eLoaded vertraut auf Gireve – und entwickelt Ladekabel mit integrierter Messkapsel

Der Ladeinfrastruktur-Spezialist eLoaded hat seine CPO- und EMP-Dienste vollständig an die B2B-Plattform von Gireve angebunden. Außerdem gibt die Firma aus dem bayerischen Aichach zwei Entwicklungspartnerschaften bekannt – einerseits mit Pionix, anderseits mit Huber+Suhner und Dekra.

Eloaded pionix
Messestand zur neuen Messtechnologie von eLoaded und Pionix.
Bild: eLoaded

Der Ladeinfrastruktur-Spezialist eLoaded hat erst vor wenigen Tagen als Teil der Bietergemeinschaft STRA-loaded den Zuschlag für eines von fünf Losen beim „Deutschlandnetz für E-Lkw“ erhalten. Nun macht das Aichacher Unternehmen gleich mehrere Aktivitäten – teils mit neuen Partnern publik. So meldet eLoaded, seine CPO- und EMP-Dienste an die B2B-Plattform von Gireve angebunden zu haben. Dadurch erhalten Betreiber von Lade- und Energieinfrastruktur eine durchgängige Software, mit der sie ihren Betrieb ohne externen Drittanbieter selbst steuern, überwachen und abrechnen können.

Für Gireve hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben entschieden, weil die französische Firma „eine der reichweitenstärksten Roaming- und Clearing-Plattformen Europas“ aufgebaut hat. Mit der vollständigen Integration positioniert sich eLoaded nun als sogenannter Charging-as-a-Service-Anbieter (CaaS). Über Gireve stehen Ad-hoc-Zahlung und EMP-Funktionen zur Verfügung, Plug&Charge mit Gireves PKI services befinde sich in Vorbereitung, heißt es.

Für eLoaded steht bei der Anbindung an Gireve die Unabhängigkeit von Drittsystemen im Mittelpunkt: „Wer den Betrieb seiner Ladeinfrastruktur an ein fremdes Backend auslagert, gibt einen wesentlichen Teil der Kontrolle ab […] Ändert der Anbieter seine Konditionen, trägt der Betreiber die Folgen. Genau hier setzt eLoaded an: Betreiber bauen ein eigenes B2B-Vertriebskonzept mit Direktverrechnung auf, behalten die Hoheit über Preisgestaltung und Kundenbeziehung und senken zugleich ihre Betriebskosten.“ Auch Betreiber von Nutzfahrzeug- und Depotstandorten adressiert das Unternehmen mit dem Ziel, „die digitale Schnittstelle zum Betrieb ihrer Infrastruktur auf Hardware- und Softwareseite bereitzustellen“.

„Betreiber von eLoaded-Hardware sind seit 2021 unabhängige Softwarebetreiber im öffentlichen Betrieb – diese Erfahrung steckt vollständig in unserer Plattform“, sagt Frank Steinbacher, CEO der eLoaded GmbH. Und weiter: „Mit der Gireve-Integration bauen unsere Kunden ein eigenes B2B-Vertriebskonzept mit Direktverrechnung auf, behalten Preishoheit
und Kundenbeziehung und machen sich unabhängig von Dritten.“

„Interoperabilität ist das Rückgrat eines nahtlosen E-Mobilitäts-Ökosystems. Indem wir Betreiber über unsere Plattform miteinander vernetzen, ermöglichen wir ihnen, neue Einnahmequellen zu erschließen, die volle Kontrolle über ihre Preisgestaltung und Kundenbeziehungen zu erhalten und ihre Infrastruktur durch Features wie Plug&Charge zukunftssicher zu machen“ ergänzt Felix Mühl, Senior Business Development Manager bei Gireve.

Parallel hat eLoaded zwei Entwicklungspartnerschaften geschlossen: Im Fokus einer neuen Kooperation mit Pionix stehen eine softwaredefinierte DC-Grid-Architektur und DC-Metering. Der Fokus liegt dabei auf der DC-Energieinfrastruktur zwischen Netzanschluss und Ladestandort. Das Duo will dabei u.a. Mittelspannungsanschlüsse direkt mit Ladegeräten, Speichersystemen und Industrieverbrauchern verbinden.

Zusammen mit Huber+Suhner und Dekra entwickelt eLoaded zudem eine neue Generation von DC-Ladekabeln mit integrierter Messtechnik. Bei letzterer wird die eichrechtliche Energiemessung vom Ladegerät in eine Messkapsel innerhalb des Kabels verlegt. Die Technik soll dabei „skalierbar von CCS bis Megawatt Charging“ sein.

Das Besondere: Das Entwicklungsprogramm befindet sich laut eLoaded bereits in der Umsetzung: „Parallel zur technischen Entwicklung laufen die Vorbereitungen für die eichrechtliche Zulassung sowie die erforderlichen Prüf- und Zertifizierungsverfahren“, heißt es. Ziel der Partner ist die Marktverfügbarkeit für Betreiber, Hersteller und Integratoren von DC-Ladeinfrastruktur ab 2027.

Die im Kabel ermittelten Messdaten werden bei dem Ansatz auf einer Anzeigeeinheit im Steckkopf visualisiert und zusätzlich digital
für Backend-Systeme, Asset-Management und Monitoring-Anwendungen bereitgestellt. „Durch die Verlagerung der Messfunktion wird die eichrechtsrelevante Messung als eigenständige Funktion vom Ladesystem entkoppelt“, teilt eLoaded mit. Das eröffne Herstellern und Betreibern zusätzliche Freiheitsgrade bei Entwicklung, Betrieb und Wartung von Schnellladeinfrastruktur.

Frank Steinbacher kommentiert: „Die DC-fizierung, der Wechsel unserer Energiesysteme zu DC ist ein unaufhaltbarer Weg unserer Infrastruktur. Hier adressieren wir nicht nur den Bereich der Mobilität. Die Aufgabenstellung der
rechtskonformen Energiemessung werden wir in allen Bereichen von Erzeugung, Verteilung, Speicherung und Nutzung finden. Hier einfache und wirtschaftlich tragfähige Messkonzepte aufzubauen stellen eine Marktnotwendigkeit hat. Das Messen auf einem DC-Leiter für Ladevorgänge ist hier nur der erste Schritt.“

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