Ionity erhöht Ladepreise im Schnitt um vier Prozent
In einer E-Mail hat Ionity seine Kunden über die Änderung informiert. Als Grund nennt das Unternehmen unter anderem gestiegene Strombeschaffungskosten auf den europäischen Energiemärkten. Diese würden derzeit viele Unternehmen in der Energie- und Mobilitätsbranche belasten.
Ionity erklärt, dass Strom für große Ladenetzwerke üblicherweise nicht kurzfristig beschafft wird. Stattdessen kaufen Betreiber die benötigten Mengen über längere Zeiträume hinweg auf den Großhandelsmärkten ein, um kurzfristige Preisschwankungen abzufedern. Steigen die Marktpreise, wirken sich diese Kosten daher zeitversetzt auf die Beschaffung und somit die Ladepreise aus. „Nach den jüngsten Entwicklungen auf den europäischen Energiemärkten haben sich die Großhandelspreise für Strom auf einem höheren Niveau als zuvor eingependelt“, so Ionity.
Das Unternehmen erklärt aber auch, dass steigende Energiebeschaffungskosten nur ein Teil des Gesamtbildes sind. „Betreiber von Ladenetzwerken müssen außerdem Kosten für Infrastruktur, Wartung, Netzanschlüsse und den laufenden Betrieb berücksichtigen, die je nach Standort erheblich variieren können“, heißt es. Um die Preise für die eigenen Kunden so stabil und planbar wie möglich zu halten, nutzt Ionity eine Kombination verschiedener Preismaßnahmen. Dazu gehören eigenen Angaben zufolge standortbasierte Preise sowie moderate Preisanpassungen in ausgewählten Märkten.
„Als paneuropäisches Ladenetzwerk sind wir in vielen verschiedenen Märkten aktiv. Energiepreise und Betriebskosten können sich von Land zu Land sehr unterschiedlich entwickeln. Da wir unser Netzwerk jedoch auf europäischer Ebene planen, betreiben und ausbauen, verfolgen wir auch bei der Preisgestaltung einen gesamteuropäischen Ansatz. Statt große Preisunterschiede zwischen einzelnen Ländern einzuführen, gleichen wir Kostenentwicklungen durch kleinere und gezielte Anpassungen im gesamten Netzwerk aus“, erklärt Ionity.
Wie sich die Anpassung konkret auswirken kann, zeigt sich am Beispiel Deutschland: Seit Mitte Februar kostet das Ad-hoc-Laden über „Ionity Direct“ ab 0,69 Euro pro Kilowattstunde. Wer die Ionity-App ohne Abonnement nutzt, zahlt derzeit ab 0,66 Euro/kWh. Bei den Monatsabos liegen die Preise aktuell bei ab 0,49 Euro/kWh für „Ionity Motion“ bei einer Grundgebühr von 5,99 Euro monatlich beziehungsweise 59,99 Euro pro Jahr sowie bei ab 0,39 Euro/kWh für „Ionity Power“, das monatlich 11,99 Euro beziehungsweise jährlich 119,99 Euro kostet.
Ab dem 1. Juli 2026 werden die Ladepreise für ausgewählte Tarife in weiten Teilen des Ionity-Netzwerks angepasst. Die Kilowattstundenpreise sollen sich durchschnittlich um vier Prozent erhöhen. Für Deutschland nennt Ionity für das Ad-hoc-Laden künftig Preise von bis zu 0,76 Euro pro Kilowattstunde. Wie hoch der Preis an den teuersten deutschen Standorten bisher war, teilt das Unternehmen jedoch nicht mit. Da Ionity den aktuellen Preis lediglich mit „ab 0,69 Euro/kWh“ ausweist, lässt sich die tatsächliche Erhöhung je Standort nicht exakt beziffern. Eine neue untere Preisgrenze für das Ad-hoc-Laden nennt Ionity ebenfalls nicht.
Die kWh-Preise im Abo sollen künftig bei 0,41 Euro beginnen. Da Ionity hier nur eine Untergrenze nennt, dürfte es sich dabei um den Power-Tarif handeln, der derzeit ab 0,39 Euro/kWh kostet. In diesem Fall entspräche die Anpassung einem Plus von rund fünf Prozent.
Ausgenommen von der Anpassung sind Kunden, die ihr monatliches Ionity-Abo vor dem 13. Februar 2026 abgeschlossen haben. Ihr kWh-Preis soll unverändert bleiben. Auch Kunden mit einem vor dem 1. Juli 2026 abgeschlossenen Jahresabo behalten den dort vereinbarten festen Preis bis zum Ende der jeweiligen Laufzeit. Die monatlichen Grundgebühren für die Abonnements will Ionity nicht anheben.
„Wir überprüfen unsere Preise regelmäßig und passen sie bei Bedarf an, um veränderte Marktbedingungen und Betriebskosten zu berücksichtigen. So können wir ein hochwertiges Ladeerlebnis für Kund:innen in ganz Europa aufrechterhalten und gleichzeitig das Netzwerk weiter ausbauen und verbessern“, so Ionity. Ob sich die Preise in den kommenden Monaten wieder nach unten bewegen, bleibt abzuwarten.
Quelle: Info per E-Mail, ionity.eu





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