E-Auto-Batterien: CATL beherrscht die Hälfte des China-Markts

Bei E-Fahrzeug-Batterien wird CATLs inländische Dominanz immer größer. Der Marktanteil des chinesischen Herstellers ist in den ersten drei Monaten des Jahres erstmals auf Quartalsbasis über die 50-Prozent-Marke geklettert. Abgeschlagener Zweiter wurde BYD mit 17 Prozent Marktanteil.

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Bild: CATL

Laut Zahlen der China Passenger Car Association kam CATL im Auftaktquartal 2026 bei E-Fahrzeug-Batterien auf einen Marktanteil von 50,1 Prozent. Dabei handelt es sich konkret um den geschätzten Produktionsanteil von CATL am heimischen Markt. Geschätzt, da das erste Quartal noch nicht zu Ende ist: Es stehen im März noch fünf Tage aus.

So oder so: Das Portal Car News China meldet, dass CATL diese Dominanz innerhalb Chinas nun wieder das erste Mal seit fünf Jahren erreicht hat. Schon 2021 hatte der Konzern also bereits die Hälfte des Heimmarkts inne, der damals aber freilich noch ein viel geringeres Gesamtvolumen aufwies. Apropos: Für die ersten beiden Monate des Jahres betrug Chinas Gesamtproduktionsvolumen an Elektrofahrzeug-Batterien nun 310 GWh, was einem Anstieg von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Aber: „Das Verhältnis zwischen produzierten und eingebauten Batteriepacks erreichte mit 19 % einen historischen Tiefstand“, betont Car News China. Aktuell wird also viel auf Halde produziert.

Interessant ist, wie CATL sich grundsätzlich positioniert: Das Unternehmen beherrscht nämlich das Segment der ternären NMC-Batterien in China und baut gleichzeitig seine Position im LFP-Segment aus. In Zahlen ausgedrückt stellt sich dies wie folgt dar: Der Marktanteil von CATL bei NMC-Batterien erreichte zwischen Januar und März 81,6 Prozent. Der Marktanteil bei LFP-Batterien lag im ersten Quartal bei 41 Prozent – „und damit auf dem höchsten Stand seit vier Jahren“, wie Car News China berichtet.

RangHerstellerMarktanteil gesamtMarktanteil NMCMarktanteil LFP
1CATL50,1%81,6%41%
2BYD17,5%0%22,6%
3Gotion6,1%0,4%7,7%
4CALB5,3%5,4%5,3%
5EVE5%1,1%6,1%
6Rept Battero3,1%0%4%
7Sunwoda2,8%0,2%3,6%
8SVOLT2,5%7,6%1,1%
9Zenergy2,1%0,3%2,6%
10Zhejiang Yaoning1,8%0%2,4%

Quelle: Car News China

Wie die Tabelle zeigt, führt CATL mit weitem Abstand. Zweitgrößter inländischer Batteriehersteller wurde im ersten Quartal BYD mit 17,5 Prozent Marktanteil, was einem Rückgang von 4,3 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Car News China spricht von BYDs „schwächsten Ergebnis seit fünf Jahren“. Das allein im LFP-Segment aktive Unternehmen hält jedoch einen Anteil von 22,6 Prozent am LFP-Batteriemarkt. In diesem Bereich fällt der Rückstand zu CATL also nicht ganz so groß aus.

Insgesamt zeigt sich, dass sich die meisten Hersteller entweder auf NMC oder LFP fokussieren, nur CATL und CALB fahren richtig zweigleisig, weitere OEMs konzentrieren sich weitgehend auf eine Chemie – und zwar häufiger auf LFP als auf NMC. Entsprechend ist der LFP-Markt auch umkämpfter, bei NMC-Batterien ist CATL mit den genannten 81 Prozent Marktanteil enteilt. Nur SVOLT und CALB halten noch Marktanteile über fünf Prozent.

Dennoch sind die Marktanteile nicht einzementiert. Denn in den kommenden Jahren dürfte sich der Wettbewerb zwischen den Batterieherstellern auch auf neue Segmente wie Natrium-Ionen- und Festkörperbatterien verlagern. Gleichzeitig stellt sich die Frage, wie profitabel die Hersteller wirtschaften können, wenn der Binnenmarkt weiterhin so sehr schwächelt wie in den vergangenen Monaten.

Laut der Statistik der China Passenger Car Association wurden in Februar nur rund 370.000 Batterien in Fahrzeuge mit alternativen Antrieben (BEV, PHEV und EREV) eingebaut, darunter 100.000 in Plug-in-Hybridfahrzeuge (-61 % YoY), 236.000 in Batterie-elektrische Fahrzeuge (-41 % YoY) und 27.000 in Elektro-Lkw. „Dieser Rückgang ist auf die kurzfristige sinkende Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in China zurückzuführen, die durch die schrittweise Einstellung staatlicher Subventionen bedingt ist“, schreibt Car News China. Mehr Details zur ausgeprägten Februar-Delle in China können Sie hier nachlesen.

carnewschina.com

1 Kommentar

zu „E-Auto-Batterien: CATL beherrscht die Hälfte des China-Markts“
Paul-Gerhard Fenzlein
27.03.2026 um 08:27
Die marktbeherrschende Stellung des chinesischen Batteriegiganten CATL wird oft allein auf dessen enorme Produktionskapazitäten reduziert. Doch das greift zu kurz. Die wahre Stärke von CATL liegt in einer weitsichtigen Diversifizierungsstrategie: Das Unternehmen agiert längst nicht mehr nur als reiner Komponentenhersteller, sondern als systemkritischer Gestalter eines globalen Batterie-Ökosystems. Die strategische Allianz mit NIO Ein Eckpfeiler dieser Dominanz ist die tiefgreifende und frühzeitige Kooperation mit dem Premium-Hersteller NIO. CATL hat erkannt, dass die Hardware (die Batterie) und die Infrastruktur (das Wechselstationen-Netz) untrennbar miteinander verbunden sind. Diese Partnerschaft verfolgt CATL konsequent auf zwei Ebenen: 1. Kapitalverflechtung und Asset-Management: Durch die direkte Beteiligung an NIO Power sowie dem Batterie-Asset-Unternehmen Mirattery (Wuhan Weineng) sichert sich CATL Einfluss auf den gesamten Lebenszyklus der Batterie. Dieses „Battery-as-a-Service“ (BaaS)-Modell entkoppelt den Batteriekauf vom Fahrzeugkauf, senkt die Einstiegshürden für Kunden und macht die Batterie zu einem handelbaren Wirtschaftsgut unter der Kontrolle von CATL. 2. Technologische Skalierung durch EVOGO: Parallel zur High-End-Lösung von NIO hat CATL mit EVOGO (und den modularen „Choco-SEB“-Batterien) ein eigenes, markenübergreifendes Wechselsystem für das Volumen-Segment (Klein- und Mittelklasse) etabliert. Damit setzt CATL einen Industriestandard, der es auch kleineren Herstellern ermöglicht, ohne eigene Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur wettbewerbsfähig zu bleiben. Technologieführerschaft an allen Fronten Neben der Infrastruktur bleibt CATL der Innovationstreiber bei der Zellchemie. Die aktuelle Überlegenheit zeigt sich in drei Kernbereichen: • Ultra-Schnellladung: Mit der Einführung der 5C-Ladetechnologie (z. B. in der Shenxing-Batterie) werden Ladezeiten erreicht, die den Zeitaufwand an herkömmlichen Zapfsäulen fast egalisieren. • Langlebigkeit: Durch Kooperationen zur Entwicklung von Batterien mit einer Lebensdauer von bis zu 15 Jahren adressiert CATL das größte Problem des Zweitmarktes für Gebraucht-E-Autos. • Zukunftstechnologien: Massive Investitionen in Feststoffbatterien (Solid-State) und Natrium-Ionen-Zellen stellen sicher, dass CATL auch bei der nächsten technologischen Disruption an der Spitze steht. Fazit CATL ist weit mehr als ein Zulieferer; das Unternehmen ist zum unverzichtbaren Partner für die gesamte Automobilindustrie gereift. Durch die Kombination aus technologischer Exzellenz, strategischen Beteiligungen und dem Aufbau einer globalen Infrastruktur hat CATL ein Ökosystem geschaffen, an dem in der Ära der Elektromobilität kein Weg mehr vorbeiführt.

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