Fords E-Auto-Sparte reduziert Verlust in Q1/2026 leicht auf 777 Mio. Dollar
Wichtig zum Verständnis vorweg: Im Segment Model e hat Ford nur vollelektrische Pkw wie den Puma Gen-E, den in Köln gebauten Explorer oder den Mustang Mach-E angesiedelt, nicht aber elektrische Transporter wie den E-Transit, die der Sparte Ford Pro zugeordnet sind. Und dieses Segment hat es in den USA schwer, vor allem seit die Trump-Regierung zum 30.9.2025 die Steuergutschrift von 7.500 US-Dollar beim Kauf eines E-Autos gestrichen hat. Als Reaktion darauf hat Ford im Herbst bereits den elektrischen Pickup F-150 Lightning eingestellt, von dem aber noch immer zahlreiche Lagerwagen bei den Ford-Händlern verfügbar sind. Zudem hat Ford im Dezember umfangreiche Abschreibungen von 19,5 Milliarden US-Dollar v.a. im E-Auto-Geschäft angekündigt, weil die Erwartungen des Konzerns an den Hochlauf der Elektromobilität bislang nicht erfüllt wurden.
Soviel also vorweg zur Einordnung, durch die sich die nun gemeldeten Quartalszahlen besser verstehen lassen. Konkret nennt Ford für den Zeitraum Januar bis März 2026 einen Umsatz von 1,2 Milliarden US-Dollar im Segment Model e – das ist in etwa gleich viel wie vor einem Jahr. In diesem Zeitraum ist zugleich der Absatz von rund 31.000 auf rund 34.000 E-Autos gestiegen. Heißt: Zwar konnte Ford die Stückzahlen steigern, erwirtschafte aber mit 10 Prozent mehr vollelektrischen Pkw den gleichen Umsatz wie ein Jahr zuvor. Somit ist umgekehrt also der durchschnittliche Verkaufspreis pro E-Auto gesunken, was auf einen höheren Anteil der preisgünstigeren Modelle in Europa gegenüber den teureren US-Modellen hindeuten könnte.
Schaut man auf das operative Ergebnis laut EBIT-Verfahren, so ergab sich bei Model e diesmal ein Verlust von 777 Millionen US-Dollar. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2025 war es noch ein Minus von 849 Millionen US-Dollar gewesen. Die EBIT-Marge verbesserte sich ebenfalls leicht um 5,3 Prozentpunkte auf -63,1 Prozent.Heißt aber auch: Ford machte einen Verlust von fast 23.000 US-Dollar pro verkauftem E-Auto.
Ford plant nun, die E-Autos der ersten Generation im Hinblick auf Rentabilität weiter zu optimieren und gleichzeitig die Markteinführung erschwinglicher, hochskalierbarer Elektrofahrzeuge auf der vergangenen August angekündigten Plattform Ford Universal EV (kurz: UEV) sowie den Ausbau des neuen Batteriespeichergeschäfts Ford Energy vorzubereiten.
Für das Gesamtjahr erwartet Ford bei Model e einen EBIT-Verlust von 4,0 bis 4,5 Milliarden US-Dollar, nach 4,8 Milliarden US-Dollar in 2025. Dabei sehen die EBIT-Zahlen, die Ford sowohl fürs Quartal als auch fürs Gesamtjahr für seine Sparten wie Model e nennt, immer Grunde noch besser aus als die Realität, weil dabei z.B. noch keine Overhead-Kosten und Zinskosten für das investitionslastige Geschäftsfeld berücksichtigt werden.
Die Sparte Model e stellt aktuell nur einen Bruchteil des gesamten Geschäfts von Ford dar. Der Gesamtumsatz im ersten Quartal betrug 43,3 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn lag bei 2,5 Milliarden US-Dollar und das bereinigte EBIT bei
3,5 Milliarden US-Dollar. In Stückzahlen ausgedrückt, konnte das Verbrenner-Segment Ford Blue 584.000 Fahrzeuge verkaufen. Das Geschäftskunden-Segment Ford Pro inkl. Transporter aller Antriebsarten kam auf 316.000 Fahrzeuge.
ford.com (PDF-Pressemitteilung), ford.com (PDF-Präsentation)





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