Stellantis will sich wohl auch aus Batterie-JV mit Samsung SDI zurückziehen

Stellantis treibt seinen Kehraus in der Elektromobilität offenbar mit einer weiteren Maßnahme voran: Der Autokonzern will angeblich auch aus seinem Batterie-Joint-Venture namens StarPlus Energy mit Samsung SDI aussteigen, das bald mit der Produktion von Zellen für EV-Batterien beginnen will.

Stellantis neues format
Bild: Stellantis

Der im Juni 2025 angetretene CEO Antonio Filosa treibt die Depriorisierung der Elektromobilität im Stellantis-Konzern seit Monaten offensiv voran. Erst vergangene Woche gab er Abschreibungen von rund 22,2 Milliarden Euro bekannt, die zum großen Teil auf den Bereich Elektroautos entfallen. Modellpläne für Fahrzeuge wie etwa eine elektrische Version des beliebten Pickups Ram 1500 wurden von Filosa gestrichen. Das Batterie-Gemeinschaftsunternehmen ACC zusammen mit Mercedes und Total Energies hat seine Pläne für den Bau von Gigafactories in Deutschland und Italien endgültig aufgegeben. Und LG Energy Solution übernimmt NextStar Energy, das Batterie-Joint Venture mit Stellantis, komplett.

Da passt es bestens ins Bild, dass die Nachrichtenagentur Bloomberg nun unter Berufung auf Insider davon berichtet, dass Stellantis nun angeblich auch aus seinem Batterie-Joint-Venture mit dem südkoreanischen Unternehmen 
Samsung SDI aussteigen will, das derzeit zwei Zellfabriken in Kokomo im US-Bundesstaat Indiana baut und dort bereits eine Fertigung für stationäre Batteriespeicher (BESS) unterhält.

Stellantis, ein 14-Marken-Universum bestehend etwa aus Fiat, Opel und Peugeot in Europa oder aus Chrysler, Jeep und Ram in den USA, prüft demnach aktuell Möglichkeiten, sich aus dem Joint Venture zurückzuziehen. Eine endgültige Entscheidung soll aber noch ausstehen. Ein Ausstieg könnte für Stellantis kostspielig werden und zum Beispiel zu weiteren Abschreibungen oder Strafzahlungen an Partner Samsung SDI führen. Schließlich wollte Stellantis die im Werk hergestellten Zellen für seine E-Autos verwenden, was aber natürlich auch nicht ausgeschlossen wäre, wenn die Anlage künftig eine andere Eigentümerstruktur hätte.

Dass Samsung SDI die Anteile von Stellantis übernimmt – so wie es LG Energy Solution im Fall von NextStar Energy für den symbolischen Preis von nur 100 US-Dollar gemacht hat – scheint noch nicht ausgemacht. Laut Bloombergs Informanten könnten Stellantis seine Anteile auch an einen Dritten verkaufen, hieß es weiter. „Wir führen weiterhin Gespräche mit Samsung über die Zukunft unseres Joint Ventures StarPlus Energy“, erklärte Stellantis in einer E-Mail an Bloomberg, während die Nachrichtenagentur bislang kein offizielles Statement dazu von Samsung SDI erhalten hat.

Stellantis dürfte in den nächsten Jahren zunächst deutlich weniger Batteriezellen benötigen als ursprünglich geplant – deshalb stehen sämtliche Joint Ventures in diesem Bereich gerade unter Beschuss. Als Gründe dafür, die ambitionierten Elektroziele von Vorgänger Carlos Tavares zurückzuschrauben, nennt CEO Antonio Filosa u.a., dass die Elektromobilität deutlich langsamer hochläuft als erwartet und sich die US-Regulierung geändert hat. Mit letzterem dürfte er u.a. das Auslaufen der US-Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar zum 30. September 2025 sowie die gelockerten Abgasregeln für Verbrenner der Trump-Regierung meinen.

bloomberg.com

4 Kommentare

zu „Stellantis will sich wohl auch aus Batterie-JV mit Samsung SDI zurückziehen“
Tuxcad
13.02.2026 um 09:20
Stellantis verabschiedet sich ganz offensichtlich vom internationalen Markt und will nur noch Verbrenner in den USA absetzen. Etwas kurzsichtig diese "Strategie".
René
13.02.2026 um 09:36
Die Vernunft kehrt zurück, die versuchte Planwirtschaft gepaart mit modernen Ablasshandel namens CO2 ist zumindest in der USA gescheitert. Hoffen wir das auch in der EU die Vernunft endlich zurückkehrt und die E-Mobilität in einen fairen, gesunden Wettbewerb mit den Verbrennern tritt, anstatt weitere Milliarden an Steuergeldern in Form von Sinn befreiten, Ideologie getriebenen Fördergeldern zu verbrennen. Die E-Mobilität hat ihre Berechtigung, aber sie ist bei weitem nicht die einzige Lösung der Mobilität. Schöne Grüße.
Jens Wilke
13.02.2026 um 12:07
Vielen Dank für diesen klasse Satire-Post. Wirklich witzig. Fairer, gesunder Wettbewerb mit fossilen Brennstoffen? Genial, dann schafft man erstmal die Billionen-Subventionen für die fossilen Brennstoffe reduzieren (https://de.statista.com/infografik/31006/volumen-der-weltweiten-subventionen-fuer-fossile-brennstoffe/#:~:text=Mitverantwortlich%20f%C3%BCr%20den%20deutlichen%20Zuwachs,4%20Billionen%20Dollar%20zu%20erh%C3%B6hen.&text=Die%20Grafik%20zeigt%20das%20Volumen%20der%20weltweiten%20Subventionen%20f%C3%BCr%20fossile%20Brennstoffe. )Welche andere Lösung für die Mobilität gibt es den? https://positionen.wienenergie.at/grafiken/wirkungsgrad-elektroauto-vs-verbrenner-efuels/ Kleine Atomreaktoren im Auto?
Leon
13.02.2026 um 11:09
Hallo René, ist “Milliarden an Steuergeldern in Form von Sinn befreiten, Ideologie getriebenen Fördergeldern zu verbrennen" in ihrem Verständnis gleichzusetzen mit Klimaschutz?Wie würden Sie sich denn einen fairen und gesunden Wettbewerb zwischen E-Mobilität und Verbrenner vorstellen, wenn man gleichzeitig den Klimawandel ernst nehmen will?Und ja, ich sehe es tatsächlich auch so, dass die E-Mobilität bei weitem nicht die einzige Lösung ist: Man kann auch Zug, Bus und Fahrrad fahren, sowie zu Fuß mobil sein.Grüße Leon

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