Fastned bekommt 32,4 Millionen Euro von Privatanlegern
Fastned sieht in den Unternehmensanleihen für Privatanleger ein wichtiges Finanzierungsinstrument, um die Expansion schnell und günstig voranzutreiben. Allein in den vergangenen beiden Jahren hatte Fastned jeweils drei Anleihen bei Privatanlegern in Belgien und den Niederlanden platziert und dabei 192 Millionen Euro eingeworben. Zusammen mit noch älteren und den ganz neuen Anleihen beträgt das noch zurückzuzahlende Volumen nun 301 Millionen Euro.
Die neuen Anleihen verzinst Fastned mit 6 Prozent pro Jahr. Sie müssen nach fünf Jahren zurückgezahlt werden, also im März 2031. In anderen Worten: Bei solchen Unternehmensanleihen handelt es sich um Kredite, die in kleinen Scheiben von z.B. 1.000 Euro an eine Vielzahl von Geldgebern zerstückelt werden, die ihr Investment aber natürlich gut verzinst sehen und später auch vollständig zurückbekommen wollen. Fastned bedient mit der Ausgabe solcher Anleihen den Community-Gedanken und richtet sich dabei vor allem an seine eigenen Kunden, in diesem Fall E-Auto-Fahrer aus Belgien und den Niederlanden. Das Verfahren steht aber auch Nicht-Kunden offen.
„Ich freue mich sehr, dass so viele Investoren uns weiterhin bei unserer Mission unterstützen, den Übergang zur Elektromobilität zu beschleunigen. Angesichts der zunehmenden Unsicherheit und Instabilität der globalen Energiemärkte ist deutlicher denn je, dass Europas Zukunft eine sauberere, sicherere und zuverlässigere Verkehrsinfrastruktur erfordert. Gemeinsam mit unseren geschätzten Anleihegläubigern baut und betreibt Fastned diese Infrastruktur: bereit, Millionen von Elektroautos über Jahre hinweg zuverlässig und kostengünstig mit Strom zu versorgen“, sagt Fastned-CEO Michiel Langezaal.
Fastned fährt allerdings zweigleisig: Neben diesen Anleihen setzt das niederländische Unternehmen auch auf klassische Bankkredite. Und hat sich bereits im Januar von Banken bis zu 200 Millionen Euro an frischem Kapital gesichert. Das Geld stammt von einem europäischen Bankenkonsortium, bestehend aus ABN AMRO, Crédit Agricole, ING, Invest-NL und Rabobank.
Dass Fastned so kapitalhungrig ist, liegt am Geschäftsmodell: Der Aufbau eines europaweiten Schnellladenetzes ist extrem teuer – und Fastned will von aktuell 410 Standorten bis 2030 auf 1.000 Standorte in Europa wachsen. Eine einzige Station mit mehreren 400-kW-Ladepunkten, Netzanschluss und den charakteristischen gelben Dächern dürfte hohe sechsstellige Beträge kosten.
Zwar erwirtschaftet Fastned schon seit längerem ein positives operatives EBITDA. Das heißt im Grunde aber nur, dass Fastned den Ladestrom mit Gewinn verkauft – allerdings ohne Berücksichtigung der millionenschweren Investitionen. Denn bei der Kennziffer EBITDA werden Abschreibungen auf Investitionen wie etwa für Ladestationen und auch die Zinsen für die Anleihen und Kredite nicht berücksichtigt. Aber eben diese Anleihen und Kredite finanzieren den Bau neuer Ladeparks. Und so gab es 2024 trotz positivem operativen EBITDA unterm Strich ein Minus von 26,6 Millionen Euro und im ersten Halbjahr 2025 ein Minus von 18,3 Millionen Euro. Wie die finalen Zahlen für 2025 aussehen, will Fastned am 19. März 2026 bekanntgeben.





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