Audi überarbeitet den Q4 e-tron

Die Update-Welle bei den MEB-Stromern aus dem VW-Konzern geht weiter. Jetzt hat auch Audi seine runderneuerte Version des Q4 e-tron vorgestellt, die Änderungen bei der Technik und dem Design mit sich bringt – und auch Audi-spezifische Neuheiten. Die Fahrzeuge sollen ab Sommer ausgeliefert werden.

Audi q4 e tron facelift
Bild: Audi

Mit dem in Zwickau gebauten Audi Q4 e-tron und dessen Coupé-Ableger Sportback wechselt eine weitere, aber nicht die letzte Baureihe vom Elektro-Baukasten MEB auf den überarbeiteten MEB+. Mit dem Cupra Born, den Skoda-Modellen Elroq und Enyaq sowie dem VW ID.3 Neo haben bereits einige Modelle das Update erhalten. Ausstehend sind noch der ID.4 und ID.7, die im Zuge größerer Überarbeitungen aber wohl zum ID. Tiguan und ID. Passat umbenannt werden.

Bei Audi bleibt es mit dem Q4 e-tron beim gleichen Namen, die Änderungen an der Technik sind aber nicht weniger umfangreich. So erhält auch der Q4 in der neuen Basisversion den Elektromotor APP350, der alte APP310 wird aussortiert. Das große Aber: Während der Born, Elroq 60, Enyaq 60 und der ID.3 Neo den neuen APP350 mit einer ebenfalls neuen LFP-Batterie mit netto 58 kWh kombinieren, ist das bei Audi anders: Im Q4 e-tron kommt weiterhin das von vor dem Facelift bekannte Batteriepack mit NMC-Zellen zum Einsatz, das 63 kWh Brutto- bzw. 59 kWh Netto-Energiegehalt bietet. Während die LFP-Modelle „nur“ auf 140 kW Antriebsleistung kommen, leistet der Audi auch künftig 150 kW. Deutlicher wird der Unterschied bei der Ladeleistung: Mit der LFP-Batterie in den anderen Modellen sind es 105 kW, während Audi für seinen Basis-Q4 160 kW bei der DC-Ladeleistung angibt. Die WLTP-Reichweite liegt bei 440 Kilometern bzw. 451 Kilometern mit der aerodynamisch besseren Sportback-Karosserie – rund 30 Kilometer mehr als mit dem alten APP310 und dem 63-kWh-Akku.

Auf dem Papier keine großen Änderungen gibt es bei den Q4-Varianten mit dem Namenszusatz „performance“: Dort wird der bekannte APP550 mit 545 Nm Drehmoment mit einem brutto 82 kWh großen Akku kombiniert (77 kWh netto), die Leistung von 210 kW ist im VW-Konzern weit bekannt. Dabei handelt es sich nach wie vor um die Variante mit der höchsten Reichweite, die bei bis zu 578 Kilometern (SUV) bzw. 592 Kilometern (SUV-Coupé) liegt.

Q4 e-tronQ4 e-tron performanceQ4 e-tron quattroQ4 e-tron quattro performance
AntriebRWDRWDAWDAWD
Leistung150 kW210 kW220 kW250 kW
Drehmoment350 Nm545 Nm134+350 Nm134+545 Nm
Beschleunigung8,1 s6,6 s6,2 s5,4 s
Höchstgeschwindigkeit160 km/h180 km/h180 km/h180 km/h
WLTPReichweite440 (451) km578 (592) km558 (573) km541 (554)
Batteriekapazität59 kWh77 kWh77 kWh77 kWh
Ladeleistung DC160 kW165 kW165 kW185 kW

Bei der dritten Antriebsvariante gibt es wieder eine Änderung: Beim Q4 e-tron quattro, also dem schwächeren Allradantrieb mit 220 kW Systemleistung, wurde an der Hinterachse der APP310 durch den APP350 ersetzt. Folglich gibt es an der Hinterachse künftig bis zu 350 Nm Drehmoment, an der Vorderachse bleibt es bei den bekannten 134 Nm. Die Reichweite liegt hier bei 558 bzw. 573 Kilometern. Bei den Allrad-Modellen soll der Reichweiten-Gewinn dank des effizienteren APP350 laut Audi je nach Variante zwischen 16 und 32 Kilometern liegen.

Darüber rangiert weiterhin der bekannte Allradantrieb mit 250 kW Systemleistung, der die APP550 an der Hinterachse mit dem Asynchronmotor an der Vorderachse kombiniert. Mit 5,4 Sekunden kann der Q4 e-tron quattro performance auch am schnellsten aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen, allerdings ist auch die Reichweite mit 541 bzw. 554 Kilometern unter den Varianten mit dem großen Akku am geringsten. Eine für manche Kunden vielleicht relevante Änderung: Die Allrad-Modelle können jetzt bis zu 1,8 Tonnen schwere Anhänger ziehen, bisher war hier bei 1,2 Tonnen Schluss. Aber: Skoda hat auch für die 85er Heckantriebs-Varianten des Elroq und Enyaq 1,8 Tonnen versprochen, für die Allradler zum Teil über zwei Tonnen.

Mit der „Produktaufwertung“, wie die Facelifts bei Audi intern heißen, wurde auch das Design leicht geändert – jedoch nicht so deutlich, wie es etwa VW beim ID.3 Neo gemacht hat. Der angedeutete Kühlergrill ist etwa künftig in Wagenfarbe lackiert, zudem können bei den Matrix-LED-Scheinwerfern die Kunden im MMI-Bediensystem zwischen vier unterschiedlichen Lichtsignaturen für das Tagfahrlicht wählen.

Auch innen gibt es ein neues Design: Von den ID.-Modellen von VW mit dem kleinen, freistehenden Cockpit-Display auf der Lenksäule hatte sich Audi im Q4 e-tron schon früher mit einem konventionelleren Cockpit abgehoben, bisher waren aber das Cockpit-Display und der Touchscreen voneinander getrennt. Künftig gibt es ein großes Panorama-Display, welches das 11,9 Zoll große Kombiinstrument und den 12,8 Zoll großen Touchscreen optisch zu einem Element zusammenfasst. Und: „Ergänzend und erstmals in diesem Fahrzeugsegment ist optional das 12″ Beifahrerdisplay erhältlich – das größte Beifahrerdisplay bei Audi mit individualisierbarem Standby-Design“, so Audi. Das gibt es in der Facelift-Serie bei bisher keinem anderen MEB-Modell.

Dafür erhält der Q4 e-tron das von den anderen MEB+-Modellen bekannte bidirektionale Laden mit Vehicle-to-Load-Funktion – als erster Audi überhaupt. Über eine Haushaltssteckdose im Kofferraum oder einen optionalen Adapter für den Ladeanschluss können externe Geräte mit 2,3 kW (Haushaltssteckdose) oder 3,6 kW (CEE-Campingstecker) mit Strom aus dem Antriebsakku betrieben werden. „Zusätzlich ist der Q4 e-tron in den Märkten Deutschland, Österreich und Schweiz für Vehicle-to-Home (V2H) geeignet“, erklärt Audi. „In diesem Szenario dient die Hochvoltbatterie als zusätzlicher Stromspeicher für ein Haus, beispielsweise in Kombination mit einer Photovoltaikanlage.“

Die neuen Modelle sind im Laufe des Monats Mai in Europa bestellbar, die Markteinführung ist laut Audi für den Sommer geplant – die Produktion erfolgt weiterhin in Zwickau bei Volkswagen Sachsen. Der Q4 SUV e-tron mit der erwähnten 63-kWh-Batterie startet in Deutschland bei 47.500 Euro. Da die Sportback-Varianten einheitlich 1.950 Euro Aufpreis kostet, ist der Q4 Sportback e-tron ab 49.450 Euro erhältlich. Mit der 82 kWh großen Batterie beginnt der Preis für den Q4 SUV e-tron bei 53.500 Euro; der Sportback mit großer Batterie ist also ab 55.450 Euro bestellbar. 

audi-mediacenter.com

10 Kommentare

zu „Audi überarbeitet den Q4 e-tron“
Jörg
27.04.2026 um 14:03
Lein Wort zur Software? Dass was Aufi da noch letztes Jahr abgeliefert hat, war für ein Jahr 2025 nicht weniger als erschütternd bis katastrophal!
ich
27.04.2026 um 14:21
Ich hatte mich letztes Jahr für den Q4 interessiert. Kurz gesagt: Händlererlebnis, Konfiguration, Aufpreispolitik/Pakete sind eine einzige Katastrophe; das Fahrzeug selbst weniger als mittelmäßig. Ob Audi aus all dem irgendwann mal lernt, oder lässt man den Niedergang weiter einfach laufen?
ChriBri
28.04.2026 um 09:37
Kann ich nur zustimmen: der vollkommene Anachronismus war in der Sonderausstattung, dass man für eine geteilt (!) umlegbare Rücksitzbank Aufpreis zahlen mußte
dare100em
27.04.2026 um 16:21
@IchJa, Audi ist leider irgendwie komplett aus der Spur gekommen bzw. "fremdelt" besonders mit der Umstellung auf BEV.Hinzu kommt sicher auch, dass man eher den kommenden elektrischen A3, welcher ja aus Ingolstadt kommen wird und auf der selben Basis steht wie der Q4, puschen will als den in Zwickau gebauten Q4 ...Schade, aber hier geht man wirklich halbherzig vor.
Emateur
27.04.2026 um 15:59
Mich spricht der Audi Q4 äußerlich an, aber die inneren Werten, naja. Ist das Kühlmittel für die Klimaanlage weiterhin CO2, das entweicht und auf eine Kosten ständig nachgefüllt werden muss?
Lars
27.04.2026 um 18:08
Wo bleiben die erhöhten Anhängelasten bei VW? Skoda macht es doch vor, Audi zieht nach. Chapeau!
Paul-Gerhard Fenzlein
28.04.2026 um 07:51
Wer die aktuelle Marktpolitik des Volkswagen-Konzerns im Bereich der Elektromobilität verstehen möchte, steht oft vor einem Rätsel. Statt klarer Profile und technologischem Pioniergeist herrscht eine unübersichtliche Modellflut, die zunehmend Fragen aufwirft. Nirgendwo zeigt sich diese Problematik deutlicher als beim aktuellen Audi Q4 e-tron. Das Fahrzeug teilt sich seine technische Basis – den Modularen E-Antriebs-Baukasten (MEB) – mit dem VW ID.4 und ID.5, dem Škoda Enyaq sowie dem Cupra Tavascan. Wirkliche Innovationen oder exklusive Technologie-Sprünge, die das Premium-Preisschild der Ingolstädter rechtfertigen würden, sucht man hier vergeblich. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass identische Technik lediglich mit neuen Blechkleidern und Markenlogos versehen wird, um höhere Margen abzuschöpfen. Diese Strategie des "Badge Engineerings" geht auf Kosten der Markenidentität und verwässert den Marktauftritt des gesamten Konzerns. Anstatt sich pro Fahrzeugklasse auf ein bis zwei starke, technologisch ausgereifte Varianten zu konzentrieren, geht Volkswagen massiv in die Breite. Die grundlegende Idee einer Plattform-Strategie ist eigentlich die Kostensenkung. Doch diese theoretischen Skalierungseffekte werden durch die immense Komplexität aufgefressen, die entsteht, wenn man für jede Konzernmarke ein eigenes, optisch angepasstes Derivat entwickeln und vermarkten muss. Eine Fokussierung auf weniger Modelle würde die Produktionskosten deutlich senken und Ressourcen für echte Innovationen freimachen. Besonders eklatant wird dieser Innovationsmangel beim Blick nach Asien. Vergleicht man die für den chinesischen Markt entwickelten Audi-Modelle mit ihren europäischen Pendants, drängt sich unweigerlich die Frage auf: Warum fließt so wenig von dieser digitalen Innovationskraft in die heimischen Fahrzeuge ein? In China geht Audi – teils aus der Not heraus, teils durch smarte lokale Partnerschaften – längst neue Wege im Bereich Software und Connectivity. In Ingolstadt und Wolfsburg hingegen fehlt spürbar der Mut, ein radikal neues, ganzheitliches digitales Ökosystem aufzubauen und auf die Straße zu bringen. Es mag stimmen, dass der traditionelle deutsche Autokäufer sich an den Gedanken des Autos als vollintegriertes "Smart Device" erst noch gewöhnen muss. Doch wer aus falscher Rücksichtnahme auf alte Gewohnheiten zögert, verspielt die Zukunft. Der VW-Konzern – und insbesondere Premiummarken wie Audi – müssen wieder durch echte Differenzierung glänzen, nicht nur durch unterschiedliche Logos auf gleicher Technik.
SepulNation
28.04.2026 um 08:28
Die sollten mal diesen "Kühlergrill" überarbeiten. Das ist fast wie bei BMW, nur schlimmer... schon deshalb mag ich Audi nicht. Ist sehr subjektiv, ich weiß, aber das Auto sieht man dann doch oft. Und dann kommen noch die ganzen Mängel dazu, die ihr so oben beschreibt. Und das bei sehr teuren Preis? Ähm, nope...
Roland
28.04.2026 um 12:58
Bye , Bye Audi/Volkswagen... Hello VOLVO! Heißt es für mich. Ich habe vor der Bestellung eines EX60 noch auf die "neuen" ID4 und Audi Q4 gewartet. Der Q6 ist ausstattungsbereinigt doch deutlich teurer... Und jetzt diese Ernüchterung. Alte Technik im überarbeiteten Design. Und dann noch die seltsame Aufpreispolitik... Vorsprung durch Technik? Die Chinesen machen es vor, VOLVO (halbchinesisch...), BMW und Mercedes ziehen nach. Und Audi...??? Bedient lieber die deutschen und österreichischen Diesel-Dieter... Die aber immer weniger werden....
Tuxcad
28.04.2026 um 13:23
Wenn Audi so weiter macht wie bisher; arrogant gegenüber Mitbewerbern und kritischen Kunden, den Kunden ganz schnell vergessen so bald er ein Auto gekauft hat, OTA Updates versprechen aber nie liefern, Mängel nicht beheben, an Materialien im Auto sparen ........ nun, da ist man wohl bei jedem Chinesen besser bedient und spart obendrein ordentlich Geld! Hochmut kommt vor dem Fall.

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