Damen Shipyards zeigt elektrische Fähre für den Nahverkehr
Das vollelektrische Modell folgt auf eine Hybridversion des Waterbus 2907, die bereits für eine spätere Umrüstung auf vollelektrischen Betrieb vorbereitet war. Die erste vollelektrische Version ist nun eine Weiterentwicklung des Hybrid-Wasserbusses, die auf den Erfahrungen aus dem Bau der ersten Generation basiert. Dies zeigt sich laut Damen Shipyards beispielsweise in der verbesserten Ergonomie im Steuerhaus und der 1000-V-Gleichstrom-Systemarchitektur.
Das 28,6 Meter lange Schiff bietet Platz für 130 Passagiere und wird von zwei E-Motoren mit je 375 kW Leistung angetrieben. Für die Energiespeicherung sind zwei Akkus mit je 213 kWh Kapazität an Bord. Das erwähnte 1000-Volt-System der E-Fähre ermöglicht schnelles Laden mit „bewährten Ladebuchsen aus dem Automobilsektor“, also vermutlich CCS2. Zudem ist der Waterbus 2907 Electric auch für das Megawatt-Ladesystem MCS vorbereitet, das ursprünglich für E-Lkw und E-Busse entwickelt wurde. Noch in diesem Jahr will Damen Shipyards erste Tests mit MCS durchführen.
Zugleich ist es Damen Shipyards bewusst, dass die für Elektro-Schiffe erforderlichen Ladeleistungen die Stromnetze strapazieren. Daher arbeitet Damen Shipyards im Projekt Charging Energy Hub zusammen mit 30 Branchenakteuren an der Entwicklung von Batterieladeeinrichtungen, um die hohe Netzbelastung und die daraus resultierenden Engpässe zu verringern. Dabei kommen auch stationäre Batteriespeicher als Pufferlösung zum Einsatz, um die Netze zu entlasten.
Der erste Waterbus 2907 Electric soll in jedem Fall im Nahverkehr in Amsterdam eingesetzt werden, wo er auch der Öffentlichkeit präsentiert wurde. „Die Entwicklung des Waterbus 2907 Electric war ein Balanceakt“, erklärt Lodewijk van Os, Produktmanager für Schnell- und Stadtfähren bei Damen. „Dieses Schiff wird im Dauereinsatz sein und stündlich zahlreiche An- und Ablegevorgänge bewältigen. Daher muss es robust sein. Gleichzeitig operiert es in einem Umfeld, in dem Nachhaltigkeit höchste Priorität hat. Wir haben viel Aufwand betrieben, um eine Plattform zu schaffen, die effizient arbeitet, emissionsfrei ist und den Fahrgästen optimalen Komfort bietet.“
Jan van Ooijen, Design- und Angebotsingenieur für öffentlichen Nahverkehr bei Damen, ergänzt: „Derzeit wird viel mit elektrischen, wassergestützten öffentlichen Verkehrsmitteln experimentiert. Wir sehen viele Konzepte in der Entwicklung. Wir wollten dies auf die nächste Stufe der Reife heben, indem wir eine Lösung schaffen, die einen zuverlässigen und nachhaltigen Service bietet.“





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