Semi-Auftakt: Tesla präsentiert ersten E-Lkw aus Serienfertigung
Das Bild hat das Unternehmen auf seinem offiziellen Tesla Semi-Account auf X publik gemacht. Es dient als Bestätigung, dass Tesla die Serienfertigung in Gang gebracht hat – auch wenn das Fahrzeug selbst auf der Abbildung kaum zu sehen ist. Betitelt ist das Foto mit einem Halbsatz, übersetzt etwa: „Erster Semi runter von der Hochleistungslinie“. Damit endet nun offenbar eine der längsten Entwicklungsphasen in der Geschichte von Tesla, wie es das US-Portal Electrek formuliert. 2017 vorgestellt und anfangs für 2019 auf den Straßen versprochen, wird der Semi nun also voraussichtlich 2026 wirklich in den Verkauf gehen.
Gebaut wird der E-Lkw in einer eigens errichteten, separaten Fabrik neben der Gigafactory Nevada. Wie Electrek schreibt, ist das Werk für eine Jahreskapazität von 50.000 Lkw ausgelegt, wobei die Produktion schrittweise hochgefahren wird. Es ist also nicht auf Anhieb mit diesem Jahres-Output zu rechnen. Dennoch ist der Auftakt der Serienfertigung für Tesla ein entscheidender Moment. Die Skaleneffekte der Massenproduktion sollen dazu führen, den Semi für einen Preis von 290.000 bzw. 260.000 US-Dollar für die Long-Range- bzw. Standard-Version anzubieten. Mit diesen angekündigten Preisen wird das Modell laut Branchenkennern zum preisgünstigsten BEV-Sattelschlepper der Klasse 8 auf dem US-Markt. Gleichzeitig ist der Semi mit Blick auf die Tech-Specs der teils schon in die Jahre gekommenen Konkurrenz überlegen.
Vereinzelt gibt es in den USA bereits einige Semi auf der Straße zu sehen. Dabei handelte es sich um erste Einheiten, die im Wesentlichen auf einer Pilotlinie von Hand gebaut wurden. Die meisten dieser Vorserienfahrzeuge werden im eigenen Tesla-Fuhrpark vermutet, außerdem sind 36 Exemplare im kalifornischen Fuhrpark von PepsiCo bestätigt. Die US-Produktion der ersten Vorserienexemplare des Semi hatte Tesla im Oktober 2022 gestartet. Die folgenden drei Jahre verbrachte Tesla damit, „das Design zu verfeinern, das Gewicht des Lkw um rund 1.000 Pfund zu reduzieren und eine eigene Fabrik neben der Gigafactory Nevada in Sparks zu errichten“, schreibt Electrek. Im Februar veröffentlichte der Autobauer dann die finalen Produktionsspezifikationen – und bestätigte zwei Ausstattungsvarianten: eine Standard Range mit 325 Meilen Reichweite (rund 523 km) bei einem zulässigen Gesamtgewicht von 82.000 Pfund (rund 37,2 Tonnen) und eine Long Range mit 500 Meilen Reichweite (rund 800 km).
Beide Ausstattungsvarianten verfügen über einen Antrieb mit drei integrierten E-Motoren für bis zu 800 kW Leistung. Die weiteren Spezifikationen können Sie hier nachlesen. Noch wichtig: Der Semi soll das Megawattladen mit 1,2 MW beherrschen. Eine entsprechende Ladeinfrastruktur befindet sich in Teilen der USA im Aufbau. Eine erste Megacharger-Station ist in Ontario, Kalifornien, betriebsbereit – und 66 weitere Standorte in 15 Bundesstaaten sind in Planung.
Als Ladehardware installiert wird die von Tesla im vergangenen Frühjahr für den Semi angekündigte 1,2-MW-Ladelösung auf Basis der eigenen V4-Technologie. Letztere nutzt der Hersteller auch, um seine Pkw-Lader performanter zu machen. Es handelt sich um ein dezentrales System aus schlanken Satelliten-Ladern und einem etwas abseits stehenden Technik-Schrank, der sogenannten Powerunit. Hochskaliert kann die Technologie die genannten bis zu 1,2 MW erreichen, was beim Semi in einer halben Stunde „den Großteil seiner 800 Kilometer Reichweite wiederherstellen“ soll.
Dass der Semi in den USA gut ankommen könnte, darauf deutet übrigens das kalifornische „Clean Truck & Bus Voucher“-Programm hin. Wie das Portal Electrek schreibt, könne dieses Programm als aussagekräftiger Indikator für die gewerbliche Nachfrage herangezogen werden: Zwischen Januar 2025 und Februar 2026 sollen 965 der insgesamt 1.067 Anträge im Zuge dieses Programms auf den Tesla Semi entfallen sein. Daimler, Paccar und Volvo erhielten dagegen zusammen weniger als 100 Anträge.





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