EU und Indien fördern gemeinsam Batterie-Recycling

Die EU und Indien starten eine gemeinsame Initiative im Umfang von 15,2 Millionen Euro, die sich dem Recycling von Elektrofahrzeugbatterien widmet. Das Programm will die Entwicklung fortschrittlicher Recyclingtechnologien fördern und eine Pilotanlage in Indien errichten.

Batterie demontage recycling the future is neutral autoloop renault
Demontage einer Batterie (Symbolbild)
Bild: The Future is Neutral

Der gemeinsame Handels- und Technologierat (TTC) der EU und Indien hat im Rahmen einer Arbeitsgruppe zu grünen und sauberen Energietechnologien die Förderung von Recycling von Elektrofahrzeugbatterien bekanntgegeben. Das mit 15,2 Millionen Euro ausgestattete Programm ruft Unternehmen, KMU, Startups, Forschungseinrichtungen, Universitäten und andere Organisationen aus der EU und Indien dazu auf, sich im Rahmen einer Ausschreibung für eine Förderung zu bewerben. Diese Ausschreibung läuft bis zum 15. September.

Die Förderung  wird vom EU-Programm Horizon Europe und dem indischen Ministerium für Schwerindustrie (MHI)  finanziert und fördert die Entwicklung fortschrittlicher Recyclingtechnologien. Dazu gehören laut den Partnern die hocheffiziente Materialrückgewinnung, sichere und digitalisierte Sammelsysteme sowie die Pilotierung innovativer Verfahren. Herzstück des Förderprogramms ist dabei die Einrichtung einer Pilotanlage in Indien, die die Validierung unter realen Bedingungen und den industriellen Einsatz ermöglichen soll. Der TTC hofft, durch das Programm führende Forscher, Unternehmen und Startups aus beiden Regionen zusammenzubringen, um nachhaltige und skalierbare Recyclinglösungen mit globaler Wirkung zu entwickeln.

Zu den wichtigsten technischen Prioritäten für die Pilotanlage zählen:

  • Hohe Ausbeute: Fortschrittliche Verfahren für Lithium und CAM-fähige Reinheit.
  • Umgang mit gemischten chemischen Stoffen: Entwicklung flexibler Recyclingmethoden für aktuelle und zukünftige Batterietypen.
  • Logistik & Inklusion: Digitalisierte Sammel- und Sortiersysteme, die den informellen Sektor einbeziehen, um eine sichere und risikofreie Logistik zu gewährleisten.
  • Sicherheit & Second Life: Fortschrittliche Diagnostik für Second-Life-Anwendungen und aktive Sicherheitsüberwachung.

Angesichts der stark steigenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen legen sowohl die EU als auch Indien großen Wert auf die Rückgewinnung strategischer Rohstoffe wie Lithium, Graphit und Kobalt, um die Abhängigkeit von internationalen Importen wie etwa aus China zu verringern. Ziel der Kooperation ist es, Batterieabfälle in eine Art „virtuelle Mine“ zu verwandeln und hochreine Materialien zu gewinnen, die direkt in die Produktion neuer Batterien zurückgeführt werden können.

Hervé Delphin, Botschafter der Europäischen Union in Indien, sagt: „Batterien sind ein zentraler Bestandteil der Energiewende, da ihre Komponenten viel zu wichtig sind, um nach einmaliger Verwendung entsorgt zu werden. Mit diesem gemeinsamen Aufruf bündeln wir europäisches und indisches Fachwissen in einem Team, um eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen. Unser Ziel ist es, diese Innovationen von der Entwicklungsphase bis zum praktischen Einsatz zu begleiten – ein Schritt, der eine direkte Investition in unsere Rohstoffsicherheit und unsere gemeinsamen Klimaziele darstellt.“

Parvinder Maini, Wissenschaftlicher Sekretär, Büro des wissenschaftlichen Hauptberaters der indischen Regierung, ergänzt: „Diese gemeinsame Initiative markiert einen entscheidenden Fortschritt für Indiens Kreislaufwirtschaft. Sie etabliert eine hochmoderne Pilotanlage, die Batterieabfälle in eine strategische Ressource verwandelt. Durch diese Bemühungen sichern wir uns die heimische Versorgung mit kritischen Mineralien und treiben gleichzeitig die Entwicklung eines zukunftsweisenden, digitalisierten und inklusiven Logistikmodells voran, das den informellen Sektor einbezieht und höchste Sicherheitsstandards für Zweitnutzungsanwendungen gewährleistet.“

europa.eu

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