China stellt Masterplan für Roll-out schwerer E-Lkw vor
Unter New Energy Vehicles (NEV) werden in China Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride sowie Brennstoffzellenfahrzeuge subsummiert. Schon in den vergangenen Monaten sind die Zulassungszahlen von NEV-Lkw in China stark gestiegen – mit einem herausragenden Peak im Dezember. Ein klassischer Einmaleffekt, da zum Jahreswechsel Subventionen abgeschwächt wurden.
Aufbauend auf das steigende Interesse stellt die chinesische Regierung nun einen kurzfristigen Masterplan mit Zeithorizont bis 2030 vor, um die Antriebswende im Straßengüterverkehr noch schneller zu vollziehen. Das geht aus einem Bericht von CN EV Post hervor, der wiederum eine gemeinsame Erklärung von elf chinesischen Regierungsstellen zitiert. Demnach fixiert die Roadmap mit Blick auf schwere Lkw ab 12 Tonnnen folgende Ziele für das Jahr 2030:
- Eine NEV-Marktdurchdringung bei den Neuzulassungen von 40 Prozent.
- Eine absolute Gesamtzahl von 1,6 Millionen Fahrzeugen, was etwa 20 Prozent des Bestands entspricht.
- Der Anteil von NEV-Lkw am gesamten Güterverkehr auf Autobahnen soll 18 Prozent betragen.
Um diese Marken zu erreichen, will die Regierung die Installation von etwa 3.000 Lade- und Batteriewechselstationen fördern und steuern. Insgesamt strebt sie den Aufbau von 30.000 Kilometern an CO2-freien Güterverkehrskorridore auf wichtigen Autobahnen an. Vor diesem Hintergrund werden Betreiber von neuen oder zu modernisierenden Autobahnraststätten beispielsweise verpflichtet, entsprechende Ladeinfrastruktur zu errichten oder Flächen dafür vorzuhalten.
Der neue Plan legt zudem spezifische Ziele für bestimmte Regionen und Einsatzszenarien fest. So sollen für bestimmte Regionen ausdifferenzierte Regeln gelten, etwa für das nordchinesische Megastadt-Cluster Peking-Tianjin-Hebei oder die Fenwei-Ebene. Hier sieht die Regierung eine Elektrifizierungsquote von 80 Prozent für alle regelmäßigen, kurzen Lkw-Pendelstrecken vor. Hinzukommen weitere Instrumente, mit denen der chinesische Staatsapparat den Markt lenken will:
- Die Behörden werden die fiskalische und finanzielle Unterstützung verstärken und Mittel für den Fahrzeugkauf sowie den Ausbau der Ladeinfrastruktur koordinieren.
- Lokale Regierungen werden dazu ermutigt, Finanzierungsmittel über zweckgebundene Anleihen und „grüne Kredite“ bereitzustellen.
- Der Plan sieht die Förderung von neuen Geschäftsmodellen vor, etwa die getrennte Behandlung von Fahrzeug und Batterie und das Batterieleasing.
- Außerdem soll der regulatorische Rahmen weiterentwickelt werden
Dieses Anreizpaket soll den in China schon begonnenen Hochlauf von NEV-Lkw weiter antreiben. Laut dem Portal CnEVPost belief sich der Absatz schwerer NEV-Lkw über 12 Tonnen in China 2025 auf insgesamt 231.100 Einheiten, dies entspricht einem Anstieg von 182 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem Marktanteil bei den Neuzulassungen von 29 Prozent. Allerdings wird das Ergebnis durch den oben erwähnten Einmaleffekt im Dezember verzerrt. In jenem Monat schloss der NEV-Anteil auf 54 Prozent hoch, sackte dann aber im neuen Jahr wieder merklich ab.
Zum Vergleich: In Europa kamen 2025 laut ACEA-Statistik insgesamt 6.372 extern ladbare Lkw ab 16 Tonnen neu auf die Straßen. Das macht einen Anteil von zwei Prozent. Zählt man die E-Lkw ab 12 Tonnen hinzu dürfte sich der Anteil zwar leicht steigern, aber der Vergleich zeigt: China spielt in einer anderen Liga.
cnevpost.com, xxgk.mot.gov.cn (auf Chinesisch)





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