Fahrerloser Xiaomi YU7 GT dreht Runde auf dem Nürburgring
Von einer Rekordfahrt zu sprechen, ist im Fall des autonomen Xiaomi YU7 GT dabei eigentlich übertrieben: Denn wie der Betreiber der Rennstrecke schreibt, war es überhaupt zum ersten Mal in der Geschichte des Nürburgrings, dass ein vollständig autonomes Fahrzeug eine offiziell gemessene Runde durch die Nordschleife absolviert hat. Damit hält der Wagen nun zwar den Rekord in der neu geschaffenen Kategorie autonom fahrender E-Autos, doch bislang mangels Konkurrenz.
Dabei schaffte die vollelektrische Hochleistungsversion des E-SUV, die erst im Mai vorgestellt worden und zusätzlich mit dem Track-Package von Xiaomi ausgestattet war, die autonome Fahrt über die 20,8 Kilometer lange Strecke in 10:29,483 Minuten. Die durchschnittliche Geschwindigkeit der fahrerlosen Runde des Xiaomi YU7 GT betrug somit ca. 118,96 km/h. Im Rahmen der Challenge absolvierte der Xiaomi YU7 GT autonom alle Fahraufgaben auf der Nordschleife mit ihren 73 Kurven, einem Höhenunterschied von rund 300 Metern und vielfältigen, komplexen und sich ständig verändernden Fahrbahnbedingungen, so das Unternehmen.
Die Fahrt zeigt, was mit heutiger Technik bereits möglich ist, nämlich eine Fahrt auf einer Rennstrecke vollkommen autonom zu bewerkstelligen. Allerdings zeigt sie auch, dass die künstliche Intelligenz des autonomen Fahrsystems von Xiaomi noch nicht an die Grenzen geht, an die ein professioneller Rennfahrer geht. Denn wenige Wochen zuvor war der belgische Rennfahrer Vincent Radermecker mit einem ebensolchen Xiaomi YU7 GT mit Track-Package eine Rundenzeit von 7:22,755 Minuten gefahren. Sprich: Radermecker war über drei Minuten schneller als der autonome Xiaomi.
Unklar ist zudem, wieviel Vorbereitung für die autonome Fahrt über den Nürburgring erforderlich war: Um ein solches Vorhaben durchzuführen, muss die Strecke im Regelfall zuvor mit dem Fahrzeug selbst oder einem Modell mit baugleicher Technologie kartiert werden. Klar ist, dass es sich zwar hinsichtlich Fahrwerk, Karosserie um ein reguläres Modell des Xiaomi YU7 GT handelt, dass dieses aber um noch nicht für Kunden erhältliche Technik fürs autonome Fahren ergänzt wurde. Daher handelt es sich faktisch um einen Prototyp.
Durch das Nürburgring-Projekt für autonomes Fahren sammelt Xiaomi wertvolle Daten und Systemrückmeldungen unter extremen Betriebsbedingungen und unterstützt so die kontinuierliche Verbesserung der Modellierung der Fahrzeugdynamik, der Optimierung der Steuerungsstrategie und der Sicherheitsredundanzmechanismen, so das Unternehmen.
Aktuell sind die E-Autos von Xiaomi – neben dem E-SUV YU7 auch die E-Limousine SU7 – nur in China erhältlich. Aber 2027 will Xiaomi dann auch den Verkauf seiner Fahrzeuge in Deutschland und Europa starten. Vermutlich auch um den offiziellen Start zu protegieren, geht Xiaomi aktuell gezielt gegen Grauimporte seiner Fahrzeuge durch Plattformen wie Autohelden vor. „Für den Import aller nicht autorisierten Fahrzeuge wird zeitnah eine EU-weite Grenzbeschlagnahme beantragt“, sagte vergangene Woche ein Pressesprecher. U.a. um seine Fahrzeuge für den europäischen Markt fit zu machen, betreibt Xiaomi seit September 2025 ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für E-Autos in München.





0 Kommentare