11.06.2020 - 10:45

Weg frei für Ford-Stromer auf Basis der MEB-Plattform

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Volkswagen und Ford haben nun die Verträge für ihre globale Allianz in den Bereichen Elektrifizierung, leichte Nutzfahrzeuge und autonomes Fahren unterzeichnet. Damit ist der Weg frei für einen Ford-Stromer auf Basis des Modularen E-Antriebskastens (MEB) von Volkswagen.

Die Gespräche über das Vorhaben sind bereits seit Sommer 2019 publik. Seitdem bestehen an Fords Ambitionen, für mindestens ein kommendes Elektroauto in Europa den MEB-Baukasten des früheren Erz-Konkurrenten VW zu übernehmen, keine Zweifel mehr. Beide Partner bestätigen nun die Details zu den bereits vorab bekannten Plänen: So wird Ford den MEB-Stromer 2023 auf den Markt bringen. Die Amerikaner rechnen binnen mehrerer Jahre mit der Auslieferung von mehr als 600.000 Exemplaren des Modells, das „ein großzügiges Platzangebot mit den Vorzügen des Elektroantriebs kombinieren“ soll.

Entwickelt wird das Elektroauto in Köln-Merkenich. Ford erweitert damit sein Angebot an Elektro-Pkw neben dem vollelektrischen Mustang Mach-E und plant unabhängig davon in den kommenden zwei Jahren batterieelektrische Varianten des Transit und des F-150 für Nutzfahrzeugkunden. Volkswagen bezeichnet die Nutzung der MEB-Plattform durch Ford als „einen wichtigen Eckpfeiler in der Elektromobilitätsstrategie von Volkswagen“. Über die Motiviation beider Konzerne, sich auf diese Weise in Europa zu verbünden, haben wir bereits ausführlich an anderer Stelle geschrieben.

Seit Monaten wird zudem darüber spekuliert, dass Ford nicht nur ein, sondern zwei Elektroautos auf der MEB-Plattform realisieren könnte. In der aktuellen Mitteilung zur Vertragsunterzeichnung heißt es lediglich, dass man weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit bei Elektrofahrzeugen prüfen wolle. Das „Handelsblatt“ hatte bereits im September 2019 Ford-Europa-Chef Stuart Rowley mit den Worten zitiert: „Ja, wir sprechen darüber.“ Aus wirtschaftlicher Sicht sei es nicht sinnvoll, „nur ein einziges Auto auf MEB-Basis zu produzieren“. Auch Volkswagen-Chef Herbert Diess soll gegenüber der eigenen Mitarbeiterzeitung bereits zuvor erklärt haben: „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen über einen komplett neuen Liefervertrag für ein zweites Fahrzeug.“ Ergo könnte VW seine Lieferungen von MEB-Plattformen an Ford fast verdoppeln.

Doch zurück zum offiziellen O-Ton: Diess kommentiert die nun vollzogene Vertragsunterzeichnung mit den Worten, dass es „angesichts der Covid-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf die Weltwirtschaft mehr denn je von entscheidender Bedeutung ist, belastbare Allianzen zwischen starken Unternehmen zu bilden“. Und: „Diese Zusammenarbeit wird die Entwicklungskosten effizient senken, eine stärkere weltweite Verbreitung von Elektro- und Nutzfahrzeugen ermöglichen und die Position beider Unternehmen entscheidend stärken.“

Ford-CEO Jim Hackett äußert, dass die Allianz in einer Zeit großer Begeisterung für die Verzahnung von immer intelligenteren vernetzten Fahrzeugen in einer immer smarteren Welt komme: „Hier entstehen einerseits enorme Chancen zur innovativen Lösung globaler Mobilitätsfragen und zur Schaffung herausragender Vorteile für unsere Kunden – gleichzeitig müssen Unternehmen sorgfältig entscheiden, wie sie ihr Geld investieren.“

Neben der Kooperation im Bereich E-Mobilität sieht die geschmiedete Allianz auch den Bau eines von Ford konstruierten mittelgroßen Pickups vor, der ab 2022 in das Modellangebot von Volkswagen Nutzfahrzeuge aufgenommen werden soll. Unter Einbeziehung zweier weiterer Nutzfahrzeugprojekte wollen die Partner insgesamt rund 8 Millionen Fahrzeuge entwickeln und produzieren. Auf dem Feld des autonomen Fahrens setzen beide Konzerne auf das Self-Driving System (SDS) von Argo AI. Hintergrund ist, dass Volkswagen dieser Tage seine angekündigte Investition in Argo AI abgeschlossen hat. Ford hält an dem US-Technologieunternehmen bereits Eigentums- und Entwicklungsanteile.
volkswagen-newsroom.com, media.ford.com

 

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