LGES erhält Großauftrag für Rundzellen – womöglich von BMW
Zunächst zu den Informationen, die gesichert sind: Mit den neuen Aufträgen über 100 GWh für die Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser erhöht sich der Auftragsbestand auf über 440 GWh, wie LG Energy Solution mitteilt. Von welchen Kunden die Aufträge stammen, gibt das Unternehmen – wie in der Zulieferer-Welt meist üblich – allerdings nicht an. Dafür betont LGES, dass es Ende vergangenen Jahres mit der Produktion von 4695-Zellen in seinem Werk in Ochang begonnen habe und dass Ende diesen Jahres die „Produktion verschiedener zylindrischer Zellen der Serie 46 (von 4680 bis 46120 Zellen)“ im US-Werk Arizona anlaufen soll.
Während 4680-Rundzellen von mehreren Autobauern eingesetzt werden – allen voran Tesla – sind die Formate 4695 und 46120 weniger geläufig. Alleine das Format lässt also schon einen Rückschluss auf den Auftraggeber zu, nämlich die BMW Group. Mit der Neuen Klasse sind die Münchner bekanntlich auf Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser umgestiegen, die im iX3, i3 und neuerdings auch im i7 95 Millimeter hoch sind – also 4695-Zellen. Für größere Fahrzeuge mit hohem Boden hat BMW schon die künftige Nutzung von 46-Rundzellen mit 120 Millimetern Höhe angekündigt, der kommende iX5 auf Basis der neuen X5-Generation wäre hier etwa ein passendes Modell. Was auch passt: BMW baut den X5 in Spartanburg, South Carolina. Die Batterie-Belieferung aus dem US-Werk von LGES in Arizona würde also rein logistisch Sinn ergeben.
Das ist nicht nur eine Spekulation anhand der Zellformate, sondern wird auch von Informationen südkoreanischer Medien untermauert. Wie die Portale „Chosun“ und „MK“ schreiben, soll der Vertrag einen Wert von rund zehn Billionen Won (rund 5,8 Milliarden Euro) und eine Laufzeit von zehn Jahren haben. Es wäre das erste Mal, dass LG Energy Solution Batteriezellen für BMW-Elektroautos liefert – im Hybrid-Bereich haben die Münchner aber schon LG-Zellen eingesetzt.
LGES verfügt bei den Rundzellen mit 46 Millimetern bereits über Verträge mit dem US-Autobauer Rivian, Chery aus China und wohl auch mit Mercedes-Benz. In den aktuellen Elektro-Baureihen setzen die Stuttgarter zwar auf prismatische Zellen. Bei einem schon 2024 unterzeichneten Vertrag über 50,5 GWh, die ab 2028 geliefert werden sollen, halten sich nach wie vor Gerüchte, dass es dabei um 46-Rundzellen geht.
Bei dem wahrscheinlichen Großkunden BMW war der Auftrag aber nicht von so langer Hand geplant wie bei Mercedes: Ursprünglich wollte BMW für die Elektroautos aus seiner US-Fabrik Batteriezellen aus einer neuen Anlage von AESC beziehen, welche der Partner hochziehen wollte. Nach einem Baustopp bei AESC gab es bereits Gerüchte, dass BMW stattdessen Rundzellen aus China in die USA importieren könnte – oder andere Lieferanten in den USA beauftragen könnte. Mit LGES scheint jetzt doch noch eine US-interne Belieferung möglich zu sein.
Angekündigt hat LGES den neuen Auftrag übrigens anlässlich der Geschäftszahlen für das erste Quartal. Der Umsatz ist um 1,2 Prozent auf 6,555 Billionen Won leicht gestiegen, mit einem operativen Verlust von 207,8 Milliarden Won hat das Unternehmen dennoch rote Zahlen geschrieben. „Im ersten Quartal gingen die Lieferungen von Pouch-Batterien für Elektrofahrzeuge aufgrund von Lageranpassungen eines großen nordamerikanischen Kunden zurück. Stabile Lieferungen von zylindrischen Elektrofahrzeugbatterien und die aktive Reaktion auf die steigende Nachfrage nach Energiespeichersystemen (ESS) in Nordamerika durch Kapazitätserweiterungen führten jedoch zu einem leichten Umsatzanstieg“, so LGES.
lgensol.com (Mitteilung), chosun.com, mk.co.kr





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