ChargePoint präsentiert All-in-One-Ladesäule mit 600 kW

Der US-Anbieter ChargePoint hat seine neue DC-Ladelösung Express Solo vorgestellt. Diese bietet eine Ladeleistung von bis zu 600 kW und soll nichts weniger als die „weltweit schnellste alleinstehende DC-Schnellladestation für Elektroautos“ sein. Als erster DC-Lader von ChargePoint soll die Express Solo auch in Europa verfügbar sein.

Chargepoint express solo ladestation hpc
Bild: ChargePoint

Tatsächlich ist die ChargePoint Express Solo ein wegweisendes Produkt für das US-Unternehmen und bringt gleich mehrere Premieren mit sich. Die Express Solo ist das erste Produkt auf Basis der neuen „Express DC-Schnellladearchitektur“. Als erste DC-Ladestation des Unternehmens wird die Express Solo auch auf dem europäischen Markt verfügbar sein. Und sie verfügt über das erste, gemeinsam mit Eaton entwickelte System für bidirektionales Laden und Integration von Batteriespeichern.

Zunächst zu den Basis-Daten: Die Express Solo bietet Ladeleistungen von bis zu 600 kW an einem Ladepunkt. Die All-in-One-Säule selbst ist mit zwei Ladekabeln ausgestattet. In welchen Abstufungen die Leistung zwischen den beiden Ladepunkten verteilt werden kann, gibt ChargePoint in der Mitteilung nicht an.

Als Besonderheit werden die kompakten Abmessungen des All-in-One-Gehäuses hervorgehoben. „Express Solo bietet eine etwa 40 Prozent höhere Leistungsdichte als andere DC-Ladelösungen und beansprucht dabei die branchenweit kleinste Stellfläche“, so ChargePoint. Damit soll sich eine leistungsstarke und skalierbare Ladelösung platzsparend installieren lassen, die Baukosten können laut dem Unternehmen gesenkt werden und mit der hohen Ladeleistung sinken die Ladezeiten.

Ein interessantes Feature ist auch die Möglichkeit, an eine Express Solo mit der integrierten Leistungselektronik noch eine zusätzliche Ladesäule als Dispenser anzuschließen. Damit sollen – laut ChargePoint kostengünstig – vier Fahrzeuge gleichzeitig die Elektronik einer Säule nutzen können. Dann wird die zur Verfügung stehende Leistung verteilt, zum Beispiel auf 4x 150 kW. Aber auch hier gibt es keine Informationen zur Granularität. Je nach Auslastung sollen aber auch dann bis zu 600 kW an einem Ladepunkt möglich sein.

Chargepoint express solo dispenser ladestation hpc
Bild: ChargePoint

Mit der Erweiterung als Dispenser sollen EV-Fahrern mehr Ladepunkte zur Verfügung stehen und Stationsbetreibern potenziell höhere Einnahmen winken. Das System erhöht auch die Flexibilität: Die Express Solo kann an einem Standort installiert und die mögliche Erweiterung in der Zukunft per Dispenser gleich mit eingeplant werden. Als All-in-One-Säule, die ohne externen Schaltschrank auskommt, soll die Express Solo ohnehin für den Einsatz an Standorten geeignet sein, „die schnelles Laden auf begrenztem Raum erfordern, wie etwa in Städten oder an Tankstellen“.

Grundsätzlich will ChargePoint mit der zugrundeliegenden Architektur (und damit auch künftigen Modellen) die „vier zentralen Hürden beim Ausbau von DC-Schnellladeinfrastruktur“ angehen. Also laut dem Unternehmen Netzengpässe, höhere Ladeleistung, Zuverlässigkeit und Kosten. Die Express-Architektur ist die erste gemeinsam entwickelte Lösung von ChargePoint und Eaton, einem Spezialisten für intelligentes Energiemanagement. „Diese wegweisende Partnerschaft vereint modernste Ladehardware mit einer lückenlos integrierten Energieinfrastruktur, um die Bereitstellung von E-Ladelösungen deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen. Das Ergebnis ist ‚ChargePoint Express Grid powered by Eaton‘ – ein System, das im Vergleich zu herkömmlichen DC-Lösungen nicht nur weniger Platz benötigt, sondern auch die Investitions- und Betriebskosten signifikant senkt“, heißt es in der Mitteilung. So soll sich die Express Solo nahtlos mit erneuerbaren Energiequellen vor Ort koppeln lassen, etwa PV-Anlagen oder stationären Batteriespeichern.

„Unsere Express DC-Architektur macht den entscheidenden Unterschied. Nicht nur wegen der hohen Leistung, sondern vor allem durch Wirtschaftlichkeit, Effizienz und Flexibilität“, sagt Rick Wilmer, CEO von ChargePoint. „Express Solo zeichnet eine unerreichte Leistungsdichte aus, die mithilfe von DC-Schnittstellen direkt Energie aus PV-Anlagen oder Batteriespeichern integrieren kann. Zudem ist sie modular aufgebaut, was eine kostengünstige und unkomplizierte Skalierung des Systems ermöglicht. Wir entwickeln das DC-Schnellladen von einem reinen Hardware-Asset zu einer zukunftssicheren Energieplattform weiter.“

Und: Da mit der aktuellen Marktentwicklung rund um E-Autos in den USA und der dortigen Politik auch die Nachfrage nach DC-Lösungen künftig eher nicht die einst erwarteten Wachstumsraten ermöglichen dürfte, wendet sich das US-Unternehmen ChargePoint vermehrt dem europäischen Markt zu. Ob die Express Solo in dem bereits entwickelten EU-Markt mit etablierten Herstellern überzeugen kann und die Europa-Wette von ChargePoint aufgeht, wird sich erst zeigen.

Quelle: Info per E-Mail

1 Kommentar

zu „ChargePoint präsentiert All-in-One-Ladesäule mit 600 kW“
Matthias U
22.04.2026 um 18:14
Gibt's dazu auch einen Link? An was ist die Säule letztlich angeschlossen, AC-Mittelspannung? Fragen über Fragen …

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