Fastned senkt Ad-hoc-Ladepreis in Deutschland auf 69 Cent/kWh

Der niederländische Schnellladeanbieter Fastned senkt zum 1. April in Deutschland seinen Ad-hoc-Tarif von 73 auf 69 Cent pro Kilowattstunde. Auch für registrierte App-Kunden sowie Gold-Mitglieder wird es ähnlich günstiger. Der wesentliche Grund für die Preissenkung sind die durch einen Bundeszuschuss im Jahr 2026 gesunkenen Netzentgelte.

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Bild: Fastned

Die vorübergehende Senkung der Netzentgelte hatte die Bundesregierung im September beschlossen und später von einem Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro gesprochen, um diese Senkung in 2026 zu realisieren. Dabei gibt es jedoch keinen bundeseinheitlichen Fixbetrag pro Kilowattstunde, sondern die Bundesregierung spricht von durchschnittlich 2 Cent/kWh, wobei es individuelle Abweichungen geben kann. Ob es einen solchen Bundeszuschuss auch 2027 wieder geben wird, ist übrigens noch unklar.

Der niederländische Schnellladeanbieter Fastned will die gesunkenen Netzentgelte, die natürlich auch für die Versorgung von Ladestationen mit Strom gelten, nun mit einem Quartal Verspätung an seine Kunden weiterreichen – dafür fällt die Preissenkung im Ad-hoc-Tarif mit 4 Cent/kWh aber doppelt so hoch aus wie der von der Bundesregierung genannte Durchschnittswert bei der Netzentgeltsenkung.

Konkret sinkt zum 1. April 2026 der Ad-hoc-Ladepreis bei Fastned in Deutschland von73 auf 69 Cent/kWh. Dieser gilt für Nutzer der Ladesäulen, die direkt vor Ort mit Karte bezahlen. Zugleich können die in der Fastned-App registrierten Kunden weiterhin den im Januar eingeführten Rabatt von 10 Prozent erhalten, wenn sie innerhalb der App eine Debit- oder Kreditkarte als Standard-Zahlungsmittel nutzen. Heißt: In der App werden dann noch 62 statt bislang 65 Cent/kWh fällig.

Schnellladen noch attraktiver machen

„Ein attraktives Ladeerlebnis entsteht nicht nur durch gutes Design und hohe Zuverlässigkeit, sondern auch durch einen fairen Preis. Dank der gesunkenen Netzentgelte können wir in Deutschland ab dem 1. April einen niedrigeren Preis anbieten und das Schnellladen für noch mehr Menschen attraktiver machen“, sagt Fastned-Deutschlandchefin Linda Boll.

Auch für Kunden mit der sogenannten Gold-Mitgliedschaft wird es günstiger: Hier sinkt der kWh-Preis von 51 auf 48 Cent. Bei der Gold-Mitgliedschaft handelt es sich um ein Abo für 11,99 Euro im Monat, das 30 Prozent Rabatt auf den Grundpreis gewährt.

In Belgien, Frankreich und Schweiz wird es teurer

Sämtliche genannten Preise gelten nur in Deutschland. Allerdings hat Fastned zum 1. April auch in Dänemark eine Preissenkung von 4,99 auf 3,79 DKK (Ad-hoc) angekündigt, während es in Belgien, Frankreich und der Schweiz teurer wird, mit Fastned zu laden: In Belgien steigt der Ad-hoc-Preis von 73 auf 77 Cent/kWh, in Frankreich von 59 auf 61 Cent/kWh und in der Schweiz von 73 auf 75 Rappen/kWh. Sämtliche internationalen Preise finden sich hier.

Gerade erst hat Fastned seinen Jahresbericht 2025 vorgelegt. Darin nennt Fastned einen Umsatz aus Ladevorgängen von 122,4 Millionen Euro. Davon entfallen 72,8 Millionen Euro auf den Heimatmarkt Niederlande, 16 Millionen Euro auf Belgien, 12,7 Millionen Euro auf Frankreich, 10 Millionen Euro auf Deutschland, 8 Millionen Euro auf Großbritannien und die restlichen 2,75 Millionen Euro auf andere europäische Länder.

fastnedcharging.com

20 Kommentare

zu „Fastned senkt Ad-hoc-Ladepreis in Deutschland auf 69 Cent/kWh“
Johannes
24.03.2026 um 17:13
"Auch für Kunden mit der sogenannten Gold-Mitgliedschaft wird es günstiger: Hier sinkt der kWh-Preis von 51 auf 48 Cent. Bei der Gold-Mitgliedschaft handelt es sich um ein Abo für 11,99 Euro im Monat, das 30 Prozent Rabatt auf den Grundpreis gewährt."Ist also immer noch 9 Cent zu teuer! Warum sollte ich da ein Abo abschließen, wenn man für den gleichen Abopreis bei Ionity und EnbW für 39 Cent tanken kann...
Tom
24.03.2026 um 17:13
Das ist und bleibt noch immer Wucher!
Sepp Mayr
24.03.2026 um 21:20
Ein Witz diese Meldung, ist noch immer Wucher, aber als Tesla Fahrer sehe ich das entspannt, aber für alle Anderen
Stephan
24.03.2026 um 21:54
Der Ad Hoc Preis ist damit nur noch 40% überhöht. Das ist so, als wenn man einen Liter Diesel für 3 Euro verkauft und dann von einem "unvergleichlichen Tankerlebnis" schwafelt.
Florian Treiß
24.03.2026 um 22:25
Woran machen Sie den um 40 Prozent überhöhten Preis denn fest? Fastned sitzt auf einem riesigen Schuldenberg durch den Bau der Schnellladeparks. Die Investitionen müssen natürlich durch die Einnahmen aus Ladestrom wieder reinkommen, aber das wird Jahre dauern.
Thijs Bakker
25.03.2026 um 17:14
Sehr mutig, Florian, sich dem leichtfüßigen Mob der „Nicht-einen-Cent-mehr-Bezahler“ verbal entgegenzustellen. Leider werfen hier viele Kritiker alle CPOs in einen Topf. Fastned hat keinen milliardenschweren Mutterkonzern aus der Energiebranche oder Erdölindustrie im Rücken. Das Unternehmen wurde mit dem klaren Ziel gegründet, ein reines HPC-Ladenetz aufzubauen. Fastned steht damit nicht allein da: Zunder, Powerdot, Ionity, Allego, Milence, EnergyVision, InstaVolt, Electra, Driveco, Atlante, GreenWay und viele weitere unabhängige CPOs stehen vor denselben Herausforderungen. Im Gegensatz zu Mineralölkonzernen oder regionalen Energieversorgern müssen sie Flächen für ihre Ladehubs kaufen oder pachten. Eine Querfinanzierung durch andere Energiegeschäfte gibt es nicht. Ist es zu viel verlangt, ein Unternehmen, das sich ehrlich und ausschließlich der Elektromobilität widmet, auch entsprechend zu würdigen und positiv zu unterstützen? Ich persönlich nutze in Europa bewusst ausschließlich solche unabhängigen CPOs, unabhängig vom Ladepreis, wenn ich weiß, dass mein Geld weder Ölkonzernen (BP, Jet, Q8, Total, Aral, Circle K, …) noch großen Energieriesen zugutekommt, die weiterhin auf Gas und Öl (EWE, E.ON, EnBW), Kohle (Enel, RWE) oder Atomkraft (Engie, EDF) setzen. Zum Vergleich: Fastned setzt zu 100 % auf erneuerbare Energien. Meine Frage an die Kritiker: Was ist euer Antrieb, einen CPO zu kommentieren, bei dem ihr ohnehin nicht ladet? Diese Logik erschließt sich mir nicht.
Florian Mallok
25.03.2026 um 08:22
Das geht aber allen Betreibern so. Wenn ein neuer Bäcker aufmacht, kann er auch nicht einfach 40% mehr für seine Brötchen verlangen mit der Begründung, er müsse seine Investition erstmal reinbekommen. Dann kauft da einfach niemand, so wie kaum jemand bei Fastned lädt Vattenfall hat seine Adhoc-Preise an Schnelladern bei Netto gerade auf 44 bzw. 49ct gesenkt. Jet nimmt ebenfalls 49ct. Und die müssen selbstredend auch ihre Investitionen wieder reinholen.
Richard
25.03.2026 um 08:06
Preise senken, das wird den Durchfluss erhöhen. Ganz einfach
Stephan
25.03.2026 um 06:15
Die 40% schließe ich aus der Tatsache, dass JET, TEAG und jetzt auch Vattenfall bei 49ct und darunter liegen, und die mussten die Säulen auch kaufen und aufstellen lassen.Der Schuldenberg nennt sich Investition und es darf durchaus nicht nur Jahre, sondern für die Infrastruktur sogar Jahrzehnte dauern, das abzuzahlen.Beim Benzin hat auch niemand 40% mehr gezahlt, nur weil die Tankstelle neu und mit Schulden finanziert war.
Horst
30.03.2026 um 08:20
Und da bringen Sie selbst genau das Gegenargument schon mit: JET, TEAG und auch Vattenfall haben alle andere Geschäftszweige die eine Subventionierung des Nischengeschäfts Laden erlauben - das ist aber weder nachhaltig noch ein Indikator für das "richtige" Preisniveau. Lesen Sie mal den (öffentlich zugänglichen) geschäftsbericht von Fastned und Sie werden sehen, dass auch die aktuellen Preise bei weitem nicht kostendeckend sind.
Jörg
25.03.2026 um 05:12
es wird auch nicht besser werden, wenn man weiterhin die Kunden mit überhöhten Preisen vergrault....
Lademeister
24.03.2026 um 23:58
Ja, mit solchen Preisen dauert die Refinanzierung ihrer Investitionen. Mein Geld und wahrscheinlich auch das Geld vieler anderer bekommen sie so nämlich nicht.
Hardy
24.03.2026 um 23:20
Hurra, Fastned senkt die Preise von lächerlich überhöht auf sehr überhöht. Wer dort als Privatperson lädt, würde auch für 4 Euro pro Liter tanken. Es ist so gruselig für die "Randgruppe" Elektroauto-Fahrer.
Maik
25.03.2026 um 07:19
„Ein attraktives Ladeerlebnis entsteht [...] durch einen fairen Preis. Wo ist der denn? Selbst mit der Senkung ist das völlig am Markt vorbei. Ich war seit 2017 noch nie bei fastned und so wird es wohl auch bleiben.
Richard
25.03.2026 um 08:05
Ja prima, das ist ein Anfang. Fahr trotzdem da vorbei, da noch einfach zu teuer.
Joa Li
25.03.2026 um 08:10
Schade, dass der Staat hier unser Steuergeld so verschwendet. Bei solchen Preisen macht laden keinen Sinn. Fastnet bleibt auf meiner Blacklist, die ich grundsätzlich ignoriere. Solche Angebote schaden nur der Elektromobilitär als zu nutzen und solche Anbieter sollten bekämpft werden statt sie noch mit Steuergeld zu fördern.
Hilary
25.03.2026 um 18:28
Aber sonst geht es Dir gut?
Joa Li
25.03.2026 um 08:19
Der Staat sollte diese Wucherei nicht noch mit Steuergeld fördern, sondern die Steuern anheben auf jeden Cent-Abweichung vom ortsüblichen Haushaltsstrompreis progressiv noch besteuern, um die Gewinne der Wucherei abzuschöpfen und es den Anbietern unmöglich machen, damit etwas zu verdienen oder überhaupt noch Kunden zu bekommen. Macht anständige Angebote oder lasst es bleiben.
Gsst-Jörg
25.03.2026 um 19:05
Soso, 69 ct/kWh. Wow, das sind 22 ct mehr als der Abo-Preis bei Aldi, lade da wenn du Bock drauf hast für 0 € Grundgebühr und zahle per KK/ Debit. Das kann ich mir ja Fast ned leisten. Aber gutes Bild im Artikel, so weis wenigsten wie Ladepark aussieht um den garantiert im weiten Bogen drumherum fahre. Wer Ironie in dem Beitrag findet, darf sie gern behalten.
Tina
25.03.2026 um 21:21
Dann geh doch zu Ne..Aldi! :D Ah sh*t .. fahr .. oder schieb.. whatever

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