Testfazit in Österreich: E-Autos für Polizeieinsatz nur „bedingt geeignet“

Das Österreichische Innenministerium hält Elektrofahrzeuge nur für begrenzt geeignet, wenn es um operative Polizeieinsätze geht. Dieses Fazit zieht das Ressort nach einem groß angelegten Test mit 24 Elektroautos und 20 eingebundenen Polizei-Dienststellen.

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Als Grund für die eingeschränkte Tauglichkeit nennt das Innenministerium recht vage die Ladeinfrastruktur sowie das erhöhte Gesamtgewicht der Fahrzeuge durch die Batterie und die einsatztaktische Ausrüstung. Als Folge wird das Projekt Ende des Jahres eingestellt.

Für das Projekt waren seit Anfang 2024 konkret 24 E-Autos unter realen Einsatzbedingungen für die Polizei unterwegs, darunter Einheiten des VW ID.3 und ID.4 sowie ein Porsche Taycan für den Autobahneinsatz. Die Erprobungsphase erstreckte sich über vier Bundesländer – Tirol, Salzburg, Niederösterreich und Wien – und knapp ein Dutzend Polizei-Dienststellen. Der Praxistest wurde dabei auch wissenschaftlich begleitet.

„Positiv beurteilt wird aktuell lediglich der Einsatz als Botenfahrzeuge außerhalb des polizeilichen Einsatzgeschehens. Diese Einschätzungen decken sich teilweise auch mit den Erfahrungen anderer Blaulichtorganisationen“, urteilt das Ministerium. Allerdings werde in den kommenden Jahren „eine laufende Marktbeobachtung erfolgen, da im Bereich alternativer Antriebsformen weiterhin mit raschen technischen Weiterentwicklungen zu rechnen ist“.

orf.at, autoblog.com

29 Kommentare

zu „Testfazit in Österreich: E-Autos für Polizeieinsatz nur „bedingt geeignet““
Jörg Freisler
09.03.2026 um 15:13
Waren die nicht in der Lage, an den Polizeistationen einen Lader zu installieren und die Fahrzeuge nachts zu laden?
Simon 1
09.03.2026 um 16:21
Aus den veröffentlichten Informationen erschließt sich eigentlich gar nichts. Ich hatte irgendwo gelesen die Fahrzeuge seien zu langsam gewesen. Beschleunigung und Agilität dürfte ja deutlich besser sein als bei den üblichen Kisten, die sonst als Polizeifahrzeuge herhalten. Verfolgungsjagten mit über 180 kmh gibt es meines Wissens aus Sicherheitsgründen auch nicht. Erlaubte Zuladung kann eigentlich im Vergleich zu konventionellen Fahrzeugen auch nicht das Problem sein. Und so innerstädtische Streifenwagen sollten von der Reichweite locker durch den Tag kommen bevor sie mal ne Stunde laden müssen. Vielleicht war das Gesamtkonzept einfach schlecht gelöst, mit ein paar 11 kW Wallboxen oder so.
Wolfgang Löser
11.03.2026 um 09:15
völlig falschen Fahrzeuge gewählt,..
Branchenkenner
12.03.2026 um 19:01
Nein, die ID-Modelle sind günstig in der Beschaffung, im Unterhalt, im Service, sie sind robust und haben die gängigsten Ausstattungsfeatures (anders als z.B. Tesla). Ladezeiten gehen in Ordnung, was besseres gibt es erst mi 800V und die Fahrzeuge sind halt teurer. Noch ist die E-Mobilität einfach noch nicht bei bezahlbaren E-Autos die alle wichtigen Kriterien wie Reichweite + Ladegeschwindigkeit, Ausstattung und Qualität vereinen. Einzige (!) Ausnahme: BMW i3 Limousine
Jasmine
09.03.2026 um 16:23
Wenn man bisher NUR den ID.3 und ID.4 getestet hat, dann ist es unqualifiziert zu sagen, E-Autos würden nichts taugen für Einsatzbereich XY. Eine Aussage darüber ließe sich NUR dann treffen, wenn verschiedenste Modelle getestet wurden, was bei uns in Österreich nicht der Fall war. Der Polizei an sich würde ich hier gar keine Schuld zuschieben, das ist einzig und allein die unfähige Politik! Hätte man intelligente Leute dort sitzen, dann hätte man nicht auf VW IDs gesetzt (die sicher zwar in gewissen Belangen gut sind, aber eben nicht überall) sondern zum Beispiel auf das Tesla Model Y. Es ist größer als die IDs, es bietet mehr Leistung und mehr Reichweite wie die IDs, es bietet auch schnellere Ladezeiten und eine höhere VMax als die IDs. Wenn man sowas liest dann kann man nur extrem angepisst auf die unnötigen Politikheinzis in Österreich sein!
Markus
10.03.2026 um 09:56
Die Frage ist auch ob so Polizeiautos auch irgendwelche Umbauten ab Werk haben und wer sowas dann anbietet. Oder inwieweit sich verschiedene Fahrzeuge überhaupt gut anpassen lassen. Und wenn es um kurze Ladezeiten geht fallen mir auch noch viele andere abseits von Tesla ein die schneller sind.
Nana
10.03.2026 um 09:42
Nicht selten so gelacht ! Mit Tesla können die Chinesen, Holländer, Amis etc. mit verfolgen, wo die Polizei gerade ist.
Jasmine
10.03.2026 um 13:52
Und das kann VW nicht? Wenn sie es wollen kann VW das auch! Willkommen im Jahr 2026!
Martin
10.03.2026 um 09:16
Alles ist besser als die id Reihe - nicht nur Tesla.
Branchenkenner
12.03.2026 um 19:03
Alles ist besser als Tesla, nicht nur die ID- Reihe - das lässt sich ganz klar mit den technischen Daten und Test belegen.
Jörg Buchert
11.03.2026 um 07:41
Schon mal auf die Zulassungszahlen geschaut?
Tea Jay
09.03.2026 um 18:33
Wenn man nicht will, testet man entsprechend. Sogar in US geht's zum Beispiel mit diversen Teslas. Und die haben teils massive Um- und Anbauten und wohl auch längere Strecken zu fahren.
Markus
10.03.2026 um 10:04
DSGVO war natürlich gemeint. Daher wirds wohl auch kein chinesischer Hersteller trotz schnellerer Ladezeiten falls diese im Anforderungskatalog stehen.
Markus
10.03.2026 um 10:02
Tesla, da fallen mir vor allem auch Datenschutzrechtliche Bedenken ein was mit den Daten passiert. DVGO hin oder her. Das eine europäische Polizei keine Teslas einsetzen will halte ich für nachvollziehbar.
Dixi
10.03.2026 um 05:46
Ganz genau. Seltsame Erkenntnis in Österreich
Hoppe 63
10.03.2026 um 06:52
Als Autobahnpolizei sicher "suboptimal", aber in der Stadt sollte es gut funktionieren, von wegen ständige Rekuperation... Da die Fahrzeuge wegen Schichtbetrieb im Dauereinsatz sind kann eine 11kw Wallbox sicher NICHT die Lösung sein!
Harald F.
10.03.2026 um 07:23
Sie hätten ja auch einen ID.7 Pro S oder GTX nehmen können, mit dem wäre auch die Reichweite und der Verbrauch besser gewesen, aber wenn man nicht will, wird man immer ein Problem finden.
Markus
10.03.2026 um 10:10
Der Kombi kam erst mitte 2024 in den Handel. Anfang 2024 ging es los, die Ausschreibung war dann wohl 2023. Da sollte man realistisch bleiben was verfügbar war bzw. angeboten wird. Preisgrenze für die Standardfahrzeuge wird es sicherlich auch gegeben haben.
Stephan
10.03.2026 um 07:24
Ich kenne das politische Umfeld in Österreich nicht. Aber aktuellen deutschen Bundespolitikern wäre zuzutrauen, diese Ergebnisse auch zu formulieren. Die bräuchten dafür nicht mal ein Pilotprojekt. :D
irmenkop
10.03.2026 um 07:35
Wenn schon VW, dann hätte ein Test mit dem ID7 wohl deutlich andere Ergebnisse geliefert. Aber wenn man veraltete Modelle testet mit wenig Zuladung und Laderaum, dann ist es kein Wunder wenn so ein Ergebnis dabei rauskommt.
Hans von Ohain
10.03.2026 um 08:17
Herrlich, diese Kommentare hier. Keine Ahnung vom Polizeialltag, von den definierten Anforderungen, den Voraussetzungen o. Ä.Aber beim Morgenkaffee oder der Langeweile am Abend geistig Dürftiges in den Äther blasen.Dafür herrscht selbstverständlich Klarheit im eigenen Weltbild: die unfähige Politik und die Verbrennerlobby (was immer das auch sein mag) sind Schuld.
Manfred Stummer
11.03.2026 um 09:41
Nana warum gleich so bissig? Ich fahre seit 10 Jahren elektrisch und bin überzeugt, wenn man gewollt hätte würde es funktionieren!
Paul-Gerhard Fenzlein
10.03.2026 um 10:05
Fahrzeuge von NIO und der Submarke Onvo werden in mehreren chinesischen Provinzen für offizielle Zwecke, einschließlich polizeilicher Aufgaben, eingesetzt. Dabei handelt es sich meist um strategische Kooperationen, bei denen vor allem die Batteriewechsel-Technologie (Battery Swapping) ein entscheidendes Auswahlkriterium ist, da sie eine schnelle Einsatzbereitschaft der Flotten ohne lange Ladezeiten ermöglicht. Hier ist eine Übersicht der Regionen, in denen entsprechende Einsätze oder Kooperationen bekannt wurden: • Provinz Hunan: Anfang 2026 wurde eine strategische Kooperation zwischen der Polizei der Provinz Hunan und der NIO-Gruppe unterzeichnet, um Fahrzeuge der Marken NIO, Onvo und Firefly in die Polizeiflotte zu integrieren. • Provinz Sichuan: Ende 2025 wurde das Modell Onvo L90 offiziell für ein Beschaffungsprogramm des dortigen Ministeriums für öffentliche Sicherheit ausgewählt. • Provinz Shandong: Bereits Ende 2021 setzte die Polizei im Bezirk Laoshan (Stadt Qingdao) erste NIO ES6-Modelle für den Patrouillendienst ein. • Provinz Anhui: In der Hauptstadt Hefei – wo sich auch wichtige Produktionsstandorte von NIO befinden – wurden unter anderem Modelle der Marke Firefly (einer weiteren Tochtermarke der Gruppe) für städtische Verwaltungs- und Ordnungsaufgaben integriert. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die NIO-Gruppe ihre Präsenz in Behördenflotten über verschiedene Provinzen hinweg ausgebaut hat, wobei die spezifischen Einheiten oft auf die Flexibilität beim schnellen Batteriewechsel setzen, um eine effiziente Nutzung im 24/7-Patrouillenbetrieb zu gewährleisten.
Branchenkenner
12.03.2026 um 19:16
Warum posten sie eigentlich ausschließlich über NIO? Akkutausch ist relativ unnötig und ergibt eigentlich nur innerstädtisch Sinn da BYD und Zeekr und Mercedes bewiesen haben das man Fahrzeuge von 10% auf 80% in 6 Minuten aufladen kann. BYD schafft sogar 10% auf 97% in 9 Minuten. Beim Akkutausch geht es nur von mindestens 10% (unter 10% sind wohl nicht möglich) auf maximal 90% (über 90% ist nicht möglich um die Langlebigkeit der Zellen zu bewahren). Der BYD läd also 7% mehr Akkukapazität nach und könnte theoretisch ja z.B. mit 7% anschließen und kommt somit auf 10% mehr Akkukapazität. Ein Akkutausch dauert ca. 3 Minuten, aufladen dauert aber halt auch nur 6 Minuten (von z.B. 7% auf 80%) 9 Minuten (von ca. 7% auf 97%) und in Ladeparks kann man halt z.B. 30 Ladeanschlüsse platzieren während man bei Akkutauschstationen vielleicht 3 Fahrzeuge gleichzeitig "laden" kann. Die Skalierung von Laderausstationen ist begrenzt und der Zeitgewinn ist minimal. Nebenbei haben NIO Fahrzeuge bisher keine allzu gute Effizienz und damit Reichweite und sie sind auch zu teuer.
ce-zet
10.03.2026 um 11:20
Wo kein Wille ist, ist auch kein Weg.
Egon Kohler
10.03.2026 um 14:20
Die Tatsache, dass E-Fahrzeuge bei verschiedenen Polizeikorps funktionieren (auch z.B. in der Schweiz), lässt eigentlich nur den Schluss zu, dass die gewählten Fz im gewählten Setup mit den gewählten Kriterien usw. nicht reüssierten. Daraus die Folgerung zu ziehen dass E-Autos generell nicht für Polizei-Einsatz geeignet seien, ist hingegen - gelinde gesagt - abenteuerlich.
ioniqKnechter
10.03.2026 um 16:37
Ehy Moin erst ma... Ob die Entscheider in der jetzigen Treibstoffkrise zu einem anderen Ergebnis kommen würden? Auch die Polizei muss auf Treibstoffkosten achten. Einige BEV Marken haben schon bewiesen dass ihre BEV über 500.000 km mit original Motor/Akku fahren, zu wesentlich günstigeren Kosten.
Energisch Joe
10.03.2026 um 18:33
Guten Tag!Fazit für elektrische Blaulichtfahrzeuge bei der österreichischen Polizei:Wer will findet Wege, wer NICHT will findet Gründe...Wurde die Ausschreibung dafür doch noch unter Kanzler Karl Nehammer, ehemaliger Innenminister, gemacht: Ein fanatischer Fossilbruder der als Kanzler sogar einen Mobilitätsgipfel einberief auf dem etliche eingefleischte Elektroautogegner (Prof. Geringer, em.Prof.Brasseur etc...) sowie Fossil-Lobbyisten und Verbrennerautohersteller geladen waren, mit entsprechenden Schlussfolgerungen.Den Beamten schau ich mir an der sich danach bemüht daß der eAuto-Einsatz ein Erfolg wird, es braucht nur: ...Man bestelle in der Ausschreibung die Billigstversion mit dem kleinsten Akku, ...verzichte bewusst auf jegliche GTX-Version mit Allradantrieb und großem Akku, ...sorge dafür dass keinesfalls an den Polizeiposten AC-Lader bereitstehen (wo kämen wir da hin wenn die Autos vollgeladen mit hunderten Kilometer Reichweite wegfahren!), ...keinesfalls das Personal schulen hinsichtlich laden inklusive Vorwärmung von Innenraum und Akku im Winter. ...als Auschreibungsbedingung keinesfalls verlangen daß die Tempobeschränkung freigeschaltet wird (reine Softwaresache). ... den Porsche Taycan natürlich nur als Basismodell mit kleinstem Akku, um Gottes willen keinen Turbo S mit großem Akku....schon ist das Verbrennergeschäft ein paar Jahre länger gerettet, die ungute Vorbildversion einer Polizei im eAuto fällt weg.Fun-Fact: Der Fossilsektor hat global pro Tag 3 MRD Euro Reingewinn (pro TAG DREI MILLIARDEN REINGEWINN), wenn da nicht ein paar Brösel für Lobbyismus und "Förderung" bereitwilliger Politiker/Parteien abfallen (ich habe nicht Trump oder CSU/CDU/AFD gesagt...)mit freundlichen Grüßen
Stefan
14.03.2026 um 16:37
Den Meldungen lässt sich nicht entnehmen woran es letztendlich im Einzelnen gescheitert ist.

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