Jetzt offiziell: Tesla Semi kommt auf 822 kWh Batteriekapazität
Grob schätzen ließen sich die Batteriekapazitäten des Tesla Semi zwar, aber nun sind die Werte offiziell bestätigt. Es soll sich bei den 548 und 822 kWh um die Nennkapazität und den nutzbaren Energiegehalt („rated and usable capacity“) handeln. Beide Akkus stammen aus Teslas eigener Produktion und basieren auf 4680-Zellen mit NCMA-Chemie. Nicht offiziell bestätigt, aber aus US-Berichten überliefert ist, dass die Long-Range-Version drei Batteriepacks beherbergt, während die Standard-Version mit einem Pack weniger auskommt. Dazu soll der reichweitenstärkere Semi über ein längeres Chassis verfügen.
Mit den bestätigten Batteriespezifikationen fügt sich das Puzzle zum Semi nun endgültig zusammen. Der Truck läuft seit Kurzem in Nevada vom Band, parallel hat Tesla damit begonnen, ein zunächst proprietäres Megacharger-Netzwerk aufzubauen. Auch die ersten Großbestellungen von US-Kunden gehen ein.
Ob mit den beschriebenen Akkus nun die viel beworbenen 500 Meilen (rund 805 Kilometer) drin sind, muss sich zeigen. Als Elon Musk im Dezember 2022 die Batteriekapazität des Semi erstmals thematisierte, nannte er noch „rund 900 kWh“. In Kombination mit den schon lange genannten Energieverbrauch von 1,7 kWh/Meile kam man so grob auf diesen 500-Meilen-Wert. Bei den nun publik gemachten 822 kWh geht diese Rechnung nicht mehr ganz auf. Rechnerisch sind hier 483 Meilen drin (vorausgesetzt der Tesla Semi startet mit voll aufgeladener Batterie und fährt diese komplett leer). Möglicherweise ist das Serien-Fahrzeug aber auch effizienter als 1,7 kWh/Meile.
Der Semi Standard Range kommt mit seinem 548-kWh-Akku analog auf bis zu 322 Meilen – was mit Teslas Angabe von „etwa 325 Meilen“ (rund 523 km) ziemlich genau übereinstimmt. Diese Version hat ein Leergewicht von unter 20.000 Pfund (umgerechnet 9,07 Tonnen), 3.000 Pfund weniger als die Long-Range-Version mit ihren 10,43 Tonnen. Das in den USA zulässige Gesamtgewicht liegt bei jeweils 82.000 Pfund (rund 37,2 Tonnen).
Schauen wir kurz zurück: Vereinzelt gibt es in den USA bereits seit geraumer Zeit einige Semi auf der Straße zu sehen. Dabei handelte es sich um erste Einheiten, die im Wesentlichen auf einer Pilotlinie von Hand gebaut wurden. Die meisten dieser Vorserienfahrzeuge werden im eigenen Tesla-Fuhrpark vermutet, außerdem sind 36 Exemplare im kalifornischen Fuhrpark von PepsiCo bestätigt. Die US-Produktion der ersten Vorserienexemplare des Semi hatte Tesla bereits im Oktober 2022 gestartet.
Die folgenden drei Jahre verbrachte Tesla damit, „das Design zu verfeinern, das Gewicht des Lkw um rund 1.000 Pfund zu reduzieren und eine eigene Fabrik neben der Gigafactory Nevada in Sparks zu errichten“, schrieb das Portal Electrek kürzlich zum Serienstart. Im Februar veröffentlichte der Autobauer dann das Gros der finalen Produktspezifikationen – und bestätigte zwei Ausstattungsvarianten: die besagte Standard-Range- und Long-Range-Version. Die maximale Leistung soll bei 800 kW liegen
Allerdings wird in dem offiziellen Dokument des California Air Resources Board, aus dem wir die genauen Batteriewerte nun kennen, für die Standard-Range-Version nur eine Leistung von bis zu 525 kW genannt. Auf Teslas eigener Website heißt es aber weiterhin, dass beide Versionen 800 kW leisten können. Dass zwei Motorisierungen geplant sind, ist dabei nicht neu – sondern nur, dass laut CARB die große Batterie nur mit dem großen Antrieb sowie die kleine Batterie mit dem schwächeren Antrieb zu kombinieren ist.
Auffällig noch: Das CARB nennt die 800 bzw. 525 kW als Peak- und auch als Dauerleistung – sehr ungewöhnlich. Ebenso wird wie eingangs erwähnt als „usable“ und „rated capacity“ die identische Batteriekapazität angegeben. Es kann sich also bei letzterem Punkt nicht um die klassische Brutto-Netto-Unterscheidung handeln. Auflösen lassen sich diese Unstimmigkeiten nicht gänzlich. Es sei an dieser Stelle aber darauf hingewiesen.
So oder so: Die kommunizierten Batteriespezifikationen verschaffen dem Tesla Semi einen deutlichen Kapazitätsvorteil gegenüber allen den bisher in den USA erhältlichen E-Lkw der Klasse 8. „Der Freightliner eCascadia erreicht maximal 550 kWh für eine Reichweite von lediglich 370 km. Der Volvo VNR Electric kommt auf maximal 564 kWh für 443 km. Selbst der Nikola Tre BEV, der 530 km Reichweite angibt, reicht an die 805 km des Semi nicht heran“, fasst das Portal Electrek zusammen.
Die Skaleneffekte der Massenproduktion sollen zudem ermöglichen, den Semi für einen Preis von 290.000 bzw. 260.000 US-Dollar für die Long-Range- bzw. Standard-Version anzubieten. Eine durchaus wettbewerbsfähiger Preisspanne.





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