10.03.2019 - 22:55

Formel E: 1. Venturi-Erfolg im 50. Formel E Rennen

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Nach vier langen Stunden des Wartens nach der Zieldurchfahrt stand am Sonntag um 14:21 Uhr deutscher Zeit endlich der offizielle Sieger des Hongkong E-Prix fest. Der Schweizer Edoardo Mortara profitierte wie bereits zuvor in Mexiko Stadt von einer Zeitstrafe seiner Vorderleute und freute sich diesmal im Nachhinein über seinen allerersten Formel-E-Sieg, welcher zugleich auch der erste Titelerfolg des monegassischen Teams Venturi war. 

Hongkong und die Formel E sind immer für eine Überraschung gut. Daniel Abt wurde 2017 der Sieg aberkannt, nachdem eine falsche Nummer eines Fahrzeugteils im Wagenpass stand. Diesmal belegte die Rennleitung den vorläufigen Sieger Sam Bird im Nachhinein mit einer 5-Sekunden-Zeitstrafe, da der Brite kurz vor Rennende im Zweikampf mit André Lotterer kollidierte und am DS Techeetah-Fahrzeug einen Reifenschaden verursachte.

Mortara ist zur Zeit so etwas wie der Glückspilz der Formel E: Vierter in Santiago, Dritter in Mexiko und jetzt Sieger in Hongkong! Bereits nach dem Podium vor drei Wochen verkündete ein überglücklicher Mortara: „Ich wollte mich aus allem raushalten und mich auf mein Rennen fokussieren, das hat sich am Ende echt ausgezahlt. Die letzte Runde war dann wie Weihnachten. Zwei Ausfälle, eine Strafe – ich dachte: Den Weihnachtsmann gibt es wirklich!“ In Hongkong blieb dem Schweizer erneut nur Staunen. „Sieht so aus, als hätten wir den Hongkong E-Prix gewonnen. Was für ein Tag, was für ein Rennen!“ Die Freude war Informationen von electrive.net auch beim deutschen Zulieferer ZF groß. Der steuert nämlich den Antriebsstrang des Venturi-Stromers bei.

Der Großteil des 50. Formel E-Rennens war bestimmt vom packenden Zweikampf an der Spitze zwischen Sam Bird (Virgin Racing) und dem Deutschen André Lotterer in Diensten von DS Techeetah. Nach einem Bremsfehler von Bird übernahm Lotterer 33 Minuten vor Ende die Führung. Beide lieferten sich eine schnellste Runde nach der nächsten. Lotterer hatte teilweise rund 5 Prozent weniger Restenergie als sein Kontrahent – ein Ritt auf der Rasierklinge, wie wir spätestens seit dem letzten Rennen in Mexiko wissen. Bis in der vorletzten Runde der Brite von hinten in die Aufhängung von Lotterer fuhr und dabei einen Hinterreifen zerstörte. Damit waren die Siegchancen des Duisburgers dahin und er mühte sich auf nur drei Rädern ins Ziel.

„Er hat heute mein Rennen komplett ruiniert“, sagte ein enttäuschter Andre Lotterer. „Ich wollte gewinnen und das wäre am Ende auch in der Tasche gewesen.“ Ihm blieb am Ende nur der Titel „Sieger der Herzen“.

Direkt zu Beginn stoppte die Renn-Action durch eine Rote Flagge nach einem fatalen Crash von Felipe Nasr, dem die beiden Mahindra-Piloten Pascal Wehrlein und Jerome D’Ambrosio ins Heck rauschten. Bedingt durch zahlreiche Ausfälle zerstückelten zusätzliche Gelbe Flaggen und Safety-Car-Phasen das weitere Geschehen. Im Gegensatz zu den vorherigen Rennen in dieser Saison war der E-Prix in Hongkong nicht immer schön anzusehen. Nur 14 der 22 Fahrer überquerten am Ende die Ziellinie.

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Ein Tag mit Höhen und Tiefen war es auch für das deutsche Team HWA Racelab. Im fünften Rennen sicherte sich das neue Formel E-Team nicht nur erstmals die Pole Position, sondern fuhr auch die ersten Punkte überhaupt ein. Die Freude über Stoffel Vandoornes sensationelle Pole (drei Punkte) im Regen von Hongkong währte nicht lange: Direkt in der ersten Kurve wurde der Ex-Formel-1-Fahrer von Oliver Rowland im Nissan überholt und fiel etwas später wegen Problemen mit der Antriebswelle aus. Sein Teamkollege Gary Paffett hielt sich zunächst in den Top 5, fiel nach dem Re-Start aber nach und nach auf Rang acht zurück. Diese Position verteidigte der DTM-Champion bis ins Ziel und sicherte damit HWA weitere vier Punkte. Übrigens fährt auch HWA mit ZF-Antriebsstrang.

BMW nahm immerhin noch ein Pünktchen mit nach Hause dank Antonio Felix da Costa auf dem 10. Platz. Gegen Mitte des Rennens übersteuerte Alexander Sims aus der Kurve kommend und kollidierte auf dem engen Stadtkurs mit der Wand – das bedeutete das Aus für den zweiten BMW-Piloten.

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Aus deutscher Sicht dürften bei Audi die Sektkorken noch am ehesten geknallt haben. Lucas Di Grassi und Daniel Abt sind die einzigen beiden Teamkollegen, die alle 50 Formel E-Rennen gemeinsam absolviert haben. Di Grassi landete nach der Bird-Strafe auf dem zweiten Platz und liegt jetzt punktgleich mit Jerome D’Ambrosio (53 Punkte) auf dem zweiten Platz in der Meisterschaft – also einen Punkt hinter dem Gesamtführenden Bird (54 Punkte).

Neben dem sonst üblichen Taktieren rund um das Energiemanagement stellte sich in Hongkong eine weitere Tugend heraus im Kampf um wichtige Punkte in der Formel E-Weltmeisterschaft: Ruhe bewahren und sich aus dem Gerangel heraushalten. Davon profitierte am meisten Audi-Pilot Daniel Abt, der von Startplatz 12 am Ende auf P4 vorgefahren war: „Es war ein ziemlich hektisches Rennen, ziemliches Chaos. Aber immerhin ein guter Team-Erfolg und wichtige Punkte.“

In zwei Wochen geht es weiter in Sanya, China. Ende Mai gastiert die Formel E auch wieder in Deutschland. Aufgrund der starken Ticket-Nachfrage wurden beim Berlin E-Prix zwei weitere Tribünen aufgestockt. Somit sind 1496 zusätzliche Sitzplätze für das Rennen am 25. Mai auf dem Flughafen Tempelhof verfügbar unter fiaforumulae.com

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