Batterie-Engpass bei ACC drückt wohl Stellantis-Produktion
Wie Bloomberg aus informierten Kreisen erfahren haben will, sollen diese Probleme bei der Batterie-Versorgung aus der französischen Zellfabrik „Verzögerungen bei einigen Elektromodellen“ zur Folge haben. ACC könne derzeit nur etwa 1.000 Autos pro Monat mit den Batterien ausstatten, was weit unter dem ursprünglichen Ziel liegt, schreibt die Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Informanten. ACC soll jetzt ein Team von Experten aus China hinzugezogen haben, um die Produktion anzukurbeln und hohe Ausschussraten zu vermeiden.
Diese Zahl hat ACC nicht direkt kommentiert, aber grundsätzlich Probleme eingeräumt. „Der Hochlauf gestaltet sich schwierig, aber wir lernen täglich dazu und tun unser Möglichstes, um unsere Kunden bestmöglich zu betreuen“, hat ACC-Generalsekretär Matthieu Hubert auf Anfrage von Bloomberg erklärt, wollte aber keine weiteren Details nennen. Der Autobauer Stellantis hat auf eine Bloomberg-Anfrage nicht reagiert.
Lieferverzögerungen von bis zu acht Monaten
Stellantis setzt die Batteriezellen aus der ACC-Fabrik in Douvrin unter anderem in E-Autos auf Basis der Konzernplattform STLA Medium ein, Bloomberg nennt als Beispiele den Peugeot E-3008 und E-5008. Auch auch die Plattform-Schwestermodelle Opel Grandland Electric und der DS N°8 setzen auf ACC-Batteriezellen. Bei den Fahrzeugen mit ACC-Zellen spricht Bloomberg von Lieferverzögerungen von bis zu acht Monaten.
Dass es in der Fabrik in Douvrin nicht ganz rund läuft, hat sich bereits angezeichnet. Im November 2025 hatte etwa das italienische Portal „Milano Finanza“ von Ausschussquoten zwischen 15 und 20 Prozent berichtet und damit einer verringerten Kapazität zur Lieferung von Batteriepacks an Stellantis – dem derzeit einzigen Abnehmer von ACC. „Laut internen Daten wir das Werk die letzten vier Monate des Jahres nicht mehr als 15.000 bis 20.000 Batteriepacks ausliefern können, ein Niveau, das weit unter den Erwartungen liegt, während die Produktionskosten 20 bis 25 Prozent höher sind als die der asiatischen Konkurrenz“, hieß es damals in dem Bericht.
Bloomberg stellt angesichts der Probleme in der 2023 eröffneten ACC-Fabrik eine Parallele zu der Entwicklung bei Northvolt her. Das schwedische Unternehmen hatte ebenfalls nach Milliarden-Investitionen mit der Produktion von Batteriezellen begonnen und diese auch an Kunden ausgeliefert. Beim Hochfahren der Produktion ist Northvolt aber ebenfalls an den hohen Ausschussraten und den Kosten gescheitert – und nach einer gescheiterten Finanzierung trotz bestehender Aufträge in die Insolvenz geraten.
Stellantis ist nicht nur der derzeit einzige Kunde von ACC, sondern auch der Haupt-Anteilseigner. Weitere Shareholder sind Mercedes-Benz und der französische Energiekonzern TotalEnergies über seine Tochter Saft. Die angekündigten Fabriken in Kaiserslautern und Termoli hat ACC bereits auf Eis gelegt, TotalEnergies hat schon weitere Investitionen hinterfragt. Und bei Stellantis stellt der neue CEO Antonio Filosa derzeit intern viele Elektromodelle auf den Prüfstand – bisher aber vor allem in den USA. In Europa wendet sich Stellantis neben der eigenen Beteiligung ACC inzwischen auch anderen Partnern zu und baut gemeinsam mit CATL eine Batteriefabrik für LFP-Zellen in Spanien.





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