Sunwoda arbeitet an extrem schnell ladbaren LFP-Batterien

Der chinesische Batteriehersteller Sunwoda hat auf seinem Technologietag eine umfassende Produkt-Roadmap für Batterien angekündigt und dabei eine neue Generation von besonders schnell ladbaren Akkus vorgestellt, die eine Ladegeschwindigkeit von 15C erreichen sollen.

Sunwoda xingchi supercharge battery lfp
Bild: 42how

Neben dem 15C-Akku hat Sunwoda auch Natrium-Ionen- und KI-integrierte Batteriesysteme angekündigt. Im Mittelpunkt der Vorstellung stand jedoch ganz klar die „Xingchi Supercharge Battery 2.0“, ein LFP-Akku für Elektro-Pkw, der Spitzenladeraten von 15C unterstützt. Diese Angabe ist aber mit Vorsicht zu genießen, gleich mehr dazu.

Die „Xingchi Supercharge Battery 2.0“ kommt dabei auf ähnlich beeindruckende Daten wie die „Blade Battery 2.0“, die BYD Anfang März vorgestellt hatte – mit Ladezeiten von neun Minuten von zehn auf 97 Prozent. Sunwoda gibt jetzt für seine LFP-Technologie ebenfalls neun Minuten Ladedauer an, jedoch im leicht von BYD abweichenden Fenster von fünf auf 95 Prozent. Auf der Veranstaltung wurde ein Akku-Pack vorgestellt, das aus 264 prismatischen Zellen Bestand und auf einen Energiegehalt von 98,8 kWh kommen soll – also eine für moderne Elektroautos durchaus gängige Größe.

Das Pack hat chinesischen Berichten zufolge eine Spannung von 844,8 Volt und soll einen maximalen Ladestrom von 1.800 Ampere aufnehmen können. Das ergibt rechnerisch eine Peak-Ladeleistung von etwas über 1.500 kW. Wie lange die Batterie die 1.800 Ampere Ladestrom aufrecht erhalten kann und wie schnell abgeregelt werden muss, ist nicht bekannt. Eine gewisse Zeitlang scheint aber eine hohe Ladeleistung möglich, bevor (aus thermischen Gründen) die Ladeströme reduziert werden müssen: Von fünf auf 75 Prozent soll es gerade einmal 5:30 Minuten dauern.

Die angegebene Laderate von bis zu 15C bezieht sich allerdings auf die Peak-Ladeleistung, nicht auf den gesamten Ladevorgang. Die Laderate gibt das Verhältnis von Ladeleistung zum Energiegehalt der Batterie an, bei 98,8 kWh Energiegehalt würde 15C also 1.482 kW Ladeleistung entsprechen. Üblicherweise wird die C-Rate aber für den gesamten Ladevorgang genutzt, 4C würden zum Beispiel einem Ladevorgang in 15 Minuten entsprechen, 6C würde zehn Minuten dauern.

Würden die 15C nicht für den kurzzeitigen Peak, sondern für den gesamten Ladevorgang gelten, wäre der 98,8-kWh-Akku rechnerisch in vier Minuten komplett geladen. Ganz so schnell geht es dann doch noch nicht, ein Ladehub von 90 Prozent in neun Minuten entspricht jedoch einer für diesen Bereich sehr guten C-Rate von 6,7.

1.500 Zyklen Lebensdauer – trotz Schnellladen

Wie für LFP-Zellen typisch soll die „Xingchi Supercharge Battery 2.0“ auch recht lange halten, Sunwoda gab zur Premiere eine Lebensdauer von 1.500 Zyklen an. Mit einer wichtigen Ergänzung: Die Nutzung von Schnellladern soll während der Garantiezeit nicht eingeschränkt werden. Sunwoda ist also offenbar zuversichtlich, dass selbst wiederholte Ladevorgänge mit sehr hoher Ladeleistung die Haltbarkeit nicht nennenswert einschränken.

Auch wenn sich die Systeme sehr ähneln, einen Unterschied zu BYD gibt es: Während BYD die „Blade Battery 2.0“ als Teil eines Gesamtsystems vorgestellt hat und zu der neuen Zell-Generation auch die entsprechenden Ladestationen und gleich mehrere Fahrzeugmodelle präsentiert wurden, sind in den Berichten zu der neuen Sundwoda-Batterie keine Aussagen zu konkreten Serieneinsätzen enthalten. Wann und wo diese Technologie erstmals eingesetzt wird (und unabhängig validiert werden kann), ist noch nicht bekannt.

Neben der sehr schnell ladbaren LFP-Batterie hat Sunwoda noch zwei weitere Pkw-Technologien vorgestellt, die kurz vor der Serienreife stehen sollen. Einmal handelt es sich um eine sehr langlebige Batterie, die sich durch ihren geringen Leistungsabfall auszeichnen soll. Die dirtte Pkw-Neuheit richtet sich an Hybridautos, dort soll eine neue Rundzelle die Ladezeiten von zehn auf 80 Prozent auf zehn Minuten verkürzen. Und für Nutzfahrzeuge wurde ein Doppel-Ladesystem mit bis zu 1,44 MW Leistung vorgestellt.

Die ebenfalls präsentierten Natrium-Ionen-Zellen sieht Sunwoda vorerst aber nicht in Fahrzeugen, sondern (wie auch einige neue LFP-Produkte) vor allem im Bereich der stationären Enerigespeicher. Bei den Na-Ionen-Zellen will Sunwoda schon 20.000 Ladezyklen bei Raumtemperatur und mehr als 10.000 Zyklen bei hohen Temperaturen erreicht haben, wobei aber nicht genau klar ist, was hier als hohe Temperaturen definiert wird. Als Heimspeicher oder Stromspeicher zur Netzentlastung versprechen die Zyklenzahlen aber eine lange Haltbarkeit. Aufgrund der niedrigen Kosten und der guten Rohstoff-Versorgung könnten sie stationäre Speicher finanziell attraktiver machen. Da die Energiedichte geringer als bei Lithium-basierten Zellen ist, sieht Sunwoda den Einsatz in Fahrzeugen höchstens in günstigen Einstiegsmodellen, nicht aber in High-End-Elektroautos.

Bei der schnellen (Weiter-)Entwicklung von Batterien soll künftig auch vermehrt Künstliche Intelligenz genutzt werden. gemäß der „KI+“-Strategie von Sunwoda soll die KI in die Batterie-Entwicklung, -Fertigung und das Lebenszyklus-Management integriert werden. Davon erhofft sich der Hersteller eine bessere und datengetriebene Forschung und Entwicklung.

carnewschina.com

4 Kommentare

zu „Sunwoda arbeitet an extrem schnell ladbaren LFP-Batterien“
Max
20.04.2026 um 12:37
"Üblicherweise wird die C-Rate aber für den gesamten Ladevorgang genutzt, 4C würden zum Beispiel einem Ladevorgang in 15 Minuten entsprechen, 6C würde zehn Minuten dauern."Das ist das erste Mal, dass ich diese Definition der C-Rate lese. Ich kenne die C-Rate als eine Größe, die für die Spitzenleistung angegeben wird."ein Ladehub von 90 Prozent in neun Minuten entspricht jedoch einer für diesen Bereich sehr guten C-Rate von 6,7"Das ist ja auch nicht der gesamte Ladevorgang, also von 0 auf 100 %.
sebastian
20.04.2026 um 18:34
Nee, ist schon genauso wie beschrieben. Der Peak des Akkus ist ja keine Rate, sondern einfach die angegebene Ladeleistung, bei der gewöhnlich ja das Maximum ausgewiesen wird. https://de.wikipedia.org/wiki/Laderate
Funtron
20.04.2026 um 14:13
Da wir einen Wohnwagen ziehen würde uns ein 100 bis 120 kWh Netto Akku gefallen der bis 94 % eine Ladekurve von 350 bis 400 kW hält gefallen. 330 Km fahren 15 Minuten Pause 300 km fahren und 12 Minuten Pause 😜
Kaka
21.04.2026 um 05:47
Hört sich sehr gut an. Soweit ich weiss ist angeblich Tesla neuster Kunde der Firma. Ich glaub für die meisten wären 15 min von 10%-90% mehr als ausreichend, dadurch bräuchte man auch keine speziellen Ladesäulen wie bei BYD. Aber besser haben als brauchen.

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