Audi-FAW preist den A6L e-tron für China ein

Audi hat den Vorverkauf des A6L e-tron gestartet. Dabei handelt es sich um die China-spezifische Langversion des in Ingolstadt gebauten A6 e-tron. Gefertigt wird die Elektro-Limousine von der Audi FAW NEV Company, die ihrerseits gerade einen neuen CEO meldet.

Audi a6l e tron min
Bild: Audi

Zunächst zum Vorverkaufsstart des A6L e-tron: Das chinesische Audi-Joint-Venture kündigt vier Varianten des neuen Modells an, deren Preise in der jetzigen Launch-Phase zwischen 313.000 und 443.000 Yuan liegen (rund 39.300 bis 55.670 Euro). Beim richtigen Verkaufsdebüt fallen die Preise in China häufig noch einmal um einige tausend Yuan.

Klar ist: Der A6L e-tron ist nach dem Q6L e-tron der zweite China-Ableger mit verlängertem Radstand, der bei der Audi FAW NEV Company im neuen Werk in Changchun vom Band laufen wird. Beide Oberklasse-Stromer basieren auf der Premium Platform Electric (PPE), beim Q6L e-tron handelt es sich um ein SUV (aktuell ab 348.800 Yuan), beim A6L e-tron um eine Limousine. Gegenüber dem klassischen A6 e-tron aus Ingolstadt (mit 4,93 Metern Länge) hat die Langversion in China einen um gut 13 Zentimeter gewachsenen Radstand.

Und: Im Vergleich zum europäischen A6 e-tron fährt die Langversion optional mit einer 7 kWh größeren Lithium-Ionen-Batterie vor, die eine Bruttokapazität von 107 kWh hat und nach der dortigen CLTC-Norm bis zu 815 Kilometer Reichweite ermöglicht. Denselben Akku beherbergt auch der Q6L e-tron, allerdings kommt das SUV nicht so weit wie die Limousine, die mit einem Karosserie-bedingt weitaus niedrigeren Luftwiderstandsbeiwert von 0,22 aufwartet. Alternativ steht Käufern ein kleinerer 95-kWh-Akku zur Auswahl.

Beide Oberklasse-Stromer verfügen zudem über eine 800-Volt-Architektur und eine Ladeleistung von bis zu 270 kW. So kann „unter optimalen Bedingungen“, wie es heißt, in zehn Minuten genug Strom für 300 Kilometer nachgeladen werden. Zur Motor-Leistung ist bisher nur bekannt, dass die Allradversion 405 kW leisten soll. Zum Hecktriebler ist noch kein Wert publik.

Für chinesische Kunden haben ohnehin vor allem autonome Fahrfunktionen und digitale Features einen besonderen Stellenwert. Deswegen sind die gehobenen Versionen des A6L e-tron serienmäßig mit einer angepassten Version von Huaweis „Qiankun“-System ausgestattet. Und: Im Cockpit ist u.a. ein 88-Zoll-Augmented Reality Head-Up Display verbaut.

Hergestellt wird das Fahrzeug in einem Werk, das extra für die Audi FAW NEV Company gebaut wurde. Die Grundsteinlegung fand bereits 2022 statt, die Anlage ist auf 150.000 Autos pro Jahr ausgelegt. Die Fabrik soll sich durch eine umfangreiche Digitalisierung, eine vollintegrierte IT-Lösung und einen hohen Automatisierungsgrad auszeichnen. Alleine in der Karosseriefertigung kommen 800 Roboter zum Einsatz, Audi spricht von einem Rekordwert bei der Automatisierungsrate in der chinesischen Industrie. Ein 24 Meter hohes Lagerhaus soll ebenfalls automatisiert laufen und für eine zuverlässige Logistik sorgen.

Der Q6L e-tron und der A6L e-tron sollen allen voran die Position von Audi in China stärken – denn das E-Angebot bei Audi war bisher sehr überschaubar. Ob sie aber die gewünschte Zielgruppe erreichen und an die alten Audi-Erfolge in China anknüpfen können, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Neben den PPE-Stromern von Audi und FAW sollen dabei auch Elektromodelle der neuen Submarke AUDI von Audi und SAIC für Aufwind sorgen.

Unterdessen besetzt die Audi FAW NEV Company ihren Chefposten neu: Mit Wirkung zum 1. April 2026 wird Jörg Menges die Position des CEO des Joint Ventures übernehmen. Helmut Stettner, der derzeitige CEO, kehrt nach Ingolstadt zurück. Mit Menges übernimmt ein Manager mit mehr als 31 Jahre internationale Erfahrung in der Automobilindustrie – darunter auch China-Stationen.

„Seit 2022 war Jörg Menges Leiter Product Engineering bei der Audi AG in Ingolstadt. Zuvor war er Werkleiter in Changchun bei der FAW-Volkswagen Automotive Co., Ltd. und sammelte umfangreiche Erfahrungen in lokaler Produktion und Unternehmensführung“, teilt Audi mit. Gerd Walker, Vorstand Produktion und Logistik des Autobauers, äußert: „Jörg Menges ist ein erfahrener Manager, starker Stratege und ausgewiesener Produktionsexperte. Dank seiner früheren Rolle in China verfügt er über ein tiefes Marktverständnis und ist zudem innerhalb des Konzerns hervorragend vernetzt. Er wird das Unternehmen in die nächste Phase führen und den Produktionsstandort im Rahmen unserer Elektrifizierungsstrategie für den chinesischen Markt konsequent weiterentwickeln.“

Dem bisherigen CEO Helmut Stettner attestiert Audi, binnen fünf Jahren „eine solide Grundlage für die Elektrifizierungsstrategie von Audi in China geschaffen zu haben“. Dazu Gerd Walker: „Ich möchte Helmut Stettner für seinen großartigen und leidenschaftlichen Einsatz für das Unternehmen danken. Er war von der allerersten Sekunde an für den Aufbau des Unternehmens und des Produktionsstandorts in Changchun verantwortlich und hat zuletzt gemeinsam mit seinem Team erfolgreich die Markteinführung des ersten Produktportfolios umgesetzt.“

cnevpost.com, audi-mediacenter.com

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