Toyota verkauft mehr E-Autos in China als VW

Der Volkswagen-Konzern und Toyota gehören zu den größten Autobauern der Welt. Mit Elektroautos in China tun sich beide Unternehmen bisher schwer. Jetzt zeigt sich: 2025 haben die Japaner in China erstmals mehr E-Autos verkauft als VW – wenn auch auf niedrigem Niveau.

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Bild: Toyota

Das berichtet das Handelsblatt unter Berufung auf Zahlen des Datendienstleisters Marklines. Demnach kam Toyota (auf Markenebene) im vergangenen Jahr auf 100.000 in China verkaufte Batterie-Elektroautos, die Marke VW (nicht der Konzern) hingegen auf etwa 85.000 BEV. Dabei ist die Bedeutung des chinesischen Markts für beide Marken stark unterschiedlich: VW verkauft über 40 Prozent seiner Autos in China, die Volksrepublik ist der wichtigste Einzelmarkt der Wolfsburger. Bei Toyota steht China für nicht einmal ein Fünftel des globalen Absatzes.

Und auch bei den Elektro-Anteilen haben die Japaner VW überholt. Obwohl Toyota seine Gesamt-Verkäufe leicht auf 1,8 Millionen Fahrzeuge in China steigern konnte, hat sich der E-Auto-Anteil an den Verkäufen von 0,8 auf 1,4 Prozent erhöht. Die Marke VW musste hingegen einen deutlichen Rückgang von 2,8 auf 1,1 Prozent verkraften.

Das ist in Summe bemerkenswert, denn Elektroautos stehen bekanntlich gar nicht im Fokus des japanischen Herstellers. Die umfassende Vision vom Wasserstoff-Antrieb als Mobilität der Zukunft ergänzt um Hybride hat Toyota zwar inzwischen zu einer „Multi-Pfad-Strategie“ erweitert, die auch Elektroautos umfasst. Aber auf die Batterie-elektrischen Antriebe hat sich VW deutlich stärker festgelegt.

BYD ist in China weit enteilt

Damit bewegen sich die beiden Marken, die zu den weltgrößten Autobauern gehören, auf dem chinesischen Elektroautomarkt insgesamt jedoch auf einem überschaubaren Niveau. Der chinesische Marktführer BYD, der zuletzt selbst mit Rückgängen zu kämpfen hatte, kam zum Beispiel alleine im Dezember 2025 in nur einem Monat auf mehr verkaufte Batterie-Elektroautos (190.712 Fahrzeuge) als VW und Toyota im ganzen Jahr zusammen.

In China sind beide Welt-Konzerne überwiegend mit ihren Joint-Ventures aktiv – VW hat bei Volkswagen Anhui, dem Joint Venture mit JAC, inzwischen die Mehrheit übernommen. Die größeren Absätze machen aber die Gemeinschaftsunternehmen mit FAW und SAIC aus. Im vergangenen Jahr ist der China-Absatz von VW um acht Prozent gesunken, bei den Elektroautos um 50 Prozent. Das lag auch an dem harten Preiskampf in China, an dem sich VW bewusst nicht voll beteiligt hat – zulasten des Absatzes.

Auch Toyota kooperiert in China mit FAW, in einem weiteren Joint-Venture aber auch mit GAC. Das E-SUV bZ3X aus der GAC-Kooperation ist seit März 2025 zu Preisen ab umgerechnet 14.000 Euro bestellbar – und hat sich laut Marklines mit etwa 70.000 Zulassungen zum Toyota-Bestseller entwickelt. Auf dieses Modell entfallen rund 70 Prozent des E-Auto-Absatzes in China und rund 35 Prozent des weltweiten E-Absatzes von Toyota.

Aber: Global hat VW im Elektroauto-Wettbewerb gegen Toyota die Nase vorne – und zwar deutlich. Die Marke VW hat 2025 382.000 vollelektrische Fahrzeuge ausgeliefert, was einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent entspricht. Insgesamt waren 8,1 Prozent der Auslieferungen der Marke elektrisch. Toyota kam hingegen im vergangenen Jahr auf 199.140 Elektroautos. Bei 10,5 Millionen Fahrzeugen der Marken Toyota und Lexus (Toyota getrennt wird leider nicht ausgewiesen) ist der Elektro-Anteil mit unter zwei Prozent deutlich geringer.

handelsblatt.com

2 Kommentare

zu „Toyota verkauft mehr E-Autos in China als VW“
Lodi
13.02.2026 um 08:16
Hat nicht Toyota den Wandel zum E-Auto verpennt ? Ich frage für einen Freund!
WH
13.02.2026 um 13:37
Haben sie. Verkauft werden dort nämlich fast ausschließlich im Auftrag gefertigte GAC Aion, gebaut mit Toyota Logo und Modellbezeichnung, aber ansonsten identisch. Das machen sie um die NEV Credits für China zu bekomen, ohne die sie keine Verbrenner mehr vertickern dürften dort. (Gabs hier auch mal Seat Mii, Skoda Citigo und VW e-UP waren 3x ziemlich das selbe Fahrzeug)

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