Milence eröffnet Lkw-Ladepark am belgischen Volvo-Werk
In der belgischen Stadt betreiben sowohl Volvo Trucks als auch der davon unabhängige Autobauer Volvo Cars ein Werk. Der neue Milence-Standort befindet sich laut der Mitteilung „direkt an der Ausfahrt Schansakker der R4“ – also jener Ausfahrt, die zu dem Werk von Volvo Trucks führt. Das verwundert kaum, schließlich ist der Mutterkonzern Volvo Group gemeinsam mit Daimler Truck und Traton einer der drei Anteilseigner von Milence. Aber: Das Autowerk von Volvo Cars (u.a. EX30) liegt ebenfalls an der R4 nur wenige Kilometer entfernt, daher können auch E-Lkw, die dieses Werk beliefern, ohne große Umwege den neuen Milence-Ladepark nutzen.
In der ersten Phase gibt es dort vier CCS-Ladeplätze mit einer Leistung von jeweils bis zu 400 kW. In einer zweiten Entwicklungsphase plant Milence die Integration von MCS-Technologie. Damit sollen die Ladezeiten der großen Lkw-Batterien auf 30 bis 45 Minuten sinken können – während eine zum Beispiel 600 kWh große Batterie eines elektrischen Fernverkehrs-Lastwagens mit 400 kW etwa anderthalb Stunden laden müsste. Aber: Da die Batterie bei der Ankunft an der Ladestation meist nicht ganz leer ist, lassen sich auch mit 400 kW in einer 45-minütigen Pause nennenswerte Energiemengen nachladen.
Über einen Kanal ist der Hafen von Gent auch an die Nordsee angeschlossen, weshalb die neue Ladestation zum TEN-T-Korridor Nordsee-Mittelmeer zählt und dazu beiträgt, den elektrischen Straßentransport entlang dieses Korridors zu ermöglichen. Auf diese Weise stärkt Milence nach eigenen Angaben die Verbindungen zwischen Belgien und wichtigen Logistikregionen in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Weitere Milence-Ladeparks befinden sich am Hafen Antwerpen-Brügge (zwei) und eine in Maasmechelen.





Wie bei Milence-Stationen üblich ist auch der Ladepark in Gent als Durchfahrts-Lösung für Schwerlast-Lkw ausgelegt. In der Nähe befinden sich demnach „Sanitäranlagen für komfortable Pausen“. Die Ladevorgänge selbst können per kontaktlosen Direktzahlungen, Ladekarten von Roaming-Anbietern und über die eigene Milence Charge Card bezahlt werden. Zum Jahreswechsel hat Milence sein bis dato europaweit einheitliches Preismodell umgestellt, um „die Tarife an die lokalen Energiekosten und betrieblichen Gegebenheiten“ anpassen zu können. In Belgien ist in diesem Zuge der Ladepreis auf 0,379 €/kWh (netto) gesunken.
„Gent ist ein wichtiger Logistikstandort, und dieser neue Hub stärkt unser Netzwerk entlang der wichtigsten Güterverkehrskorridore Europas“, sagt Anja van Niersen, CEO von Milence. „Er wurde in enger Zusammenarbeit mit der Volvo Group entwickelt und zeigt, wie Branchenpartnerschaften den Übergang zu emissionsfreiem Straßentransport beschleunigen und gleichzeitig auf die sich wandelnden Marktbedürfnisse reagieren können. Unser Ziel ist es, diese Beschleunigung durch den Ausbau unseres Netzwerks weiter zu unterstützen und den Elektrotransport von Lkw für Flottenbetreiber einfach und kosteneffizient zu gestalten.“




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