Audi ruft fast 100.000 e-tron quattro und Q8 e-tron zurück

Aufgrund eines möglichen Problems mit der Bremse muss Audi weltweit 96.180 Exemplare des e-tron quattro bzw. Q8 e-tron in die Werkstätten holen. In Deutschland geht es um über 14.000 Fahrzeuge, die seit 2018 gebaut wurden.

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Bild: Audi

Wie aus der Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervorgeht, sind insgesamt 96.180 Exemplare weltweit betroffen, davon 14.601 in Deutschland. Wie aus einer Veröffentlichung der US-Straßensicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht, muss Audi in den USA 18.853 Fahrzeuge in die Werkstätten holen.

Offiziell ist der Rückruf auf die Modelle e-tron quattro und Q8 e-tron ausgestellt, wobei es sich im Grunde aber um nur eine Baureihe handelt: Im Zuge eines Facelifts hatte Audi das als e-tron quattro vorgestellte Fahrzeug in Q8 e-tron umbenannt. Neben den SUV-Modellen sind auch die Coupé-Ableger mit dem Namenszusatz Sportback betroffen.

Bei Fahrzeugen, die zwischen dem 2. Februar 2018 und dem 11. Juni 2024 gebaut wurden, kann es aufgrund einer fehlerhaften Verschraubung am Bremspedal „zu einer eingeschränkten Funktion kommen“ – im Zweifel verzögert das Fahrzeug also beim Tritt auf das Bremspedal nicht richtig. Laut der NHTSA könne dann nur noch mit der Notbremsfunktion verzögert werden, was das Risiko eines Unfalls erhöhe. Bekannte Vorfälle mit Sach- und/oder Personenschäden, die auf das Problem zurückzuführen sind, sind aber nicht bekannt.

Bei dem Werkstattbesuch werden im Zuge der Rückrufaktion eben jene Verschraubungen der Druckstange am Bremspedal geprüft. Entspricht die Verschraubung nicht den Vorgaben (also vermutlich mit einem zu geringen Drehmoment angezogen), wird das korrigiert und die Schraube mit dem korrekten Drehmoment angezogen. Den Kunden entstehen dafür keine Kosten.

Die unsachgemäße Verschraubung soll schon auf die Produktion zurückgehen. Der e-tron quattro bzw. Q8 e-tron wurde ausschließlich im belgischen Werk Brüssel gebaut. Das Problem an sich ist bei Audi bereits länger bekannt, es gab bereits eine kleinere Rückrufaktion für Fahrzeuge der frühen Baujahre. Anfang diesen Jahres hat Audi laut dem NHTSA-Dokument jedoch Komponenten erhalten, die nicht von dem vorigen Rückruf betroffen waren, aber dennoch das selbe Problem aufgewiesen haben – woraufhin der neue Rückruf deutlich ausgeweitet wurde. „Es wurde festgestellt, dass alle Teile, die vor der Umsetzung der abschließenden Optimierungen im Mai 2024 an der verdächtigen Schraubstation beim Zulieferer hergestellt wurden und nicht bereits in der Rückrufaktion 24V-621 (Hersteller-Rückruf: 46P6) enthalten waren, nun in den Fahrzeugumfang dieser neuen Rückrufaktion aufgenommen wurden“, heißt es seitens der US-Behörde.

Diese Verbesserungen an der Schraubstation sollen dann dazu geführt haben, dass ab dann alle Schrauben zuverlässig mit dem korrekten Drehmoment angezogen wurden. Viele Fahrzeuge dürften davon aber nicht mehr profitiert haben: Audi hat das Brüsseler Werk Ende Februar 2025 geschlossen und die Produktion des Q8 e-tron eingestellt. Und schon in den Monaten zuvor standen die Bänder in Brüssel aufgrund von Streiks teilweise still.

kba-online.de, (KBA-Referenznummer: 16411R), nhtsa.gov, insideevs.com

1 Kommentar

zu „Audi ruft fast 100.000 e-tron quattro und Q8 e-tron zurück“
MWF
29.04.2026 um 09:16
Sensationell!

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