Absatzkanal aufzubauen. In China hat das Unternehmen jetzt die Ride-Hailing-Marke Linghui vorgestellt. Unter dieser fünften Marke sollen Fahrzeuge speziell für Fahrdienstvermittler angeboten werden. Die genaue Ausrichtung der Marke ist noch nicht bekannt, denn zum Launch der eigenen Weibo-Seite von Linghui hält sich BYD noch mit Informationen zurück. Aus dem Fahrzeugkatalog des Industrieministeriums war allerdings schon bekannt geworden, dass Linghui zunächst drei Batterie-elektrische Limousinen und einen PHEV-Minivan anbieten wird. Das günstigste Modell, der Linghui e5, basiert auf dem BYD Qin Plus EV und ist eine 4,80 Meter lange Elektro-Limousine.

Laut Car News China soll sich Linghui auf den Verkauf von Fahrzeugen für Fahrdienstvermittler, Taxis und Firmenwagen konzentrieren. Dafür wird wohl ein eigenständiges Vertriebsnetz aufgebaut, das auf diese Gewerbekunden spezialisiert ist und sich vom üblichen Pkw-Vertrieb in China unterscheidet. Unklar ist, ob sich Linghui dauerhaft auf Fahrzeuge auf BYD-Basis fokussiert oder künftig auch eigenständigere Modelle anbieten wird.

cnevpost.com (Januar-Absatz), carnewschina.com (Linghui)

0 Kommentare

zu „BYD-Absatz sinkt im Januar um 30 Prozent“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert