VW-Tochter Elli nimmt in Salzgitter ersten Großspeicher in Betrieb

Volkswagens Energietochter Elli hat ihren ersten Großspeicher an das Stromnetz angeschlossen. Die Anlage in Salzgitter verfügt über eine Leistung von rund 20 MW und eine Speicherkapazität von 40 MWh. Damit steigt Elli operativ in den Energiespeichermarkt und Stromhandel ein.

Elli grossspeicher bess salzgitter
Bild: Elli

Der stationäre Batteriespeicher (BESS) in Salzgitter verteilt sich auf 13 Container. Die darin zwischengespeicherte Energie soll an der europäischen Strombörse (EPEX) gehandelt werden. Mit dem neuen Großspeicher will VW vom Automobilhersteller zum integrierten Energieakteur werden. Und dabei nicht nur eine neue Erlösquelle aufbauen, sondern auch die Energiewende vorantreiben: Erneuerbare Energie muss genau dann nutzbar sein, wenn Industrie, Mittelstand und Verbraucher sie benötigen – und Großspeicher übernehmen dabei eine Schlüsselrolle, denn sie schaffen diese zeitliche Flexibilität, so das Unternehmen.

Heißt: BESS wie die „PowerCenter“ genannte Einrichtung von Elli nehmen Strom auf, wenn es einen Überschuss im Netz gibt, und stellen ihn bereit, wenn er wieder benötigt wird. Damit stabilisieren sie Netze, unterstützen die Integration erneuerbarer Energien und sichern den Hochlauf der Ladeinfrastruktur ab. Elektromobilität und Energieinfrastruktur gehören somit für den Konzern strategisch zusammen.

„Für uns sind Energiespeicher und Energiehandel ein neues strategisches Geschäftsfeld mit Wachstumschancen. Als Volkswagen Konzern elektrifizieren wir Fahrzeuge und berücksichtigen dabei das gesamte System. Mit der PowerCo stärken wir unsere technologische Souveränität – mit Elli steuern, speichern und handeln wir Energie marktorientiert. Ein technologisches Element auf unserem Weg zum Global Automotive Tech Driver“, sagt Volkswagen-CEO Oliver Blume.

Konstruiert wurde der Großspeicher mit Technologie des Konzerns, denn in ihm wurden die sogenannte Einheitszellen verbaut, die die Batteriesparte PowerCo seit Dezember in Salzgitter herstellt. Und diese Einheitszellen sind wiederum in Batteriesysteme von PowerCo integriert, die das Unternehmen speziell für BESS-Anwendungen entwickelt hat.

Thomas Schmall, Konzernvorstand Technik, sagt: „Elektrofahrzeuge und nachhaltiger Strom gehören zusammen. Der Ausbau erneuerbarer Energien erfordert leistungsfähige Möglichkeiten zur Zwischenspeicherung – genau hier setzt unser PowerCenter an. Wir leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien und nutzen zugleich das geballte Batterie- und Energie-Know-how unseres Teams. Mit Elli, PowerCo und Volkswagen Group Components schaffen wir ein ganz neues industrielles Ökosystem. Die Unified Cell (Einheitszelle, Anmerkung der Redaktion) ist dabei die weltweite Technologie-Plattform für beide Welten: Mobilität und Energie.“

Die Verbindung von Zellproduktion, Batteriesystemkompetenz, stationärem Großspeicher und digitale Energieplattformen in einem konzernübergreifenden Gemeinschaftsprojekt von Elli, Volkswagen AG und PowerCo ist bislang einzigartig und ebnet für Elli den Übergang vom Ladeanbieter zum integrierten Technologie- und Energieunternehmen. Das Projekt in Salzgitter soll dabei nur der Anfang für ein „Managed Battery Network“ von Elli ein, einer Plattform, die Großspeicher, perspektivisch Fahrzeugbatterien und weitere Assets intelligent verknüpft. Heißt: Künftig will Elli auch beim bidirektionalen Laden eine große Rolle spielen, denn nichts anderes kann in diesem Zusammenhang mit den Fahrzeugbatterien gemeint sein.

elli.eco

11 Kommentare

zu „VW-Tochter Elli nimmt in Salzgitter ersten Großspeicher in Betrieb“
Lukas
09.03.2026 um 15:27
Klingt nach einer sehr guten Idee, insbesondere um die Auslastung der Batterieproduktion zu steuern. Sollte die Nachfrage nach E-Autos zu niedrig sein, produziert man eben Zellen für Großspeicher. Falls die E-Auto Nachfrage hoch ist, cancelt man die Speicherprojekte.
Volker Goeman
09.03.2026 um 18:53
da Autos nicht mehr funktionieren, versucht es VW nun mit Erneuerbaren. Clever, hier gibt es noch Subventionen abzugreifen! Ich wuensche viel Glueck bei der Transformation.
Volker Jaschke
10.03.2026 um 11:49
Welche Subventionen gibt es für Großspeicher aktuell? Offenbar haben Sie Kenntnisse, die mir nicht zugänglich sind.
Andreas Scholz
09.03.2026 um 21:01
Stetig steigende Zulassungszahlen von E-Autos und immer deutlicher werdende klare technologische Vorteile der Elektrifizierung können einen als Verbrenner-Fan schon frustrieren. Da hilft es anscheinend, sich den Frust von der Seele zu schreiben. Schade, wenn dann nur Unsinn rauskommt. Diese Art von Kommentaren zeigt, dass die fossile Fraktion schon gar keine Argumente mehr hat, sondern einfach nur faktenfrei verleumden will. Traurig.
Birne
09.03.2026 um 20:26
Also 40MWh ist ja ein süßer Großspeicher,… :D Nach der Überschrift habe ich was deutlich dreistelliges erwartet,…
Kaka
10.03.2026 um 05:44
Sehr schön, mehr davon! Bin mal gespannt wann wir den ersten Humanoiden Roboter von VW sehen:-)
Volker
10.03.2026 um 08:18
Wieder ein paar Stunden weniger potentielle Laufzeit für überzählige Gaskraftwerke, die in Form zusätzlicher Förderungen beim Bau kompensiert werden müssen.
Volker Goeman
10.03.2026 um 18:38
das Kraftwerk produziert in ca 3min, was dieser kleine Batteriespeicher speichert, laecherlich. GuD Kraftwerke haben 800MW Leistung. Und ja, ich fahre V8!
Talis
11.03.2026 um 11:39
Nicht lächerlich, sondern einfach nur ein kleiner Teil des großen Ganzen. 3 Minuten sind 3 Minuten - und da Gaskraftwerke in der Regel nicht Volllast fahren, entsprechend mehr. Wenn man sich den Ausbaupfad für Batteriespeicher (mobil und stationär) sowie die stetig fallenden Batteriepreise anschaut, wird einem schnell klar, wo der Hase läuft.Und der Gas für das GuD-Kraftwerk hat sich seit Kurzem mal so eben im Preis verdoppelt, weil ein paar Idioten auf der anderen Seite der Welt meinen, sie seien jeweils die Geilsten (darunter leidet dann aber eben vor allem die Bevölkerung - das wird dir an der Tanke vermutlich auch schon aufgefallen sein...). Kein Wunder also, dass es schon Prognosen gibt, die eine massive Steigerung des Strompreises vorhersehen, wenn die Kraftwerksstrategie von Katherina Reiche wirklich umgesetzt wird.
Michael
10.03.2026 um 09:48
Finde ich sehr gut. Viele solcher Speicher dezentral dort verteilt, wo viel erneuerbare Energie produziert wird, um das Stromnetz zu entlasten und bei Bedarf gespeicherte Energie zur Verfügung haben.
erFahrer
10.03.2026 um 17:05
Vielen Dank, fehlt jedoch die saubere Erzeugung, den reines Handeln mit Strom hat zwar was mit Rendite zu tun hilft jedoch der eMobilität wenig. — Dabei würde es nicht wundern, wenn das Potential für PV nur auf den Grundstücken der VW AG 1 GW birgt und bis heute wohl kaum gehoben ist (Ausnahme punktuell bei AUDI, weiter Ausnahmen bekannt? ) Wie auch immer. Mobilität im Ganzen (Energiegewinnung, speichern und nutzen) zu realisieren, ist eine gute Richtung. H. Dies (ehem Vorstand, heute bei Mobilityhouse) st da sicherlich gerne behilflich.

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