Erstmals Made in Europe: BYD beginnt in Ungarn mit Pkw-Testproduktion
Noch auf der IAA Mobility im September hatte BYD bekräftigt, die Produktion in Ungarn vor Ende 2025 aufnehmen zu wollen. Nun ist es Ende Januar 2026 geworden – zumindest was die Testfertigung angeht. Die Serienproduktion soll erst im zweiten Quartal anlaufen. Bereits im Sommer hatte es Gerüchte über eine Verzögerung gegeben, die BYD aber umgehend dementierte. Mit einigen Wochen bzw. Monaten Verzug liegt der chinesische Hersteller nun im Endeffekt auch nicht großartig hinter den ursprünglichen Zeitplan. Dass am Standort inzwischen testweise produziert wird, äußerte Bürgermeister László Botka bei einer öffentlichen Veranstaltung.
Laut Botka wird die Produktion des Werks über mehrere Jahre hinweg auf die geplante Kapazität von 200.000 Fahrzeugen pro Jahr hochgefahren – parallel zu einem schrittweisen Anstieg der Beschäftigung. Aktuell sollen im Werk 960 Mitarbeiter angestellt sein, darunter überwiegend Einheimische, aber auch „hauptsächlich asiatische Gastarbeiter“, wie etwa das Magazin Hungarian Conservative berichtet. Die Fabrik wurde auf einem 300 Hektar großen Gelände errichtet, wobei der Grund teils von vielen einzelnen Privatbesitzern abgekauft werden musste, was auch angesichts mehrere Klagen einige Zeit gebraucht hat.
Wir erinnern uns: BYD hatte Ende 2023 bei der Ankündigung seines Werks in Ungarn publik gemacht, die Fabrik binnen drei Jahren in Betrieb nehmen zu wollen. Es folgten BYDs Boom-Jahre und der Hersteller informierte alsbald, noch schneller werden zu wollen und das Werk in Szeged schon Ende 2025 eröffnen zu wollen. Kurz vor Ende dieser Frist korrigierte BYD-Topmanagerin Stella Li, dass nur die Bauarbeiten bis zum Jahreswechsel abgeschlossen sein sollen. Und die Serienfertigung eben erst im ersten Halbjahr 2026 startet. Wann genau die offizielle Eröffnung des Werks erfolgen soll, ist laut Bürgermeister László Botka weiter unklar.
Gebaut werden soll in Ungarn wohl zuerst der Dolphin Surf – also jener Elektro-Kleinwagen, der in China als BYD Seagull verkauft wird. Das hatte Stella Li auf der IAA in München angekündigt. Der Dolphin Surf „wird die in Europa für Europa gebauten BYD-Fahrzeuge anführen“, teilte das Unternehmen im September konkret mit.
Klar ist: Ungarn hat der chinesische Hersteller schon länger als seine Tür nach Europa auserkoren: Bereits seit 2017 baut BYD in Komárom E-Busse für den europäischen Markt. Hinzu kommt ein Batterie-Montagewerk in Fót sowie eines in Páty. Vor allem aber hat BYD 2025 seine Europazentrale aus den Niederlanden nach Ungarn verlegt – konkret in den 11. Hauptstadtbezirk von Budapest. An die Zentrale ist dabei ein Forschungs- und Entwicklungszentrum (mit Fokus auf intelligente Fahrtechnologien und Elektrofahrzeugsysteme der nächsten Generation) angeschlossen.
Das zweite europäische Automobilwerk von BYD soll übrigens schon dieses Jahr in der Türkei folgen. Die dort hergestellten Elektroautos werden dank einer Zollunion ebenso wie die Autos aus Ungarn von den Sonderzöllen der EU befreit sein. Daneben soll BYD laut Insider-Berichten bereits mit einem dritten Pkw-Werk in Europa liebäugeln – offenbar in Spanien.





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