Robotaxi-Dienst Waymo sammelt 16 Mrd. Dollar von Investoren ein

Die Google-Schwester Waymo hat ihre schon länger geplante neue Finanzierungsrunde abgeschlossen – und hat dabei Zusagen über 16 Milliarden US-Dollar erhalten. Mit der enormen Summe will Waymo die Expansion seines Robotaxi-Dienstes deutlich beschleunigen.

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Bild: Waymo

Das frische Kapital kommt dabei von einer Vielzahl von Investoren: Alphabet, der gemeinsame Mutterkonzern von Google und Waymo, setzt seine „starke und kontinuierliche Unterstützung als Mehrheitseigner fort“, während die Wagniskapitalfirmen Dragoneer Investment Group, DST Global und Sequoia Capital als Lead-Investoren der neuen Finanzierungsrunde aufgeführt werden. Neben den frisch eingeworbenen 16 Milliarden US-Dollar hatte Waymo bei früheren Runden schon 11 Milliarden US-Dollar eingesammelt, so dass das Unternehmen auf ein „Total Raise“ von rund 27 Milliarden US-Dollar kommt.

Schwindelerregend ist auch die Bewertung von Waymo, das aus dem Google Self-Driving Car Project hervorging und bis heute wie Google im kalifornischen Mountain View sitzt. Das Unternehmen wurde von den Investoren mit 126 Milliarden US-Dollar taxiert. Das ist in etwa soviel wie der Börsenwert von Mercedes-Benz und VW zusammen – oder auch wie von BMW und Mercedes-Benz zusammen. Das unterstreicht, wie stark Investoren zukünftiges Wachstumspotenzial im autonomen Fahren (Robotaxi, Software, Daten-Ökosysteme) bewerten, auch wenn die aktuellen Umsätze noch klein sind. Schließlich werden bei Finanzierungsrunden wie auch an der Börse eher die Zukunftschancen bei der Bewertung berücksichtigt als die Ist-Situation.

Neue Ära des Transports

„Als Technologieführer im Billionen-Dollar-Transportmarkt hat Waymo die Forschungsmeilensteine ​​hinter sich gelassen und operative Exzellenz erreicht. Innerhalb nur eines Jahres konnte das Unternehmen die Anzahl der wöchentlich bezahlten Fahrten verdreifachen und gleichzeitig die Kundenzufriedenheit beibehalten“, so Konstantine Buhler, Partner beim Investor Sequoia . „Waymo ist ein außergewöhnliches Unternehmen, das seinen wachsenden Datenvorsprung nutzt, um eine neue Ära des Transports und eine Sicherheitskultur einzuleiten, die Millionen von Leben retten kann.“

Waymo hat 2026 zum Jahr der massiven Expansion ausgerufen. Während in der Vergangenheit meist viele Monate zwischen dem Start in einer Stadt und der nächsten Stadt vergingen, so sollen dieses Jahr gleich 20 neue Städte dazukommen. Darunter auch die beiden erste Märkte außerhalb der USA, nämlich London und Tokio. In der japanischen Metropole laufen bereits länger Tests von Waymo, um das Fahrzeug auf Linksverkehr zu trainieren.

Bislang war Waymo in Phoenix, San Francisco, Los Angeles, Austin und Atlanta aktiv, in der zweiten Januarhälfte 2026 erfolgte dann der Launch in Miami. Bekannt sind zudem bereits Pläne für einen Start in diesem Jahr in  Dallas, Houston, San Antonio und Orlando. Auch Detroit, Las Vegas und San Diego stehen bereits auf der Liste, genauso Denver, Nashville und Washington, D.C. In einer Übersicht auf seiner Website führt Waymo zudem weitere elf Städte wie etwa New York auf, wo „Driving Experiences“ durchgeführt werden oder wurden. So bezeichnet Waymo Städte, in denen Kartierungsfahrten („Mapping“) und Testfahrten mit Sicherheitsfahrer durchgeführt werden.

Schon 400.000 Fahrten pro Woche in nur sechs Städten

In der Mitteilung zur Finanzierungsrunde nennt Waymo auch einige interessante Meilensteine: So hat das Unternehmen 2025 sein jährliches Fahrtenvolumen auf 15 Millionen Fahrten mehr als verdreifacht und die Marke von 20 Millionen Fahrten insgesamt bereits überschritten. Aktuell liegt Waymo nun bei mehr als 400.000 Fahrten pro Woche in den oben genannten sechs großen US-amerikanischen Metropolregionen. Und auf über 127 Millionen Meilen (rund 204 Millionen Kilometer) vollautonomen Fahrens will Waymo die Zahl schwerer Unfälle um 90 Prozent gegenüber Autos mit menschlichem Fahrer reduziert haben.

Ganz vermeiden lassen sich Unfälle aber auch von Robotaxis nicht: So ist vor kurzem ein Grundschulkind von einem Waymo-Fahrzeug in Santa Monica angefahren worden, nachdem es plötzlich und unerwartet auf die Fahrbahn gelaufen war. Waymo betont aber, durch die schnelle Reaktion und starke Bremsung des Robotaxis konnten schwere Verletzungen des Kindes verhindert werden, die es möglicherweise mit einem menschlichen Fahrer mit höherer Reaktionszeit gegeben hätte.

waymo.com, spiegel.de

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