Auto China: BYD zeigt E-Sportwagen und Familien-SUV

Der chinesische Hersteller BYD hat auf der Automesse in Peking mit mehreren Premieren die Breite des eigenen Angebots in den Vordergrund gestellt. Mit dabei waren etwa das Sportwagen-Konzept Formula X und zwei Limousinen der Marke Fangchengbao, aber auch das große E-SUV Sealion 08.

Byd auto china
Bild: BYD

Für die Premieren seiner wichtigsten Modelle nutzt BYD üblicherweise eigene Veranstaltungen und nicht Messen, um die Aufmerksamkeit nicht mit anderen Marken teilen zu müssen. Doch in diesem Jahr sieht sich der „weltweit führende Hersteller von elektrifizierten Fahrzeugen“ wohl in der Lage, selbst die Schlagzeilen zu prägen. Denn BYD hat den Messeauftritt auf der Auto China 2026 dazu genutzt, gleich eine ganze Reihe an Fahrzeugen zu präsentieren, welche „die Produktvielfalt von BYD eindrucksvoll zur Schau“ stellen sollen.

Da BYD in seiner Ocean-Serie zuletzt die Modelle mit den Kennziffern 5, 6 und 7 überarbeitet hatte, waren jetzt die Flaggschiff-Modelle Seal 08 und Sealion 08 an der Reihe. Diese beiden als „doppelte Flaggschiffe“ positionierten Modelle sollen „die technologischen Spitzenleistungen von BYD“ vereinen, wie es heißt. Der Seal 08 ist dabei eine elegante Limousine, der Sealion 08 ein 5,12 Meter langes Familien-SUV mit über drei Metern Radstand. „Diese Abmessungen sorgen für ein wohnliches, großzügiges Raumgefühl mit sechs Einzelsitzen in drei Reihen“, so BYD.

Bei der Technik gehören die beiden Top-Modelle der Ocean-Serie zu jenen Fahrzeugen, welche die Blade Battery 2.0 und damit das Flash-Charging erhalten, was BYD im März vorgestellt hatte. Sprich: An den entsprechenden Ladestationen kann die zweite Generation der BYD-Blade-Batterie in nur neun Minuten von zehn auf 97 Prozent geladen werden.

Während es sich beim Sealion 8 und Seal 8 um Serienfahrzeuge handelt, ist der BYD Ocean-V noch eine Konzeptstudie, die eine „radikale Vision der Zukunft der Mobilität“ zeigen soll. Das Modell ist zwar in der Ästhetik der Ocean-Serie eingeordnet, soll aber „Grenzen sprengen und sich den üblichen Kategorien wie Limousine, SUV oder Van entziehen“. Mit der Form, die BYD selbst als „Familien-Mobilitätswürfel“ beschreibt, sollen auf Knopfdruck verschiedene Innenraumkonzepte möglich sein, etwa ein Fahr-Modus, Kino-Modus oder ein Camping-Modus. Ein direktes Serienmodell ist wohl nicht geplant, BYD kündigt aber an: „Die Innovationen dieses Konzepts werden schrittweise Einzug in die Serienproduktion halten und so die Mobilität von morgen für alle nachhaltig voranbringen.“

Auf dem Messestand waren auch zwei (teilweise) neuen Modelle der Luxus-Marke Yangwang zu sehen. Der Yangwang U9 Extreme, der schon als seriennahe Studie mit 496,22 km/h den Weltrekord für das schnellste Auto der Welt eingefahren hatte, ist nun mit dem Namenszusatz „The Dawn“ als Serienmodell vorgestellt worden. Und den U8L hatte BYD in der „Dingzang Edition mit einer geräumigen viersitzigen Konfiguration“ dabei. Das große E-SUV verfügt über gleich vier Elektromotoren und die Flash-Charging-Technologie.

2023 hatte BYD seine Markenwelt um die auf Personalisierung ausgerichtete Marke Fangchengbao erweitert. Auf der Auto China 2026 wird das bisher SUV-dominierte Angebot (Bao 5 und Bao 8) um Limousinen erweitert. Diese tragen den Namen Formula S und kommen in drei Varianten – als Stufenhecklimousine, Shooting Brake Formula S GT und als größere Stufenhecklimousine Formula SL. „Alle drei Modelle zeichnen sich durch eine imposante Präsenz aus, mit einer Länge von über fünf Metern, einem Radstand von drei Metern und einer Breite von zwei Metern. Die Karosserie folgt dem Goldenen Schnitt, kombiniert mit einer tiefliegenden und breiten, dynamischen Haltung, strahlt sie die gelassene Haltung eines Geparden aus“, erklärt BYD. Alle drei Modelle sind für den Marktstart im dritten Quartal dieses Jahres vorgesehen.

Um die Aufmerksamkeit für Fangchengbao weiter zu erhöhen, hat BYD mit dem Formula X auch ein Sportwagen-Konzept vorgestellt. Das Fahrzeug soll „in einer Linie mit der Limousinen-Serie“ stehen und im kommenden Jahr in den Verkauf gehen. Die in Peking gezeigte Studie soll „zu über 80 Prozent mit dem finalen Modell identisch“ sein.

Serienreif ist hingegen schon ein anderer Sportwagen, der Denza Z. In Peking wurde das Cabrio mit Stoffverdeck gezeigt, es dürfte aber auch ein Coupé geplant sein. In die Kohlefaser-Karosserie ist das DiSus-M-Karosserie-Steuerungssystem von BYD integriert. Die Blade Battery 2.0 soll zugleich auch längere Fahrten ermöglichen, das Flash-Charging die Ladezeiten kurz halten. „Der Z hat bereits Testfahrten und Rundenrekordversuche auf der legendären Nürburgring-Nordschleife in Angriff genommen und wird diesen Sommer einen Auftritt beim renommierten Goodwood Festival of Speed in Großbritannien feiern“, kündigt BYD an. „Denza hat einen öffentlichen Wettbewerb gestartet, um Namen für die drei Varianten des Z – Standard, Cabrio und Track – zu finden, die letztendlich zu den Kunden gelangen werden.“

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3 Kommentare

zu „Auto China: BYD zeigt E-Sportwagen und Familien-SUV“
Paul-Gerhard Fenzlein
30.04.2026 um 07:42
Nachdem BYD im Heimat Markt in China massiv Problem, wegen des Selbst angezettelt Preiskampfes, gegen seine chinesischen Wettbewerber, Geely, Leapmootor imd Li-Auto bekommen hat und sowohl Zulassungszahlen, wie auch die Gewinne massiv zugegangen sind, sucht BYD das Heil in der Flucht nach vorne, d.h. im Export. Nur in Europa kann BYD, aufgrund der EU Zölle und der hören europäischen Autopreise, überhaupt noch Autos verkaufen, die noch minimale Fahrzeugmargen erwirtschaften. Und auch das flächenmäßige ausrollen der geplanten Megawatt Flash Charger ist in Europa schwieriger, als im Heimat Markt, wo BYD diese bei Partnern und deren Lade Parks installieren kann. Aber die dazu benötigten Pufferspeicher Batterien sind totes Kapital und teuer. Und die Anzahl der Autos, die Flash Charging nutzen können, ist derzeit BYD auf die obere Mittelklasse und zwei Prämienfahrzeuge beschränkt. Bestandskunden von BYD nützt das nichts!
Ulrich Dzedzitz
30.04.2026 um 11:47
Soll ich mir vielleicht doch lieber einen E- Golf kaufen, der doppelt so teuer und nur halb so gut ausgestattet ist??
Arno aus Tirol
02.05.2026 um 11:15
Es ist ganz einfach ... BYD entwickeltb sich immer mehr zum global Player........ chinesischer Markt hin oder her. Mir als Konsument und Autokäufer ist das wesentlich egal. Für mich zählt, dass eine große Marke, welche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch bestehen bleibt, ein sehr gutes Angebot in Preis, Leistung und Qualität liefert, so dass ich mir während der ganzen Behaltezeit meines Autos, welche innerhalb der Garantiezeit liegt, keine Sorgen machen muss. Das haben viele Konsumenten weltweit und in der EU bereits erkannt. Lediglich Deutschland ist hier eine besondere Ausnahme: Ich erinnere mich noch gut, ich hatte einen der ersten Skoda Oktavia, bekanntlich eine Tochterfirma von VW. Als ich mit meinem neuen Oktavia auf einem Techniksymposium in Stuttgart war, war das Fahrzeug am Hotelparkplatz zwar von ca. 50 Leuten umringt, die meisten Kommentare waren positiv (schaut gut aus, macht einen qualitativ guten Eindruck, hat ja VW-Technik), aber auf die Frage, ob man sich so ein Auto kaufen würde, kam die überwiegende Aussage: "Das kommt ja von den Tschechen, die haben noch nie etwas Gutes zustande gebracht, denen kann man nicht trauen", wobei es sich nach meiner Meinung um einen "typisch deutschen" Mentalirtätszug handelt. Das gleiche passiert nun mit BYD und auch anderen chinesischen Anbietern. Wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt. Angeblich hat ja der CEO von Mercedes auf der Autoshow eine sinngemäße Aussage getätigt, dass nun die Chinesen den Takt vorgeben. P.S. Ich fahre meinen BYD (mein 47stes Autoi) jetzt ca. 1/2 Jahr un muss sagen, dass ich noch nie so zufrieden war und es ist das erste Fahrzeug, das alles erfüllt, was im Prospekt stand!

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