Kalifornien führt Strafzettel für autonome Fahrzeuge ein

Das kalifornische Verkehrsministerium hat neue Regeln für Robotaxis und andere autonome Fahrzeuge bekanntgegeben. Dadurch kann die Polizei erstmals Verkehrsverstöße dieser selbstfahrenden Autos ahnden und die Betreiber haftbar machen. Außerdem öffnet Kalifornien seine Straßen für autonome Nutzfahrzeuge.

Waymo robotaxi san bruno police department
Polizeikontrolle eines Waymo-Robotaxis in San Bruno
Bild: San Bruno Police Department

Als Polizisten im kalifornischen San Bruno im vergangenen Jahr ein Robotaxi von Waymo bei einem illegalen Wendemanöver erwischten und stoppten, konnten die Ordnungshüter keinen Strafzettel ausstellen, weil kein Mensch am Steuer saß. Doch das ändert sich nun: Begeht ein selbstfahrendes Auto einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln, so kann dieser fortan geahndet werden. Zahlen muss dann der Halter des autonomen Fahrzeugs.

Zudem hat das kalifornische Department of Motor Vehicles (DMV) noch zahlreiche weitere neue Regelungen für autonome Fahrzeuge erlassen. Am wegweisendsten davon ist die Öffnung des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats für schwere autonome Nutzfahrzeuge. Einerseits soll dadurch der Güterverkehr für Lkw mit einem Gesamtgewicht ab rund 4,5 Tonnen ermöglicht werden. In diesem Segment hat bislang Texas die Nase vorn, wo Aurora bereits entsprechende Frachtstrecken betreibt. Und andererseits werden in Kalifornien auch autonome Midibusse mit bis 6,35 Tonnen Gesamtgewicht erlaubt, und zwar im ÖPNV sowie für Hochschulgelände.

Weiterhin hat das DMV auch neue Festlegungen getroffen, was erforderlich ist, bis ein neues Fahrzeug für den autonomen Betrieb auf Kaliforniens Straßen zugelassen werden kann. Demnach müssen Hersteller mit autonomen Pkw zunächst 50.000 Meilen (ca. 80.000 km) mit Sicherheitsfahrer an Bord zurücklegen und danach nochmal 50.000 Meilen autonom ohne Sicherheitsfahrer, bevor eine Erlaubnis zum kommerziellen Betrieb ausgestellt werden kann. Für Nutzfahrzeuge ist die Erfordernis zehnmal so hoch, also 500.000 Meilen mit sowie nochmal ohne Sicherheitsfahrer an Bord.

„Kalifornien ist weiterhin landesweit führend in der Entwicklung und Anwendung von AV-Technologie, und diese aktualisierten Vorschriften unterstreichen das Engagement des Bundesstaates für die öffentliche Sicherheit“, sagte DMV-Direktor Steve Gordon. „Diese Aktualisierungen fördern das Wachstum der AV-Branche, indem sie die öffentliche Sicherheit und Transparenz verbessern und gleichzeitig die Verantwortung der AV-Hersteller erhöhen.“

Zu den Neuerungen zählt zudem, das Betreiber von AV  (Autonomous Vehicle)  innerhalb von 30 Sekunden auf Notrufe reagieren müssen. Lokale Notfallbehörden können elektronische Geofencing-Anweisungen erteilen, damit sich autonome Fahrzeuge innerhalb von zwei Minuten aus aktiven Notfallzonen entfernen bzw. an der Einfahrt gehindert werden.

dmv.ca.gov

2 Kommentare

zu „Kalifornien führt Strafzettel für autonome Fahrzeuge ein“
Jörg
05.05.2026 um 11:40
Bald: KI Agenten überwachen die Einhaltung von KI gesteuerten Fahrzeugen, schicken KI generierte Strafzettel, die von einer anderen KI automatisch bezahlt wird - der feuchte Traum unserer Regierung mit den Investitionen in KI und Rechenzentren ;)
erFahrer
06.05.2026 um 08:19
Erkennt man hier Unterschiede zu D? Ob unsere Zulassungen etwa davon abhängen ob dafür der Bussgeldkatalog schon rechtskräftig ist, bevor sich irgendwelche Räder drehen? Bis heute fehlt die blaue Plakette für BEV in Umweltzone. Viele Kommunen haben sich über ein Jahrzehnt mit dieser Diskrepanz (rechtmäßig) bereichert. Auch heute ist lediglich die Ahndung ausgesetzt, nicht etwa die Rechtslage auf den aktuellen Stand gebracht , richtig?

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