Renault entwickelt effizientere E-Antriebe für R4 und R5

Der Renault 4 und Renault 5 sollen laut einem Medienbericht neue E-Antriebe erhalten. Die neuen Aggregate sollen mehr Leistung bieten und effizienter sein. Zudem steht offenbar LFP-Technik für die „Urban Range“-Versionen beider Modelle auf der künftigen Produkt-Roadmap.

Renault renault collage
Bilder: Renault / Montage: electrive

Über neue E-Motoren berichtet Autocar unter Berufung auf Marianne Bataillon, Leiterin der Entwicklung von Elektromotoren und Batterien bei Renault. Demnach arbeitet der Hersteller weiter daran, die Effizienz und Leistung seiner E-Motoren der zweiten Generation zu verbessern. Ansatzpunkte seien vor allem der Wechselrichter und das Untersetzungsgetriebe. Die Änderungen sollen laut Bataillon Ende 2026 oder Anfang 2027 in Renault 4 und Renault 5 eingeführt werden.

Derzeit werden die beiden Modelle auf der AmpR-Small-Plattform jeweils mit zwei Leistungsstufen und Batteriegrößen angeboten. Beim Renault 5 kombiniert die „Urban Range“-Variante einen 90-kW-Motor mit einer 40-kWh-Batterie. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 312 Kilometern. Die „Comfort Range“-Variante verfügt über einen 110 kW starken E-Antrieb und eine 52 kWh große Batterie für bis zu 410 Kilometer nach WLTP. Beim Renault 4 stehen ebenfalls ein 90-kW-Antrieb mit 40-kWh-Batterie sowie ein 110-kW-Antrieb mit 52-kWh-Batterie zur Wahl. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 308 beziehungsweise 409 Kilometern.

Nun sollen neue Antriebe für höhere Leistungen sorgen und effizienter werden. Letztere würde sich auch positiv auf die Reichweite auswirken. Bei den neuen Antrieben soll es sich um weiterentwickelte Varianten des „Gen 2 Evo“ handeln. Dieser E-Antrieb feierte im neuen Twingo sein Debüt, dort allerdings mit einer auf 60 kW begrenzten Leistung. Für Renault 4 und Renault 5 sind leistungsstärkere und effizientere Ausführungen vorgesehen. Welche Leistungsdaten die überarbeiteten Modelle aufweisen werden, ist noch nicht bekannt. Auch konkrete Angaben zu möglichen Reichweitengewinnen liegen bislang nicht vor.

Autocar zufolge baut Renault bei der Überarbeitung auf Erkenntnissen aus der Entwicklung seiner dritten E-Motorengeneration auf. Gemeint sein dürfte der E7A, den Renault für die nächste Generation von Mégane und Scénic entwickelt. Diese Modelle werden ab 2028 erwartet. Für Renault 4 und Renault 5 ist jedoch kein Wechsel auf den E7A oder die 800-Volt-Technik vorgesehen.

Die weiterentwickelten Motoren für Renault 4 und Renault 5 kommen in einer Phase, in der neue Konkurrenz im E-Kleinwagensegment antritt. Der VW ID. Polo soll mit einem 155 kW starken E-Antrieb und einer 52-kWh-Batterie bis zu 454 Kilometer weit kommen. Beim Skoda Epiq sind ebenfalls 155 kW und 52 kWh vorgesehen, Skoda nennt hierfür mehr als 440 Kilometer Reichweite. Damit liegen die Bestwerte der beiden Konzernmodelle über den derzeitigen Bestwerten von Renault 5 und Renault 4.

Bei den kleineren Batterien ist der Abstand geringer. Für den ID. Polo mit 99 kW Leistung und 37-kWh-LFP-Batterie gibt Volkswagen bis zu 329 Kilometer Reichweite an. Beim Skoda Epiq soll die Version mit 99 kW und 37-kWh-LFP-Batterie rund 310 Kilometer schaffen. Der Renault 5 liegt mit 40 kWh bei bis zu 312 Kilometern, der Renault 4 bei bis zu 308 Kilometern. Gerade bei den Varianten mit großer Batterie könnte ein Effizienzgewinn für Renault daher besonders relevant sein.

Unabhängig vom Motorupdate könnte Renault die Batteriepalette der beiden Modelle erweitern. Adam Wood, Geschäftsführer von Renault UK, sagte gegenüber Auto Express, dass LFP-Technik Teil der künftigen Produkt-Roadmap sei – ausdrücklich auch für Renault 4 und Renault 5. Nach Angaben Woods soll die Chemie bei den „Urban Range“-Versionen eine Rolle spielen. Einen Zeitpunkt, konkrete Batteriegrößen oder Reichweiten nannte er jedoch nicht.

Auto Express leitet daraus ab, dass die heutige 40-kWh-NMC-Batterie perspektivisch ersetzt werden könnte. Bestätigt ist das aber nicht: Offen bleibt, ob Renault die Kapazität beibehält oder eine kleinere Batterie. Für die „Urban Range“-Modelle von Renault 4 und Renault 5 könnte die LFP-Zellchemie vor allem günstigere Einstiegsvarianten ermöglichen.

autocar.co.uk (Antriebe), autoexpress.co.uk (Batterie)

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