29.03.2020 - 19:39

Was bedeutet die Coronakrise für die Ladeinfrastruktur?

electrive.net Studio: Allego, EnBW und Smatrics berichten über den Rückgang der LIS-Nutzung

Die Ausgangsbeschränkungen im Rahmen der Coronakrise sorgen für ein stark sinkendes Verkehrsaufkommen. Bricht dadurch auch die Nutzung öffentlicher Ladeinfrastruktur ein? Wie sichern Betreiber ihr Netz ab? Und gerät vielleicht der Roll-Out ins Stocken? Die Folgen der Coronakrise für die Ladeinfrastuktur sind das Thema der ersten Sendung aus unserem neuen Studio.

Durch die Absagen der Messen und Konferenzen zur Elektromobilität können wir unsere Video-Berichterstattung nicht in gewohnter Weise durchführen. Deshalb haben wir in Brandenburg nun ein TV-Studio eingerichtet, um unser beliebtes Branchenfernsehen für Elektromobilität auch ohne Reisen fortsetzen zu können. In der ersten Sendung berichten wir über die Folgen der Coronakrise für die Ladeinfrastuktur – mit Videobotschaften von EnBW, Allego, Smatrics und P3.

Unser Redakteur Sebastian Schaal berichtet zunächst direkt über die aktuelle Lage in NRW. Dazu hat er sich mit seinem BMW i3 an den neuen Supercharger auf dem Gelände von Bäcker Schüren am Kreuz Hilden und zu einem IONITY-Ladepark in der Nähe von Düsseldorf begeben.

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Per Blitzumfrage haben wir zudem diverse Betreiber zur aktuellen Situation befragt. Antworten haben wir von Allego, Smatrics und der EnBW erhalten. So hat sich Allego-Chef Ulf Schulte am Freitag aus seinem Büro in Berlin gemeldet. Die Nutzung der Ladeinfrastruktur im Allego-Netz nehme spürbar ab. Allein in Berlin sei ein Rückgang von 40 Prozent im März zu verzeichnen. „Wir sehen auch in den anderen Ländern, dass die Anzahl der Ladevorgänge stark abnimmt“, sagt Schulte. Um den Ausbau des Ladenetzes macht er sich immerhin noch keine Sorgen. Hauke Hinrichs berichtet als COO von Smatrics derweil über einen Einbruch bei der Ladeinfrastruktur-Nutzung in Österreich. Seine Mitarbeiter sind allesamt im Home Office: „Wir nutzen die Zeit, um Produkte zu bauen und uns auf die IT zu fokussieren“, sagt Hinrichs. Als Berufsoptimist glaubt er daran, dass nach dem Ende der Krise die Wirtschaft noch grüner und der Verkehr noch elektrischer aufgebaut werden könnte.

Amadeus Regerbis, bei der EnBW für Ladeinfrastruktur zuständig, berichtet derweil über die Situation in Baden-Württemberg. Das Laden sei gesichert, der Betrieb des Mobility+-Ladenetzes werde aus dem Home Office gesteuert. „Natürlich kann man einen Rückgang ablesen“, so Regerbis. Doch als „Betreiber kritischer Infrastruktur“ wisse die EnBW mit der Herausforderung umzugehen und werde allen Elektroautofahrern eine sichere Versorgung bieten. „Sicherlich ganz stark betroffen ist der Roll-out der Ladeinfrastruktur“, prognostiziert derweil Johanna Heckmann, Leiterin Ladeinfrastruktur bei der P3 Group. Sie ordnet die Folgen der Coronakrise in unserer ersten Studiosendung noch umfassender ein und berichtet auch, dass die Ladeabsicherungsfahrten von P3 aufgrund geschlossener Grenzen derzeit nicht möglich sind. Dadurch könne es zu Verzögerungen beim Marktstart neuer Elektroautos kommen, warnt Heckmann.

Aus unserem neuen TV-Studio werden wir in den nächsten Wochen die aktuelle Lage der Elektromobilität in der Coronakrise begleiten. Abonnieren Sie also gerne unseren Youtube-Kanal! Feedback können Sie gerne in den Kommentaren hinterlassen.

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3 Kommentare zu “Was bedeutet die Coronakrise für die Ladeinfrastruktur?

  1. Max

    Ich stelle die These auf: „Die derzeitige Krise steigert den Anteil von elektrifizierten Fahrzeugen an allen Neufahrzeugen in Deutschland. Die Zahl der Neuanschaffungen von Dienstwägen wird sich im Gegensatz zur Zahl an Neuanschaffungen von Privatwägen kaum reduzieren, und bei Dienstwägen sind xEV wegen der steuerlichen Begünstigung überproportional vertreten.“ Ich würde mich freuen, wenn Sie diese These und generell erörtern würden, inwiefern die Elektromobilität durch die derzeitigen Umstände profitieren könnte.

  2. Thomassek

    Lieber Peter,
    Klasse und sehr gut von dir/euch umgesetzt.
    Durch das „Studio“ könnt ihr euch noch besser positionieren und viele Home-office-Protagonisten werden euren Service schätzen.
    Beste Grüße
    Elmar
    Touremo

  3. Andreas V.

    Zum Thema „kontaktloses Laden“ – also ohne menschliche Kommunikation mit Säule oder gar mit Personal …
    Es gibt doch ein Authentifizierungsprotokoll für CSS-Ladevorgänge.
    Soweit ich gehört habe, hat Daimler das bereits implementiert. Muß natürlich auch in der Ladesäule implementiert sein.
    ### WICHTIG: Man sollte natürlich im Fahrzeug (od. in der Fahrzeug-App) auswählen können ob man voll-automatisch (basierend auf einem Vertrag) laden möchte, oder ob man erst die aktuellen Konditionen bestätigen möchte, ode gar über einen anderen Roaming-Vertrag zahlen möchte ###
    –> https://www.yello.de/mehralsdudenkst/iso-15118-e-auto-laden-ohne-app-und-kundenkarte/
    –> https://www.elektroauto-news.net/2020/iso-standard-15118-elektroautos-ohne-ladekarte-laden/

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https://www.electrive.net/2020/03/29/was-bedeutet-die-coronakrise-fuer-die-ladeinfrastruktur/
29.03.2020 19:09