Fastned verkauft über 55 GWh Strom im ersten Quartal

Der niederländische Schnellladeanbieter Fastned hat im ersten Quartal 2026 beim Ladeumsatz und bei der abgegebenen Energiemenge neue Höchstwerte erreicht. Fastned lieferte insgesamt 55,6 GWh erneuerbare Energie an E-Autofahrerinnen und -fahrer aus.

Fastned ladestation charging station buederich
Bild: Fastned

Das sind laut dem Unternehmen 32 Prozent mehr als im ersten Quartal 2025. Der Ladeumsatz stieg auf 39,2 Millionen Euro und lag damit sogar 40 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums. Das heißt: Da der Lade-Umsatz stärker zugelegt hat als die verkaufte Energiemenge, konnte Fastned im Schnitt je Kilowattstunde mehr Umsatz erzielen. Umgerechnet entspricht das 0,70 €/kWh an Umsatz – also recht genau auf dem Niveau des Standard-Tarifs von Fastned. Dieser lag zum Beispiel in Deutschland im ersten Quartal noch bei 0,73 €/kWh, seit dem ersten April sind es 0,69 €/kWh.

Die wirtschaftliche Entwicklung der Stationen verbesserte sich im ersten Quartal erneut. Der annualisierte Umsatz pro Station lag bei 387.000 Euro, nach 325.000 Euro im ersten Quartal 2025. „Damit setzt Fastned seinen Effizienzpfad konsequent fort – getragen vom organischen Wachstum der Ladenachfrage infolge der weiter wachsenden europäischen E-Auto-Flotte“, wie die Niederländer mitteilen.

Je Ladevorgang wurde auch eine größere Energiemenge geladen: Nach eigenen Angaben hat Fastned zwischen Januar und März 2,1 Millionen Ladevorgänge in neun Ländern abgewickelt, was 28 Prozent mehr sind als im Q1 2025. Im Schnitt wurden also 26,5 Kilowattstunden pro Ladevorgang verkauft. Damit konnten in der Hochrechnung des Unternehmens 277 Millionen mit Strom zurückgelegte Kilometer gefahren werden, was 50,3 Kilotonnen Emissionen von CO2-Äquivalenten eingespart haben soll. Die drei wichtigen Kennziffern – gelieferte Energie, Ladeumsatz und Anzahl der Ladevorgänge – markieren gemäß der Mitteilung neue Quartalsrekorde für das Unternehmen.

Und auch der Ausbau geht weiter: Fastned nahm im ersten Quartal acht neue Standorte in Dänemark, Italien, Frankreich und Großbritannien in Betrieb. Weitere vier Standorte wurden erweitert oder modernisiert. Zum Ende des ersten Quartals 2026 umfasste das europäische Fastned-Netzwerk insgesamt 414 Standorte.

Wichtig: Der Ladeumsatz und die verkaufte Energiemenge geben einen Einblick in das operative Geschäft von Fastned, es handelt sich aber nicht um die vollständigen Geschäftszahlen für das erste Quartal. Während Fastned dank des wachsenden Geschäfts operativ profitabel ist, sieht es nach Abschreibung und Investitionen anders aus. Aufgrund der kapitalintensiven Expansion in ganz Europa stand im Gesamtjahr 2025 trotz steigender Umsätze unterm Strich ein Verlust von 30,2 Millionen Euro. Das Wachstum finanziert Fastned über Kredite und Anleihen: Im Januar hatte sich das Unternehmen einen Millionen-Finanzierungsrahmen gesichert und im März über eine Anleihe-Emission über 32 Millionen Euro von Privatanlegern erhalten.

„Die globalen Verwerfungen an den Energiemärkten im ersten Quartal 2026 zeigen, wie dringend Europa die Elektrifizierung beschleunigen und sich aus der Abhängigkeit von teuren und unsicheren Importen fossiler Energieträger lösen muss“, sagt Fastned-CEO Michiel Langezaal. „Dass Fastned im ersten Quartal erneut stark gewachsen ist – mit Rekordumsätzen und einer weiter verbesserten operativen Effizienz –, unterstreicht unsere führende Rolle beim Aufbau der öffentlichen Schnellladeinfrastruktur, die Menschen für den Umstieg brauchen. Bezahlbares und zuverlässiges Schnellladen ist entscheidend, damit das Elektroauto überall und für alle alltagstauglich wird. Ich bin stolz darauf, dass Fastned diesen Wandel in Europa weiter mit vorantreibt.“

fastnedcharging.com

7 Kommentare

zu „Fastned verkauft über 55 GWh Strom im ersten Quartal“
Volker Jaschke
16.04.2026 um 13:56
Wer sind die Käufer, die 70cent zahlen? Alles Dienstwagen? Verrückt.
Martens
16.04.2026 um 16:52
Flottenkunden haben andere Tarife bei Fastned. Und: Fastned ist ein "ehrlicher" Player, der zu 100% auf Elektromobilität und zu 100% auf EE setzt. Kein €nergiekonzern, kein €rdöl-/€rdgas-Geschaft, kein €oldesel etc. mit dem sich ein Ladepreis querfinanzieren ließe.
Robert Fischer
16.04.2026 um 16:32
Ich kann es auch nicht nachvollziehen, aber irgendwie scheinen Sie die Kunden zu bekommen. Um Ostern (Karfreitag) habe ich in Plech sogar welche in der Schlange bei Fastnet warten gesehen, obwohl praktisch daneben EnBW und sogar Aldi freie Ladeports hatten.
Musicman
17.04.2026 um 09:04
Lieber bei Fastned in der Schlange stehen als die EnBW und unsere Gas-Kathi zu unterstützen. Die Saboteure der Energiewende sollten nicht auch noch belohnt werden wenn sie sich tagein tagaus damit beschäftigen wie man das Geschäftsmodell von stationären Großspeichern verhindern kann.
erFahrer
17.04.2026 um 08:27
Danke für diesen Einblick der zeigt das man mit einem guten Design, das von Ferne erkennbar ist genügend Einsteiger findet oder Leuten denen der Preis egal ist, für die wenigen male beim Fremdladen. Erscheint für die Pioniere der eMobilität schon eigenartig, konnte man doch noch vor einiger Zeit an allen Tank und Rast doch kostenlos nachladen.
Jens Reuker
17.04.2026 um 10:33
Bin regelmässig in NL. FastNed ist an vielen Autobshnen präsent. "Autocharge" ermöglicht direktes Laden, praktisch und schnell. Kann FastNed für gelegentliches Laden an der Autobahn nur empfehlen.
Hans Gnann
17.04.2026 um 11:43
Ich lade gerne bei Fastned weil a) tolles Start-up, kompetentes Management mit hoher Sozialkompetenz, b) mit hoher Performance und selbst finanziert bereits über 400 HPC Standorte in Europa unterhält und c) für angemeldete Nutzer mit 0,62€ nur leicht über der Benchmark liegen. Für den minimalen Aufschlag bekomme ich eine sicheres Ladeerlebnis (Uptime 99%), mindestens 4 HPC Säulen (was will ich auf Langstrecke am Samstag mit einem Aldi-Ladepunkt?) und hoher Ladeleistung. Für mich voll ok und ich freue mich, wenn die Ausbaupläne künftig auch den südlichen Teil des DACH-Raums besser abdecken.

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